mini|hochkant=0.7|Wappen derer von Adelebsen. Adelebsen (auch Adelepsen oder Adelips) ist der Name eines alten edelfreien Braunschweiger Adelsgeschlechts. Die Herren von Adelebsen gehörten zum Göttinger Uradel.

Geschichte Herkunft Ursprünglich war die Familie in Wibbecke ansässig und nannte sich von Wibbecke. Als erster Angehöriger erscheint im Jahre 1111 der Ritter Bertholdus miles de WicbikeManfred Stimming :Mainzer Urkundenbuch. Band 1: Die Urkunden bis zum Tode Erzbischof Adalberts I. (1137). In: Arbeiten der Historischen Kommission für den Volksstaat Hessen. Darmstadt 1932, Nr. 478. Reprint: Hrsg. Hessische Historische Kommission Darmstadt, Darmstadt 1972. urkundlich. Nach der Übersiedlung auf die Burg Adelebsen werden die Brüder viri nobiles et honesti Thitmarus et Bodo frateres de AdelevessenEdmund Freiherr von Uslar-Gleichen: Beiträge zur Familiengeschichte. Hannover 1888, S. 362. 1234 erstmals in Urkunden erwähnt. Sie benannten sich nach ihrem Stammsitz,Vgl. Wilhelm Görges (Hrsg.): Vaterländische Geschichten und Denkwürdigkeiten der Vorzeit. Dritter Jahrgang, Friedrich Martin Meinecke, Braunschweig 1845, S. 137 f. der Burg Adelebsen bei Adelebsen an der Schwülme.

mini|181px|Burg Adelebsen ursprünglicher Stammsitz der Familie.

Wie Thitmar und Bodo erscheinen in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zwei Bertolde als nobiles, Edelherren. Sie waren mit weiteren bedeutenden Geschlechtern aus dieser Gegend, so unter anderen von Plesse, von Schwalenberg und von Schladen, verschwägert.

Ausbreitung und Besitzungen Außer ihrem Besitz zu Adelebsen konnten Mitglieder der Familie schon früh die Pfalz Grona und die dazugehörige Herrschaft Grone bei Göttingen als Reichslehen erwerben. Aber bereits Ende des 14. Jahrhunderts fielen diese Besitzungen an die Stadt Göttingen. Der älteste Calenbergische Lehenbrief ist aus dem Jahr 1347.

1305 kam es zu einer Fehde mit Heiligenstadt. Angehörige wurden Burgmannen zu Burg Hardenberg bei Northeim, zu Lipperode bei Lippstadt und Amtmänner zu Rusteberg bei Göttingen. Später wurden Zweige der Familie, vor allem in der Göttinger Gegend, zu Duderstadt, Edingen, Güntersen, Lerne, Minnigerode, Moringen, Obernfeld, Schwiegershausen, Lehne zu Berenshausen und Westerode besitzlich. Das 1856 gestiftete Fideikommiss Adelebsen wurde aufgelöst und zum Teil in die Stiftung Burg Adelebsen überführt.

Die Herren von Adelebsen gehörten zum ritterschaftlichen Adel im Calenberger Land und standen in neuerer Zeit in herzoglich braunschweig-lüneburgischen bzw. kurfürstlich hannoverschen Diensten. Sie erhielten hohe Staats- und Hofämter und stellten zahlreiche Offiziere in der königlich-hannoverschen Armee.

Mit dem am 1. Dezember 1957 verstorbenen Landschaftsrat Georg Freiherrn von Adelebsen ist die Familie im Mannesstamm erloschen.

Standeserhebungen Georg von Adelebsen, Fideikommissherr auf Adelebsen, wurde am 30. Juni 1903 zu Kiel durch Diplom in den preußischen Freiherrenstand erhoben. Der Titel in Primogenitur war laut Allerhöchste Kabinettsorder, Berlin 27. Januar 1903, an den Besitz des Fideikommiss gebunden.A. Freiherr von Houwald: Brandenburg-Preußische Standeserhebungen und Gnadenakte für die Zeit 1873-1918. C. A. Starke Verlag, Görlitz 1939, S. 136.

Wappen Stammwappen Das Stammwappen ist gespalten und zweimal geteilt, rechts Blau-Silber-Blau, links Silber-Blau-Silber. Auf dem Helm zwei Büffelhörner, die wie der Schild geteilt sind. Die Helmdecken sind blau-silbern.

Historische Wappenbilder

Orts- und Gemeindewappen Elemente und Farben aus dem Wappen der Familie Adelebsen erscheinen noch heute in einigen niedersächsischen Ortswappen.

Personen Otto Heinrich von Adelebsen († 1751), Königlich Großbritannischer u. Kurhannoverischer Generalmajor Dietrich August von Adelebsen (1683–1758), königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Generalmajor u. Rittergutsbesitzer Friedrich von Adelebsen (1728–1791), hessen-kasselischer Generalmajor Friedrich Bodo Borries Ernst von Adelebsen (1790–1863), 1. Fkherr. auf Adelebsen, 1819 Ritter d. Königlich Preußischen St. Johanniter-Orden, kgl. hann. Rittmeister, 1859 Landrat Fstl. Kalenberg-Göttingen-Grubenhagena. D. u. EhrenritterListe der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Orden St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. 1859. Martin Berendt, Berlin 1859, S. 15. d. Johanniterordens Reinhard von Adelebsen (1826–1883), Gutsbesitzer, deutscher Offizier, Reichstagsabgeordneter; Sohn d. Vorigen

Siehe auch Liste deutscher Adelsgeschlechter/A

Literatur Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band I, Band 53 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1972, , S. 1. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. A (Uradel). 1952. Band I, Band 4 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1952, , S. 1. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der DAG. Teil A (Uradel). 1942. Jahrgang 92, Justus Perthes, Gotha Nov. 1941, S. 1. Otto Hupp: Münchener Kalender 1926. Verlagsanstalt Buch u. Kunstdruckerei AG, München / Regensburg 1926. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1922. Jahrgang 23, Justus Perthes, Gotha Nov. 1921, S. 1 f. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1904. Jahrgang 54, Justus Perthes, Gotha Nov. 1903, S. 1. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1904. Jahrgang 5, Justus Perthes, Gotha Nov. 1903, S. 1 f. Deutsche Adelsgenossenschaft (Hrsg.), Marcelli Janecki (Red. zug.): Jahrbuch des Deutschen Adels, Band 1, Vaterländische Verlagsanstalt, Verlag W. T. Bruer, Berlin 1896, S. 1– S. 1 ff. Rudolf Eckart: Geschichte von Adelebsen. Nach archivalischen Quellen.Heinrich Weise: Hinrich` Fünfjahrs-Katalog. Der im deutschen Buchhandel erschienenen Bücher, Zeitschriften, Landkarten etc. Titelverzeichnis und Sachregister. Neunter Band 1891 bis 1895. Selbstverlag, Leipzig 1896, S. 290. In: Theodor Eckart: Geschichte südhannoverscher Burgen und Klöster. Band V, G. Reusche-Verlag Bernhard Franke, Leipzig 1895. Titel. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 1, Friedrich Voigt’s Buchhandlung, Leipzig 1859, S. 11.

Weblinks

Wappen des Geschlechts v. Adelebsen in Johann Siebmachers Wappenbuch

Einzelnachweise

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