Diphosphortetraiodid ist eine chemische Verbindung mit der Summenformel P2I4. Sie besteht aus zwei Phosphor­atomen in der Oxidationsstufe +2, die über eine Einfachbindung miteinander verbunden sind. Jedes Phosphoratom besitzt des Weiteren zwei Bindungen zu Iod­atomen.

Darstellung Diphosphortetraiodid kann aus den Elementen gewonnen werden. Hierzu wird weißer Phosphor mit elementarem Iod zur Reaktion gebracht.

Weitere Möglichkeiten sind die Iodierung von Phosphan und die Iodierung von Phosphortrichlorid mit Kaliumiodid.H. Suzuki, T. Fuchita, A. Iwasa, T. Mishina: Diphosphorus Tetraiodide as a Reagent for Converting Epoxides into Olefins, and Aldoximes into Nitriles under Mild Conditions, in: Synthesis, 1978, 12, S. 905–908; .

Eigenschaften Diphosphortetraiodid ist eine bei Raumtemperatur feste Verbindung, die bei 125,5 °C schmilzt. Phosphor(II)-iodid reagiert mit Brom zu einer Mischung aus Phosphortriiodid, Phosphortribromid und den gemischten Halogeniden PBr2I und PBrI2.A. H. Cowley, S. T. Cohen: The Iodides of Phosphorus. II. The Reaction of Bromine with Diphosphorus Tetraiodide, in: Tetrahedron Letters, 1965, 4, S. 1221–1222; .

Die Verbindung besitzt eine trikline Kristallstruktur mit der .Matthias F. Groh, Ulrike Müller, Ejaz Ahmed, Alexander Rothenberger, Michael Ruck: Substitution of Conventional High-temperature Syntheses of Inorganic Compounds by Near-room-temperature Syntheses in Ionic Liquids. In: Zeitschrift für Naturforschung B. 68, 2013, .

Verwendung Diphosphortetraiodid kann zur Synthese von Aziridinen aus Aminoalkoholen benutzt werden.H. Suzuki, H. Tani: A mild cyclization of 2-aminoalcohols to aziridines using diphosphorus tetraiodide, in: Chemistry Letters, 1984, 13, S. 2129–2130; .

Des Weiteren wird es zur Herstellung von Nitrilen aus Carbonsäuren eingesetzt.V. N. Telvekar, R. A. Rane: A novel system for the synthesis of nitriles from carboxylic acids, in: Tetrahedron Letters, 2007, 48, S. 6051–6053; .

Einzelnachweise

Kategorie:Phosphorhalogenid Kategorie:Iodverbindung