Inglourious Basterds (absichtliche Falschschreibung für , siehe unten) ist ein US-amerikanisch-deutscher kontrafaktischer Kriegsfilm von Quentin Tarantino. Der Film erschien 2009 und entwickelte sich zu Tarantinos bis dato größtem Erfolg an den Kinokassen.
Handlung Kapitel 1: Es war einmal im von Nazis besetzten Frankreich 1941: Der Hof des Milchbauern Perrier LaPadite wird von Hans Landa, einem „Oberst der SS“,In der SS gab es keinen Dienstgrad „Oberst“, Landa steht im Rang eines SS-Standartenführers, was dem Rang eines Obersts entspricht. Die englische Sprache hat keine Übersetzung für diese NS-Terminologie. Landa wird im Original als Colonel (deutsch „Oberst“) bezeichnet, in den deutschsprachigen Szenen mal als „Oberst“ (von Bridget von Hammersmark und vom Soldaten in der 1. Szene), mal als „Standartenführer“ (von Raine, Frederick und ihm selbst), in den französischsprachigen als „colonel“ und in der italienischsprachigen Szene als „colonnello“. In der deutschen Synchronisation wird er durchweg als „Oberst“ bezeichnet. einer Inspektion unterzogen. Der auf das Auffinden von versteckten Juden spezialisierte Landa vermutet, dass der Bauer die seit der deutschen Besetzung Frankreichs verschwundene jüdische Familie Dreyfus versteckt – Milchbauern aus der Nachbarschaft. In einem zunächst sehr höflichen, im weiteren Verlauf aber immer perfideren Gespräch erweckt Landa beim Bauern die Angst, er wisse genau Bescheid. Gleichzeitig bietet Landa ihm an, seine Familie zu verschonen und darüber hinaus sogar zu belohnen, wenn er kooperiere. Schließlich verliert der Bauer die Fassung und verrät das Versteck der Familie. Daraufhin eröffnen Landas SS-Männer das Feuer auf die unter den Fußbodendielen kauernde Familie. Als einzige Überlebende lässt Landa die Tochter Shosanna entkommen.
Kapitel 2: Inglourious Basterds In einer britischen Kaserne stellt der von Jim Bridger und Indianern abstammende Lieutenant Aldo Raine eine jüdische Kampftruppe zusammen. Diese wird hinter den feindlichen Linien in Frankreich abgesetzt, um so viele „Nazis in Uniform“ wie möglich zu töten. Lieutenant Raine verlangt seinen Männern zusätzlich ab, die Leichen nach der Vorgehensweise seiner indianischen Vorfahren zu skalpieren. Der Einheit gelingt die Landung, die Männer beginnen, das deutsche Heer durch Guerilla-Aktionen zu dezimieren, und begehen dabei zahlreiche Kriegsverbrechen, was ihnen unter den deutschen Soldaten den Namen Basterds einbringt. Um Berichte ihrer Taten und damit die Furcht vor den Basterds zu verbreiten, lassen sie einige Soldaten am Leben; Lieutenant Raine ritzt diesen jedoch vorher ein Hakenkreuz in die Stirn, um sie für immer als Nazis zu kennzeichnen, auch wenn sie ihre Uniform ablegen sollten.
Kapitel 3: Deutscher Abend in Paris 1944: Shosanna Dreyfus betreibt unter dem Decknamen Emmanuelle Mimieux ein Kino in Paris. Shosanna und ihr dunkelhäutiger französischer Angestellter und Liebhaber Marcel haben das leerstehende Kino vor den Flammen gerettet. Die Geschichte, dass das Kino von Shosannas Tante vererbt sei, dient als Tarnung gegenüber den Nazis. Sie erweckt das Interesse des an Kinofilmen interessierten deutschen Scharfschützen Fredrick Zoller. Dieser ist zu Ruhm gelangt, indem er, von seiner Truppe abgeschnitten, von einem Glockenturm aus 250 feindliche Soldaten im Laufe von drei Tagen erschossen hat, bevor sich die verbliebenen 50 Soldaten zurückzogen. Dies wurde als deutscher Propagandafilm Stolz der Nation mit Zoller in der Hauptrolle verfilmt und soll nun in Paris uraufgeführt werden.
Zoller überredet Goebbels, die im Ritz geplante Uraufführung in Emmanuelles Kino zu verlegen. Als diese erfährt, dass hohe Nazis anwesend sein werde und als Chef für die Sicherheit ausgerechnet Hans Landa, fasst sie den Entschluss, zusammen mit Marcel das Kino während der Vorführung in Brand zu setzen, um alle Anwesenden zu töten.
