mini|Läufer kurz nach dem Start auf der Verrazano-Narrows-Brücke beim New-York-City-Marathon 2005 mini|Läufer im Central Park beim New-York-City-Marathon 2005 Der New-York-City-Marathon (umgangssprachlich auch New-York-Marathon; mit vollem Namen TCS New York City Marathon nach dem Hauptsponsor Tata Consultancy Services) ist ein Marathon, der am ersten Sonntag im November in New York City stattfindet. Er wird seit 1970 jährlich von der Organisation New York Road Runners veranstaltet.

Er zählt neben dem Boston-Marathon und dem Chicago-Marathon zu den wichtigsten und größten Laufveranstaltungen in den USA und hat sich 2006 mit diesen beiden Veranstaltungen sowie dem London-Marathon und dem Berlin-Marathon zu den World Marathon Majors zusammengeschlossen.

2016 wurde mit 51.394 Finishern bei insgesamt 51.999 Startern ein Teilnehmerrekord aufgestellt. 2019 waren es 53.639 Teilnehmer (laut runnersworld). Er ist damit, abgesehen von der 50. Ausgabe des Berlin-Marathons im Jahr 2024, bei dem 53.994 Finisher ins Ziel gingen, der teilnehmerstärkste Marathon der Welt.

Anfänglich eine kleine Veranstaltung im Central Park mit wenigen hundert Läufern, wurde der Marathon 1976 aus Anlass der Feierlichkeiten zum 200-jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten erstmals auf alle fünf New Yorker Stadtbezirke erweitert. Dies war so erfolgreich, dass er seither jedes Jahr in dieser Form stattfindet. Im Jahr 2012 musste er wegen der Folgen des Hurrikans Sandy zwei Tage vor dem Start abgesagt werden. Im Jahr 2020 wurde der Marathon aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt.

In den ersten Jahren Mitte September veranstaltet, fand er 1976 bis 1985 Ende Oktober statt. Seit 1986 hat er seinen heutigen Termin, das ist der erste Sonntag im November. Ausnahmen waren 1993 und 1995, als er erst am zweiten Sonntag im November stattfand.

Der Veranstaltung wurde 2014 der Prinz-von-Asturien-Preis zugesprochen.

Strecke mini|Streckenverlauf 2013, in ähnlicher Form schon seit 1976 verwendet Der New-York-Marathon verlief in seinen frühen Jahren komplett im Central Park. Seit 1976 ist er so angelegt, dass er durch alle fünf Stadtbezirke geht. Er beginnt auf Staten Island und verläuft in der ersten Hälfte fast komplett in Brooklyn, wechselt dann nach Queens, bis er dann erstmals nach Manhattan kommt. Nach einem kurzen Abschnitt in der Bronx kehrt er nach Manhattan zurück, wo sich auch das Ziel befindet.

Direkt nach dem Start bei Fort Wadsworth auf Staten Island laufen die Teilnehmer auf die Verrazzano-Narrows Bridge mit einer Spannweite von 3 km, wo sich auch der höchste Punkt der Strecke befindet. Danach geht es durch Brooklyn, wo man zwischen Meile 4 (6,3 km) und Meile 8 (12,9 km) auf der 4th Avenue fast nur geradeaus läuft. Über die Pulaski Bridge, auf deren Auffahrrampe sich der Halbmarathonpunkt (21,0975 km) befindet, geht es nach Queens. Von diesem Stadtteil gelangt man auf die Queensboro Bridge, die nach Manhattan und auf die First Avenue führt. Dort geht es rund 5,5 km Richtung Norden und über die Willis Avenue Bridge in die Bronx. Nach etwas über einer Meile geht es über die Madison Avenue Bridge wieder zurück nach Manhattan durch den Stadtteil Harlem auf die Fifth Avenue. Nun läuft man an der Museumsmeile New Yorks entlang zur Ostseite des Central Park. Nahe dem Guggenheim-Museum wechseln die Läufer auf den East Drive im Park selbst, bis sie kurzzeitig wieder den Park verlassen und über Central Park South laufen, wo besonders viele Zuschauer für Stimmung sorgen. Danach geht es am Columbus Circle zurück in den Central Park, dem Ziel an der Tavern on the Green entgegen. 12.000 Helfer sind dabei im Einsatz, um die mehr als 50.000 Läufer zu betreuen.

Insgesamt sind fünf Brücken auf der Strecke zu überqueren. Es ist ein anspruchsvoller Marathon, der im Vergleich zu den großen Marathons in Deutschland wie Berlin, Hamburg, Frankfurt oder Köln im Elitefeld rund zwei Minuten und von Freizeitläufern etwa fünf bis zehn Minuten langsamer gelaufen wird.

