Die Hyundai Motor Company (HMC; ‚moderne Automobile‘), ein südkoreanischer Automobilhersteller der Hyundai Motor Group, wurde 1967 von Chung Ju-yung gegründet. Die korrekte Aussprache von Hyundai lautet [] (). In Deutschland geläufig ist aber auch die Aussprache []. Hyundai bedeutet „modernes Zeitalter“. Hyundai betreibt in Südkorea die zweitgrößte Fabrik der Welt, in der alle 12 Sekunden ein Auto produziert wird. 2022 war Hyundai nach Stückzahlen der drittgrößte Autohersteller der Welt, hinter Toyota und VW und vor GM und Stellantis.produktion.de.
Geschichte mini|Hyundai Pony, der erste von Hyundai entwickelte PKW (1975) mini|Sitz der Hyundai Motor Europe in Offenbach am Main
Hyundai wurde 1947 von Chung Ju-yung als Bauunternehmen gegründet. Nachdem die koreanische Staatsführung 1962 per Gesetz den Aufbau einer nationalen Automobilindustrie angeordnet hatte,Automobil-Industrie vom 14. Oktober 2017, 50 Jahre Hyundai und Kia: Eine Frage der Qualität. ging daraus 1967 die Hyundai Motor Company hervor, die zunächst in Lizenz den Ford Cortina produzierte, von 1969 bis 1973 auch den Ford P7 montiertearchivierte Version von org3-www.hyundai.com/worldwide/en/about-hyundai/corporate/information/vehicle-history/1960/ford-20m archiviert. und Anfang der 1970er Jahre begann, eigene Autos zu entwickeln. Der erste eigene Typ, der Hyundai Pony, wurde 1974 auf dem 55. Turiner Autosalon vorgestellt und 1975 in Korea eingeführt. Ab 1982 wurde der Pony 2 als erneuertes Modell gebaut. Die Taxi-Version des Pony war für den Betrieb mit Erdgas ausgerüstet. Außerdem wurden leichte Lkw gefertigt, seit Mitte der 80er Jahre auch Schwerlastwagen und Busse. 1976 begann der Export des Pony, zunächst nach Ecuador, ab 1978 nach Europa (Belgien, Niederlande, Spanien, Griechenland). Der erste europäische Vertriebspartner war Moorkens (heute Alcopa) in Belgien. 1983 kamen Kanada und Mittelamerika hinzu, ein Jahr später die USA. Hyundai erweiterte die Modellpalette, es erschienen die Mittelklassewagen Stellar und Sonata und die Luxuslimousine Grandeur. Während die Technik anfangs auf Mitsubishi-Modellen aufbaute, entwickelt Hyundai Motors seit den 1990er Jahren seine Autos ausschließlich selbst. Der millionste Hyundai wurde 1985 gefertigt.
1991 wurde die Hyundai Motor Deutschland GmbH gegründet, die formell ihren Sitz in Neckarsulm hatte. 2003 wurde in Rüsselsheim ein Entwicklungszentrum eröffnet, das mit Kia zusammen betrieben wird.David Böcking: Anpassungsmeister Hyundai. Der Spiegel vom 10. Oktober 2011, abgerufen am 10. Oktober 2011. Seit 2005 befindet sich die Europazentrale in Offenbach. 1991 war Hyundai in Deutschland auch der erste koreanische Automobilhersteller auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main. Mit dem Angebot von vier Modellreihen (Pony, S-Coupé, Lantra und Sonata) erfolgte der Markteintritt auf dem deutschen Markt und erzielte damit rund 2.886 Neuzulassungen. Im ersten vollen Geschäftsjahr 1992 wurden rund 28.000 Neuzulassungen und 1993 insgesamt 33.362 Neuzulassungen erreicht.
Im September 1997 wurde das Werk Assan bei İzmit in der Türkei unter Führung der Hyundai Assan Otomotiv, eines Joint-Venture zwischen der Hyundai Motor Company und der türkischen Kibar Holding, fertiggestellt.
1998 übernahm Hyundai den südkoreanischen Autohersteller Kia Motors.
Eine Zusammenarbeit mit Daimler-Chrysler dauerte von 2001 bis 2004. Mittlerweile ist die vom Kleinwagen bis zur Luxuslimousine reichende Produktpalette nicht mehr nur auf Personenwagen beschränkt, sondern umfasst auch Lkw und Busse. HMC ist auch der größte koreanische Nutzfahrzeughersteller. Hyundai Motors zählte derzeit zu den sieben größten Autoherstellern weltweit.