Kapitel 4: Operation Kino Der britische Lieutenant Hicox erhält vom Alliierten Oberkommando den Befehl, sich den Basterds anzuschließen und sich mit der deutschen Schauspielerin Bridget von Hammersmark zu treffen, die als Agentin für die Alliierten arbeitet. Sie arbeiten den Plan aus, dass sich von Hammersmark, Hicox und die beiden deutschen Mitglieder der Basterds Zugang zu der Premiere in Shosannas Kino verschaffen sollen, um dieses mitsamt dem angekündigten Adolf Hitler in die Luft zu sprengen. Bei ihrem Treffen im Kellergeschoss einer französischen Taverne werden sie jedoch von SS-Sturmbannführer Hellstrom enttarnt. Es kommt zu einer Schießerei, in der alle Anwesenden außer von Hammersmark und einem deutschen Soldaten namens Wilhelm sterben. Von Hammersmark wird jedoch angeschossen. Nachdem der deutsche Soldat, zunächst von Aldo Raine beruhigt, seine Waffe weggelegt hat, erschießt ihn von Hammersmark. Für die Operation Kino wird nun eine neue, jedoch schwächere Tarnung erstellt, und zwar von Bridget von Hammersmarks neuer Begleitung in Form eines italienischen Filmstabs, der aus Raine, Donowitz und Ulmer besteht, einem weiteren Basterd. Unterdessen stellt Landa in der Taverne einen Damenschuh sowie ein Autogramm auf einem Taschentuch der von Hammersmark sicher, um welches Soldat Wilhelm sie gebeten hatte. Beides weist auf sie als feindliche Agentin hin, da sie sich nicht unter den Toten befindet.
Kapitel 5: Die Rache des Riesengesichts Shosanna hat ihre Vorbereitungen für die Brandstiftung im eigenen Kino abgeschlossen und betritt dessen Vorraum. Die Basterds erscheinen, als italienischer Filmstab getarnt, zusammen mit Bridget auf der Premierenfeier. Zwei der Basterds, den „Bärenjuden“ DonowitzCristina Nord: Hitler kaputt. Jüdische Allgemeine vom 28. Mai 2009. und Omar, schickt Landa auf ihre Sitzplätze, während Raine und Bridget von Landa in der Vorhalle festgehalten werden. Denn er hat – gut italienisch sprechend – die angeblichen Italiener inzwischen enttarnt. Nachdem Landa Bridget im Büro des Kinos offen des Verrats beschuldigt hat, erwürgt er sie und lässt Raine sowie Utivich gefangen nehmen. Landa unterbreitet Raine ein Angebot: Er sieht durch die Landung der Alliierten in der Normandie das Ende des Kriegs kommen und lässt den beiden im Kino verbliebenen Basterds freie Hand für die Durchführung des Attentats. Im Gegenzug fordert er Amnestie für die von ihm begangenen Verbrechen sowie materielle Güter und neben der US-amerikanischen Staatsbürgerschaft die Medal of Honor. In der Geschichtsschreibung soll später vor allem er als Initiator der Operation Kino und Beender des Zweiten Weltkriegs gelten. Das Alliierte Oberkommando stimmt über Funk den Forderungen zu. Anschließend fahren Landa, sein Funker, Raine und Utivich zur Front, wo sich Landa offiziell ergeben will.
Im Kino hat die Premiere begonnen. Marcel verbarrikadiert die Ausgänge des Kinosaals. Während der Vorstellung geht Zoller in den Projektorraum zu Shosanna, um erneut einen privaten Kontakt zu ihr zu finden. Um ihr Vorhaben nicht zu gefährden, schießt sie ihn nieder, wird dann aber von Zoller kurz vor seinem Tod ebenfalls erschossen. Unterdessen wird der Propagandafilm durch eine hinzugeschnittene Großaufnahme von Shosannas Gesicht unterbrochen. In dieser Szene enthüllt sie ihre jüdischen Wurzeln und gibt Marcel den Auftrag, das Kino anzuzünden, was dieser dann auch tut, indem er mit dem leicht entzündbaren Archiv an Nitrofilmrollen des Kinos die Leinwand zum Brennen bringt. Während unter den Gästen Panik ausbricht, stürmen die zwei im Kino verbliebenen Basterds die Loge, erschießen Hitler, Goebbels sowie weitere Regierungsmitglieder und feuern anschließend mit den Maschinenpistolen der zuvor getöteten Wachen auf die im Zuschauerraum eingeschlossenen Gäste. In den Rauch des Feuers wird noch immer das Gesicht Shosannas projiziert, das von der jüdischen Rache an den Nazis kündet. Anschließend explodieren die Sprengsätze der Basterds und zerstören das gesamte Kino.