Wegen der großen Teilnehmerzahl wird mittlerweile in vier Wellen (von 2008 bis 2011 in drei Wellen) mit etwa 30 Minuten Abstand gestartet. In jeder Welle gibt es drei Startspuren, die erst bei Meile 8 (12,9 Kilometer) endgültig vereinigt werden. Die professionellen Läuferinnen starten separat schon einige Zeit vor den Hauptwellen, ebenso die Teilnehmer in der Rollstuhlklasse. Die professionellen Läufer starten an der Spitze der ersten Hauptwelle.

Änderungen an der Strecke sind selten. 2026, zum 50. Jubiläum der Erweiterung der Strecke auf die vier Stadtbezirke, wurde zum ersten Mal seit 15 Jahren eine kleine Veränderung vorgenommen. Die Strecke in der Bronx wurde etwas vereinfacht und die Läufer müssen dort nur noch fünfmal statt siebenmal abbiegen. Der Hintergrund ist vor allem, dass ein Lebensmittelgeschäft in diesem Gebiet durch den vorigen Streckenverlauf weitgehend abgeschnitten wurde. Da die entsprechende Gegend wenige andere Geschäfte dieser Art hat, stellte dies eine Beeinträchtigung der Versorgung der lokalen Bevölkerung dar.

Geschichte Anfänge im Central Park Am ersten Marathonlauf am 13. September 1970 nahmen 127 Teilnehmer teil, von denen lediglich 55 das Ziel erreichten. Unter den Teilnehmern war nur eine Frau Nina Kuscsik, die jedoch angeschlagen aufgeben musste, so dass es nur einen männlichen Sieger gab.

Der niedrige Anteil der Finisher blieb noch einige Jahre bestehen. Erst seit 1979 kommen regelmäßig 90 % und mehr der angemeldeten Läufer ins Ziel.

Die Teilnehmerzahlen stiegen langsam weiter: 1971 waren schon 245 Läufer am Start, 1974 dann schon über 500. Bis 1975 fand der Marathon im Central Park statt, wo vier Runden absolviert wurden. Dies verursachte zunehmend organisatorische Probleme, da es mit höheren Teilnehmerzahlen schwieriger wurde, die Rundenzählung für jeden Läufer durchzuführen.

Ausweitung auf alle fünf Stadtbezirke Im Vorfeld des Marathons 1976 kam der Vorschlag auf, aus Anlass des 200-jährigen Jubiläums der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung den Marathon durch alle fünf New Yorker Stadtbezirke zu führen. Dies war umstritten, da New York damals stark von Kriminalität betroffen war und viele der zu durchlaufenden Stadtteile als gefährlich galten. Die gewählte Strecke glich in Grundzügen der heutigen. Die Veränderung brachte einen Anstieg der Teilnehmerzahlen von 534 auf über 2000 mit sich. Trotz der Befürchtungen kam es zu keinen negativen Vorfällen. Neben positiver Resonanz in den Medien fand der Lauf in der Bevölkerung große Beachtung. Daher wurde die Streckenführung in den folgenden Jahren beibehalten.

Die Teilnehmerzahlen stiegen rasant. 1979 waren erstmals mehr als 10.000 Läufer im Ziel, 1985 dann über 15.000. Zunehmend spielten organisatorische Begrenzungen eine Rolle bei der Teilnehmerzahl, so dass es seither zu Beschränkungen der Teilnehmerzahl und der Anwendung von Auswahlverfahren kommt. Die Größe des Kontingents wurde immer weiter erweitert: 1987 waren erstmals über 20.000 Läufer im Ziel, 1997 überschritt man die 30.000, 2009 die 40.000 und 2013 schließlich die 50.000. Die Zuschauerresonanz stieg erheblich, auch wenn die vom Veranstalter genannte Zahl von zwei Millionen Schaulustigen weit übertrieben sein dürfte.

Im Jahr 1992 wurde eine eigene Klasse für Rennrollstühle und Handbikes eingeführt. Bis 1999 wurden beide Geräte gemeinsam gewertet, seither in separaten Klassen.

