Obere Walkmühle (fränkisch: Äjba-walkmilE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 149. Dort folgendermaßen transkribiert: „ęibəʳwalkmil“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Sachsen bei Ansbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Obere Walkmühle liegt in der Gemarkung Ratzenwinden.

Geografie Die Einöde liegt am Büchenbach, einem rechten Zufluss der Fränkischen Rezat. Im Norden grenzt das Bergholz an. Es führt eine Gemeindeverbindungsstraße an der Unteren Walkmühle vorbei nach Steinbach (1,6 km nördlich) bzw. nach Ratzenwinden (0,3 km südlich).

Geschichte Die Mühle wurde 1715 erbaut und erst seit 1746 als Walkmühle betrieben.G. Rusam: Geschichte der Pfarrei Sachsen und der zugehörigen Orte, S. 387. Da die circa 500 Meter flussabwärts errichtete Mühle bereits 1719 zum Walken eingesetzt wurde, bürgerte sich die Unterscheidung zwischen unterer und oberer Walkmühle ein, so z. B. 1809 belegt als „obere Walckmühle“. Daneben wurden auch beide Mühlen als „Ratzenwinderwalkmühle“ (1818) 2 Mühlen mit 6 Einwohnern. bzw. „Razenwinderswalkmühlen“ (1832) bezeichnet.: „Razenwinderswalkmühlen, 2 Mühlen mit 2 H[äusern] und 6 E[inwohnern], bei Ratzenwinden, im L[an]dg[ericht] Ansbach.“ Von der ursprünglichen Mühle ist heute nichts mehr erhalten.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Obere Walkmühle zur Realgemeinde Ratzenwinden. Sie hatte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Obere Walkmühle bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 10 des Ortes Ratzenwinden.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 900. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1006.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurden die Ratzenwinderwalkmühlen dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Brodswinden und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Brodswinden zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.

Am 10. August 1836 wurden die Ratzenwinderwalkmühlen in die neu gebildete Gemeinde Ratzenwinden umgemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 949. Diese wurde am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Sachsen bei Ansbach eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 5 8 6 5 3 8 4 7 5HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1840 werden diese als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude bezeichnet. 1 1 1 1 1 1 1Quelle

Religion Obere Walkmühle ist evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Alban (Sachsen bei Ansbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannes (Lichtenau) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Sachsen bei Ansbach Kategorie:Gegründet 1715 Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Ansbach