Fritz Drescher (* 30. März 1904 in Dresden; † 6. September 1982 in Bad Münder) war ein deutscher Politiker (SPD/SED).

Leben Drescher trat 1921 in die SPD ein. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er zunächst zu sieben Monaten Gefängnis (1933) und später zu sieben Jahren Zuchthaus (1936) verurteilt. Er war von 1945 bis 1946 2. Vizepräsident des Bezirks Merseburg der Provinz Sachsen und danach im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft Sachsen-Anhalt tätig. Nachdem ihm Kontakte zum Ostbüro der SPD vorgeworfen wurden, erfolgte 1948 seine Verhaftung durch das NKWD und 1949 die Verurteilung zu 25 Jahren Zwangsarbeit wegen „Förderung einer sozialdemokratischen Untergrundbewegung“ durch ein Sowjetisches Militärtribunal. Nach der Deportation nach Workuta wurde er 1955 im Zuge der „Die Heimkehr der Zehntausend“ amnestiert und siedelte in die Bundesrepublik Deutschland über. Hier war er anschließend für den DGB in Düsseldorf tätig.

Die Hauptmilitärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation rehabilitierte Fritz Drescher am 1. März 1999 auf Antrag des SPD-Parteivorstandes als Opfer politischer Repressionen.

Literatur Gabriele Baumgartner, Dieter Hebig (Hrsg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945–1990. Band 1: Abendroth – Lyr. K. G. Saur, München 1996, ISBN 3-598-11176-2. Martin Broszat, Gerhard Braas: SBZ-Handbuch. München 1990, S. 154, 157, 164

Entschädigungsakte im Niedersächsischen Landesarchiv Hannover (Nds. 110 W Acc. 14/99 Nr. 119514 (Fritz Drescher))

Weblinks Für Freiheit und Demokratie (PDF; 275 kB; abgerufen am 1. Juni 2019) Webserver der Konrad-Adenauer-Stiftung

Einzelnachweise

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