Im Oktober 2005 wurde zusammen mit den Automobilherstellern DaimlerChrysler und Mitsubishi das Joint Venture Global Engine Manufacturing Alliance (GEMA) gegründet, das Motoren für die beteiligten Firmen herstellt. 2005 wurde auch der Slogan von „Alles dabei – Hyundai“ in „Drive your way“ geändert.Automotive News vom 24. Januar 2005, Hyundai, Kia launch global brand strategies, abgerufen am 17. April 2021. Im selben Jahr wurde der Designer Thomas Bürkle eingestellt, der vorher bei BMW gearbeitet hatte, ein Jahr später Peter Schreyer von Volkswagen. Weitere europäische Designer folgten.welt.de vom 30. Juli 2011, Der Nachfrage-Boom begann mit deutschen Designern, abgerufen am 16. April 2021.
Hyundai war offizieller Sponsor der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Laut einer Studie der Universität Hohenheim profitierte die Marke von diesem Engagement. Vor der WM kannten lediglich 25 Prozent der Deutschen die Marke Hyundai, nach der WM war 50 Prozent der Name ein Begriff. Damit konnte die Marke den höchsten Bekanntheitsgradgewinn unter allen WM-Sponsoren erreichen.SPIEGEL Online vom 3. August 2006, Hyundai verdoppelt Bekanntheitsgrad, abrufbar am 16. April 2021.
mini|Ein i40 von Hyundai (2012), vormals Modell Sonataauto-motor-und-sport.de abgerufen am 17. April 2021.
Im April 2006 begann das Unternehmen mit der Errichtung der Hyundai Motor Manufacturing Czech im tschechischen Nošovice. Das erste Hyundai-Fahrzeugwerk in Europa nahm seine Produktion 2009 auf.Meldung der Prager Zeitung, abgerufen am 6. Oktober 2011.
2009 konnte Hyundai in Deutschland mehr als andere Hersteller von der Abwrackprämie profitieren.manager-magazin.de vom 2. September 2013, Koreanischer Kampfplan, abgerufen am 16. April 2021.
Am 21. September 2010 wurde im Industriegebiet Kamenka bei Sankt Petersburg (Russland) nach dreijähriger Bauzeit für rund 500 Millionen US-Dollar das neue Autowerk Hyundai Motor Manufacturing Rus (HMMR) errichtet. 2011 sollten rund 2400 Mitarbeiter rund 105.000 Fahrzeuge produzieren und der Typ Hyundai Solaris sollte für den russischen Markt in Serienfertigung gehen. Die Hyundai Motor Manufacturing Rus (HMMR) verfügte damit weltweit über sieben Produktionsstätten außerhalb Koreas: in Indien, Tschechien, der Türkei, Russland und den USA. Die Produktion war ab Februar 2022 eingestellt und die Fabrik wurde im Herbst 2023 verkauft.kommersant.ru. Ebenfalls 2010 wurde Hyundai weltweit der fünftgrößte Fahrzeughersteller.
Im März 2011 übernahm die Hyundai Motor Company für 4,96 Billionen Won (4,4 Milliarden US-Dollar) eine 34,88-Prozent-Beteiligung an der Hyundai Engineering & Construction.
Im November 2012 wurde ein Produktionsstandort im brasilianischen Piracicaba eröffnet. Bis 2017 wurden dort rund 900.000 Fahrzeuge produziert.
Auf dem Heimatmarkt blieb das Unternehmen stark: 2013 hatte es einen Marktanteil von 43 Prozent. Seit 2015 ist Albert Biermann, der zuvor stellvertretender Entwicklungschef der BMW M GmbH war, Entwicklungsvorstand der Hyundai Motor Group.stern.de über den Hyundai-Konzern vom 8. August 2017, abgerufen am 21. Oktober 2019.spiegel.de, Fahrbericht des cee’d vom 4. Oktober 2015, abgerufen am 21. Oktober 2019.
Im Mai 2019 investierte Hyundai 64 Millionen Euro in den Sportwagenhersteller Rimac, an dem Porsche im März 2019 seinen Anteil auf 24 Prozent erhöhte.
Im Oktober 2020 wurde für Elektrofahrzeuge die Submarke Ioniq gegründet.auto-motor-und-sport.de vom 2. November 2020, Donckerwolke ist zurück bei Hyundai, abgerufen am 18. April 2021.
Nachdem auf dem japanischen Markt im Jahr 2009 der Vertrieb von Fahrzeugen eingestellt worden war, kehrte Hyundai im Frühjahr 2022 mit den Modellen Nexo und Ioniq 5 dorthin zurück.
Im Dezember 2022 wurde angekündigt, dass auf dem norwegischen Markt ab 1. Januar 2023 nur noch Elektrofahrzeuge verkauft werden.