Schlüsselfigur Fred Lebow mini|hochkant|Straßenschild Ecke 89. Straße und 5. Avenue in New York City mit der Bezeichnung Fred Lebow Place Ein erheblicher Teil dieses Erfolges ist dem 1994 verstorbenen Organisator Fred Lebow zuzuschreiben, der als umtriebiger Vorsitzender der New York Road Runners und Renndirektor des Marathons mit immer neuen Ideen den Laufsport in New York und damit auch den Marathon förderte. Er nahm 1970 und 1971 selbst teil, konnte dies dann aber nicht mehr aufgrund der zunehmenden Belastung durch die Organisation des Laufs. Er wirkte auch maßgeblich bei der Erweiterung des Laufs auf alle fünf Stadtbezirke mit, die den Grundstein für den großen Erfolg der Veranstaltung legte. Beim New-York-City-Marathon 1992, zwei Jahre nachdem ein Gehirntumor bei ihm festgestellt worden war, nahm er zum dritten und letzten Mal selbst als Läufer teil. Zu seinen Ehren wurde ein Denkmal geschaffen, das seinen regulären Standort auf Höhe der 90. Straße nahe der Zentrale der New York Road Runners direkt an einem Laufpfad des East Drive im Central Park hat. Jedes Jahr zum Marathon wird es zur Ziellinie bei der Tavern on the Green versetzt, um dort die Finisher zu begrüßen, ähnlich wie es Lebow zu seinen Lebzeiten selbst tat. Die Straßenecke nahe dem regulären Standort der Statue wurde zu seinen Ehren mit der Bezeichnung „Fred Lebow Place“ versehen.

Nach 2000: Sponsoren und erste Absage Bis 2002 hatte der Lauf verschiedene Sponsoren, aber trug keinen Sponsorennamen im Titel. Im Jahr 2003 wurde er in „ING New York City Marathon“ nach dem neuen Hauptsponsor ING Groep umbenannt. Am 4. November 2013, am Tag nach dem Marathon, übernahm Tata Consultancy Services als Hauptsponsor, weswegen der Lauf seit 2014 „TCS New York City Marathon“ heißt.

2007 fand am Vorabend des New-York-City-Marathons das Ausscheidungsrennen des US-Leichtathletikverbandes für die Olympischen Spiele 2008 im Central Park statt. Die Fahrkarten nach Peking sicherten sich auf dem welligen Kurs Ryan Hall, Dathan Ritzenhein und Brian Sell. Überschattet wurde das Rennen durch den Herztod des Mitfavoriten Ryan Shay, der bei km 9 zusammenbrach.

Im Jahr 2012 musste der Lauf zum ersten Mal abgesagt werden. Nach dem Hurrikan Sandy 2012 war von Seiten der Veranstalter und dem Bürgermeister angenommen worden, den Lauf wie geplant durchzuführen. Da der Sturm aber zahlreiche Opfer gefordert hatte und nach wie vor weite Teile der Stadt im Ausnahmezustand waren, gab es starke Kritik an der geplanten Ausrichtung des Marathons. Er wurde schließlich am 2. November, zwei Tage vor dem geplanten Datum, abgesagt. Einige der angemeldeten Teilnehmer und Helfer, die sich unter anderem zu Getränke- und Medaillenausgabe bereit erklärt hatten, halfen stattdessen bei den Aufräumarbeiten, während andere sich zu einem informellen Marathon im Central Park versammelten. Ein Vorwurf gegen die Veranstalter und die Entscheidungsträger der Stadt New York war, die Absage zu spät vorgenommen zu haben, um nicht die Einnahmen durch die anreisenden Läufer zu verlieren. Die Kontroversen um die Absage des Marathons und den Zeitpunkt der Bekanntgabe dieser Entscheidung dauerten noch eine Weile an. Als Reaktion darauf wurden allen angemeldeten Teilnehmern des Laufs drei Möglichkeiten angeboten: eine Rückzahlung der Startgebühren, ein Startplatz im New-York-City-Halbmarathon 2013 oder ein Startplatz zum Marathon im Jahr 2013, 2014 oder 2015. 19.000 der registrierten Teilnehmer von 2012 wählten einen Startplatz im Marathon von 2013.

Zweite Absage wegen der COVID-19-Pandemie Im Jahr 2020 musste der Marathonlauf erneut abgesagt werden, da für Sportler, Helfer und Zuschauer erhebliche Sicherheits- und gesundheitliche Bedenken infolge der COVID-19-Pandemie bestanden. Den angemeldeten Läufern wurde angeboten, entweder die Startgebühr zurückzuerhalten, an einem der Marathons in den Jahren 2021–23 teilzunehmen oder das Startgeld an ein Förderprogramm der NYRR zu spenden.Ankündigung der Absage mit angebotenen Alternative, 24. Juni 2020 Von 17. Oktober bis 1. November 2020 fand ein virtueller Marathon statt, an dem Läufer in der ganzen Welt auf ihren eigenen Marathonstrecken teilnehmen konnten.