Claudia Bauer (* 1966 in Landshut) ist eine deutsche Regisseurin.
Leben Sie erhielt bis 1994 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin eine Schauspiel- und Regieausbildung und ist der Hochschule bis heute durch wiederholte Gastprofessuren an der Schauspielabteilung verbunden.
Als Regisseurin und Intendantin hat sich Claudia Bauer seit den 1990er Jahren einen Namen gemacht. Ihre Inszenierungen sind in Jena, Stuttgart, München, Halle, Schwerin, Berlin, Magdeburg, Graz und Wien zu sehen. Claudia Bauer war zwischen 2015 und 2022 feste Hausregisseurin am Schauspiel Leipzig (Intendanz: Enrico Lübbe) und wurde 2014 mit ihrer Uraufführung Und dann von Wolfram Höll zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. 2017 erhielt Bauers Leipziger Inszenierung 89/90 von Peter Richter eine erste Einladung zum Berliner Theatertreffen, 2020 ihre Leipziger Inszenierung von Süßer Vogel Jugend von Tennessee Wiliams eine weitere Einladung zum Berliner Theatertreffen.
2019 wurde Bauers Inszenierung Tartuffe oder das Schwein der Weisen am Theater Basel zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Drei Jahre später wurde Bauer mit ihrem Stück humanistää! eine abschaffung der sparten am Volkstheater Wien erneut zum Theatertreffen Berlin eingeladen.
Bauer inszenierte 2024 die deutsche Erstaufführung des Broadway-Erfolges Die Schattenpräsidentinnen im Hamburger Schauspielhaus. Die Komödie thematisiert den Alltag im Weißen Haus, wo der US-Präsident mit einem peinlichen Gesundheitsproblem konfrontiert ist und seine weiblichen Mitarbeiter – darunter die Stabschefin und die Pressesprecherin – in absurde Situationen geraten. Die ausschließlich weibliche Besetzung macht satirisch auf die Hintergrundarbeit von Frauen in politischen Machtpositionen aufmerksam.
Inszenierungen
Puppentheater Halle
1999: Faust. Eine Höllenfahrt in 13 Bildern nach Goethe u. a.
Theaterhaus Jena
2000: Woyzeck, von Georg Büchner 2000: Tarzan nach Edgar Rice Burroughs, Spielfassung: Claudia Bauer/Rainald Grebe 2000: Die Eingeborene, Franz Xaver Kroetz 2000: Nachtasyl nach Maxim Gorki 2001: Ein Sommernachtstraum. Solo Für Einen Barkeeper nach Shakespeare 2001: Fight Club nach dem Roman von Chuck Palahniuk, Fassung: Claudia Bauer/Rainald Grebe, (DE) 2001: Kasimir und Karoline, von Ödön von Horváth 2001: Triumph der Provinz von Felicia Zeller, (UA) 2002 2002: Helges Leben von Sibylle Berg/Niklaus Helbling 2002: Die Weber nach Gerhart Hauptmann, Open-Air-Spektakel zur Eröffnung der 12. Kulturarena Jena 2002: Die Überflüssigen nach dem Theaterstück Platonow von Anton Pawlowitsch Tschechow 2004: Sommernachtstraum von Shakespeare, Open-Air-Spektakel zur Eröffnung der 14. Kulturarena Jena
Neues Theater Halle 2005: Seefahrerstück von Oliver Schmaering, (UA) 2006: Parzival nach dem Roman von Adolf Muschg, Spielfassung: Claudia Bauer/Rainald Grebe 2006: Fiesco nach Schiller 2007: Medea von Euripides 2008: Leonce und Lena von Georg Büchner Diverse 2006: Hund frißt Gras von Meike Hauck, (DE), Staatstheater Stuttgart 2006: Sturm von William Shakespeare, Staatstheater Stuttgart 2007: Nibelungen von Oliver Schmaering, (UA), Staatstheater Schwerin 2007: Zur schönen Aussicht von Ödön von Horváth, Schauspiel Graz 2007: Separatisten, Thomas Freyer, Staatstheater Stuttgart 2008: Vor der Sintflut von den Gebrüdern Presnjakow (Oleg und Wladimir), (UA), Staatstheater Stuttgart 2008: Auferstehungsblues von Arthur Miller, (DE), Ruhrfestspiele Recklinghausen/Staatstheater Stuttgart 2009: Kabale und Liebe