Entwicklungen zur Verbesserung der Marktposition seit 1990 mini|Hyundai Atos (ab 1997)
Um auf dem europäischen Markt Anfang der 1990er Jahre Fuß zu fassen, verfolgte die Hyundai ähnlich wie japanische Automobilhersteller 20 Jahre zuvor eine aggressive Preispolitik (verbunden mit einer großzügigen Serienausstattung), um die technisch den europäischen Fabrikaten meist unterlegenen Modelle zu verkaufen. So konnten vor allem Kleinwagen und kleine Nischenmodelle an den Käufer gebracht werden, da in diesen Klassen Prestige eher eine untergeordnete Rolle spielt.
Qualität, weniger Billiganbieter (etwa ab 2004) mini|Hyundai Santa Fe (ab 2000)
Mit der Einführung einer neuen Modellgeneration ab dem Jahr 2000 (das SUV Hyundai Santa Fe, der Kleinwagen Hyundai Getz, der Geländewagen Hyundai Terracan, der Kompaktvan Hyundai Matrix sowie das 2001 vorgestellte Hyundai Coupé und der Mittelklassewagen Hyundai Sonata) waren die Fahrzeuge nicht mehr nur preisgünstig, sondern erreichten auch ein im Vergleich zu den früheren Hyundai-Fahrzeugen höheres Qualitätsniveau.automobilwoche.de vom 8. Juni 2004, Hyundai, Kia, Daewoo und Ssangyong mit zweistelligen Zuwachsraten: Koreanische Automarken blasen zum Angriff auf deutschen Markt. In: automobilwoche.de. Diese Modellgeneration stellte auch im Bereich der Sicherheit eine Weiterentwicklung dar: Beispielsweise erreichten der Santa Fe und der Getz im Euro-NCAP-Crashtest vier von fünf Sternen. Für den Kleinwagen Hyundai Getz war dies ein gutes Ergebnis, da zu dieser Zeit auch bekannte Konkurrenzprodukte (z. B. Opel Corsa C, Nissan Micra, Peugeot 206) den Test mit derselben Punkt- und Sternenanzahl absolvierten.
Bemerkenswert war der Hyundai Santa Fe im Jahr 2000, der als mittelgroßes SUV eine zukunftsweisende Modellpolitik von Hyundai zeigte, da dieses Fahrzeugsegment trotz hoher Erdölpreise große Zuwächse verzeichnete und entsprechende Modelle europäischer Automobilhersteller erst 2007 (Opel Antara, Peugeot 4007, Citroën C-Crosser, VW Tiguan) oder 2008 (Renault Koleos, Ford Kuga) erschienen.
Mit der Einführung des Hyundai Tucson Ende 2004 und der fünften Generation des Hyundai Sonata (NF) im ersten Quartal 2005 setzte auch Hyundai das ESP sowie beim Sonata auch aktive Kopfstützen vorn und Windowbags für alle Sitzreihen ein.adac.de, Hyundai Sonata 2.4 GLS (03/05 - 08/08), Technische Daten insbesondere Sicherheitsausstattung, abgerufen am 17. April 2021. 2006 folgte die Neuauflage des Hyundai Santa Fe (Präsentation auf dem Genfer Auto-Salon) und die Oberklasselimousine Hyundai Grandeur (einziges Hyundai-Modell mit acht Airbags). Die Garantiedauer betrug damals in Deutschland drei Jahre. Ziel des Unternehmens war es, das „Discounter-Image“ hinter sich zu lassen und ein ernst zu nehmender Anbieter zu werden. Anstelle „Alles dabei – Hyundai“ lautete 2005 der neue Slogan „Drive your way“.
Um den Rückstand bei Dieselmotoren aufzuholen, investierte die Hyundai Motor Company auch mehrere Milliarden Euro in die Entwicklung eigener Common-Rail-Dieselmotoren, die im Hyundai-Forschungszentrum in Rüsselsheim am Main entwickelt wurden. sie haben Abgasturbolader mit variabler Schaufelgeometrie und decken den Hubraumbereich von 1,5 l ab 65 kW / 88 PS (für Getz und Accent), über 1,6 l (für das Modell i30, 85 kW / 116 PS) bis zu 2,0 l (Sonata 103 kW / 140 PS) bzw. auf 2,2 l hubraumvergrößert (für die Modelle Grandeur und Santa Fe, 114 kW / 155 PS) ab. Weiter wurden die Benzinmotoren (1.6-l-R4, 2.0-l-R4, 2.7-l-V6, insbesondere durch variable Steuerzeiten der Nockenwelle) modernisiert. Die neu entwickelten 4-Zylinder-Dieselmotoren werden auch in verschiedenen Modellen der Schwestermarke Kia eingesetzt. 2009 wurde im Hyundai Veracruz für den europäischen Markt ein neu entwickelter 3.0-l-V6-Dieselmotor eingesetzt, der 176 kW (239 PS) leistete und damit der Leistung von Mercedes M-Klasse ML 320 CDI, BMW E70 3.0d, Audi Q7 und VW Touareg 3.0 TDI entsprach.