Unterdessen erreichen Raine und Landa die Front. Landa und sein Funker ergeben sich wie geplant, Raine erschießt jedoch den Funker und lässt ihn von Utivich skalpieren. Da er Landa nicht ungeschoren davonkommen lassen will, ritzt er auch ihm als dauerhaftes Schandmal ein Hakenkreuz in die Stirn.
Produktion Entstehungsgeschichte Ende der 1990er Jahre bis Anfang 2000 verfasste Autorenfilmer Quentin Tarantino mehrere Drehbücher, darunter Inglourious Basterds. Der Film sollte im Zweiten Weltkrieg spielen. Im Oktober 2001 gab Tarantino erste Einblicke in das Drehbuch: „Es ist mein Haufen-von-Kerlen-mit-einer-Mission-Film. Es ist meine Version von Das dreckige Dutzend, Agenten sterben einsam und Die Kanonen von Navarone.“ Eine weitere Inspiration war Hitler – Dead or Alive, ein amerikanischer Propagandafilm aus dem Jahre 1942, in dem Hitler (gespielt vom Schauspieler Bobby Watson) wie in Inglourious Basterds ein vorzeitiges fiktives Ende findet.
Anfänglich war der Film als Western vorgesehen, entwickelte sich jedoch zu einer Art von Zwei glorreiche Halunken aus dem Zweiten Weltkrieg im von Nazis besetzten Frankreich. Der Inhalt wurde erneut geändert, und Tarantino sah für kurze Zeit als zentralen Bestandteil des Films zwei Einheiten der US Army vor.
Michael Madsen, der schon in Tarantinos Reservoir Dogs und Kill Bill gespielt hatte, sollte eigentlich eine Hauptrolle in Inglourious Basterds spielen, dessen Erscheinen für 2004 angesetzt war. 2002 hatte Tarantino bereits drei Drehbücher nahezu fertiggestellt, als er behauptete, der Film sei eine seiner besten Autorenleistungen, trotzdem finde er zu keinem Ende. Also machte er sich erst einmal daran, mit Uma Thurman den Zweiteiler Kill Bill zu drehen. Nachdem er dieses Projekt beendet hatte, kürzte er das Drehbuch zu Inglourious Basterds, das zu diesem Zeitpunkt einen Umfang von 222 Seiten hatte und nach seiner Meinung für drei Filme gereicht hätte. Die 2005er Version handelte von Soldaten, die der Exekution entkommen waren und nun die Alliierten unterstützen wollten.
Um den Film als Italowestern anzulegen, suchte Tarantino nach geeigneten Schauplätzen. Insbesondere war er darauf aus, Teile in einem spanischen Lokal zu drehen, wie man es in dieser Art von Western gewohnt ist, als Gaststätte für Amerikaner im Niemandsland. Vor allem gefiel ihm daran, dass er bei einem derartigen Film neben Musik von den Andrews Sisters und Édith Piaf auch musikalische Elemente wie Rap einsetzen könnte. Tarantino kündigte an, es werde episch, barbarisch und rassistisch, auf Seiten der Amerikaner ebenso wie auf Seiten der Nazis. Den Film wollte Tarantino in zeitlicher Nähe zum D-Day ansiedeln. Im November 2004 entschied er sich allerdings dafür, das Projekt erneut zurückzustellen. Er begann stattdessen mit der Produktion von Death Proof – Todsicher. Nach der Promotiontour zu Death Proof widmete er sich wieder Inglourious Basterds. Er setzte sich mit der Weinstein Company zusammen, um einen offiziellen Drehbeginn zu vereinbaren.
Im Juli 2008 entschieden sich Regisseur und Produktionsfirma, den Zeitplan so anzulegen, dass der Film 2009 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes laufen könnte. Die Weinstein Company willigte ein, den Film mitzufinanzieren und in den Vereinigten Staaten zu vertreiben. Mit den Universal Pictures wurde ausgehandelt, dass sie mit ihrem neu gegründeten International Studio den Rest finanzieren und den Film international vermarkten würden. Einen Teil der Produktionskosten übernahm die Firma Zehnte Babelsberg Film, ein Tochterunternehmen der Studio Babelsberg AG.
Ende Juli 2008 reiste Quentin Tarantino zu Vorbereitungen nach Berlin. Seine Anwesenheit bewirkte großes mediales Interesse; so warteten beispielsweise stets mehrere Paparazzi vor seinem Hotel, und die Zeitungen berichteten fast täglich von neuen Spekulationen über Film und Darsteller. Eine feste Darstellerliste gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, bestätigt waren lediglich Brad Pitt, Eli Roth und B. J. Novak. mini|hochkant|Das Drehbuch tauchte im August 2008 im Internet auf