von Friedrich Schiller, Staatstheater Stuttgart 2009: Virgin Queen, Volksbühne Berlin 2009: Im Dickicht der Städte von Bertolt Brecht, Schauspielhaus Wuppertal 2009: Don Quichote von Cervantes, Theater Magdeburg 2011: Reigen von Arthur Schnitzler, Theater Magdeburg 2011: Peer Gynt von Henrik Ibsen, Schauspielhaus ChemnitzMichael Chlebusch: „Menschen in einer optionalen Welt – Peer Gynt und die Zwiebel in uns allen“ 371Stadtmagazin.de 2011: Der Balkon von Jean Genet, Theater Heidelberg 2012: Seymour oder Ich bin nur aus Versehen hier von Anne Lepper, Schauspiel Hannover 2012: Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams, Schauspielhaus Wuppertal 2012: Salome von Oscar Wilde, Theater Chemnitz 2013: Welt am Draht von Rainer Werner Fassbinder und Fritz Müller-Scherz, Schauspiel Dortmund 2013: Die Jungfrau von Orleans von Friedrich Schiller, Schauspiel Hannover 2014: Republik der Wölfe von Claudia Bauer und The Ministry of Wolves, Theater Dortmund 2014: Faust von Johann Wolfgang Goethe Konzert Theater Bern 2015: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß nach Robert Musil, Schauspiel Hannover 2015: Antonius und Cleopatra von William Shakespeare, Staatstheater Mainz 2015: Volpone oder der Fuchs von Ben Jonson, Fassung von Stefan Zweig, Schauspielhaus Graz 2016: Der Menschen Feind von PeterLicht nach Molière, (UA), Theater Basel 2017: Amerika von Franz Kafka, Schauspiel Hannover 2017: Schlaraffenland von Philipp Löhle, (UA), Theater Basel 2017: Faust :: Mein Brustkorb : Mein Helm von Werner Schwab, (ÖE), Schauspielhaus Graz 2018: Tartuffe oder Das Schwein der Weisen von PeterLicht nach Molière, Theater Basel 2018: Die Zofen von Jean Genet, Theater Bonn 2019: Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui von Bertolt Brecht, Schauspiel Hannover 2019: Maria Stuart von Friedrich Schiller, Nationaltheater Mannheim 2019: Germania von Heiner Müller, Volksbühne Berlin 2019: Der eingebildete Kranke oder das Klistier der reinen Vernunft Peter Licht nach Molière, Residenztheater München 2020: Mephisto nach Klaus Mann, Schauspiel Frankfurt 2021: Metamorphosen [overcoming mankind] nach Ovid & Kompliz*innen, Volksbühne Berlin 2021: Die rechtschaffenen Mörde nach Ingo Schulze, Staatsschauspiel Dresden 2021: humanistää! nach Ernst Jandl, Volkstheater Wien 2022: Der diskrete Charme der Bourgeoisie nach Luis Buñuel, Schauspiel Frankfurt 2022: Hoffmanns Erzählungen, Jacques Offenbach, Staatstheater Kassel 2022: Valentiniade. Sportliches Singspiel mit allen Mitteln, von und nach Karl Valentin und mit Texten von Michel Decar, Residenztheater München 2024: Die Schattenpräsidentinnen, Deutsches Schauspielhaus 2025: Warten auf Godot, von Samuel Beckett, Residenztheater München
Schauspiel Leipzig
2013: Und dann von Wolfram Höll, (UA) 2015: Splendid’s von Jean Genet 2015: Die Ermüdeten oder Das Etwas, das wir sind von Bernhard Studlar, (UA) 2016: Metropolis nach Thea von Harbou und Fritz Lang 2016: 89/90 von Peter Richter 2017: geister sind auch nur menschen von Katja Brunner, (DE) 2018: König Ubu von Alfred Jarry 2019: Süßer Vogel Jugend von Tennessee Williams 2020: Meister und Margarita von Michail Bulgakow 2021: Die Rättin nach Günter Grass
Auszeichnungen 2022: Nestroy-Theaterpreis – Auszeichnung in den Kategorien Beste Regie und Beste deutschsprachige Aufführung für humanistää! – eine abschaffung der sparten am Volkstheater
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Nestroypreisträger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Frau