Das Süderbergland, zuweilen auch als Südergebirge und Bergisch-Sauerländisches Gebirge bezeichnet, ist eine naturräumliche Haupteinheitengruppe (Kennzahl 33 bzw. D38) des Rheinischen Schiefergebirges in Nordrhein-Westfalen und im nordwestlichen Hessen. Es entspricht in etwa den historischen Regionen Sauerland, Bergisches Land, Siegerland und Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen sowie dem Upland und dem äußersten Nordwesten des Hinterlandes in Hessen.

Zugehörige Mittelgebirge Zum Süderbergland zählen mehrere in sich geschlossene Höhenzüge, die landläufig größtenteils unter dem Begriff „Sauerland“ geführt werden – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN):

Rothaargebirge (Langenberg, 843,2 m) Saalhauser Berge (Himberg, 688,5 m) Ebbegebirge (Nordhelle, 663,3 m) Lennegebirge (Homert, 656,1 m) Plackwald (581,5 m)

In Aufzählungen der Gebirgszüge wird oft auch das Bergische Land mit Höhe auf der Homert angegeben. Indes handelt es sich hierbei um einen Ausläufer des Ebbegebirges, während das historische Bergische Land ansonsten in der allmählichen Abflachung des Süderberglandes zum Rhein hin liegt.

In analoger Weise liegen die höchsten Erhebungen des historischen Siegerlandes (so der hohe Riemen) nicht im naturräumlichen Siegerland (siehe Haupteinheiten), sondern im Rothaargebirge. Und die hohe Alte Burg liegt zwar, auch naturräumlich, im Siegerland, ist jedoch nicht die höchste Erhebung eines eigenständigen Höhenzuges, sondern Teil der Siegerländer Rothaar-Vorhöhen, die das Rothaargebirge nach Westen abdachen.

Das Hessische Upland wiederum ist Teil des Rothaargebirges und seines östlichen Gebirgsrandes.

Naturräumliche Gliederung Das Süderbergland wurde im Jahr 1957 in der 4./5. Lieferung des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands (S. 481–525) durch Wilhelm Hartnack beschrieben und in dreistellige Haupteinheiten gegliedert, wobei die drei Bergischen Haupteinheiten 3371 (damals noch 337), 338 und 339 (S. 517 ff) von Adolf Schüttler beschrieben wurden. Eine Kartierung und Nummerierung war bereits 1954 erfolgt und wurde im Jahr 1960 modifiziert. Eine feinere Gliederung (Nachkommastellen) erfolgte durch die Einzelblätter 1:200.000 125 Marburg (Gerhard Sandner 1960), 108/109 Düsseldorf/Erkelenz (K. Paffen, A. Schüttler, H. Müller-Miny 1963), 111 Arolsen (Martin Bürgener 1963), 110 Arnsberg (Martin Bürgener 1969), 124 Siegen (H. Fischer 1972) und 122/123 Köln/Aachen (E. Glässer 1978).

Es gliedert sich wie folgt in Haupteinheiten (dreistellige Kennziffern) und feinere Einheiten (Nachkommastellen, wobei hier feinere Einheiten nur angegeben sind, wenn die Einheit mit einer Nachkommastelle namentlich nicht etabliert ist): 33 Süderbergland 330 Mittelsieg-Bergland 330.0 Südliches Mittelsieg-Bergland (mit Leuscheid und Kroppacher Schweiz) 330.1 Mittelsiegtal 330.2 Nördliches Mittelsieg-Bergland (mit Nutscheid) 331 Siegerland 331.0 Nordsiegerländer Bergland 331.1 Hilchenbacher Winkel 331.2 Siegerländer Rothaar-Vorhöhen 331.3 Hellerbergland 331.4 Niederschelden-Betzdorfer Siegtal 331.5 Giebelwald 332 Ostsauerländer Gebirgsrand 332.0 Sackpfeifen-Vorhöhen 332.1 Hinterländer Ederbergland 332.10 Hatzfelder Bergland 332.11 Elbrighäuser Wald 332.12 Battenberger Riegel 332.2 Frankenberger Grund 332.3 Waldstruth 332.30 Breite Struth 332.31 (Sachsenberger) Leimestruth 332.32 Hessensteiner Wald 332.33 Örksche Schweiz 332.34 Aarstruth 332.4 Medebacher Bucht 332.5 Grafschafter Bergland 332.50 Eschenberg-Eisenbergrücken (mit Epper Paß) Eschenberg (535 m) Eisenberg (560 m) Epper Pass 332.51 Hardt und Wipperberg Hardt (bis 630,5 m) Heimberg (537,7 m) Wipperberg (bis 543 m) 332.52 Grafschafter Kammer (mit Upländer Tor) 332.53 Hohe Rade, Südostabdachung von 333.91 ohne scharfe Trennlinie (bis gut 570 m) 332.6 (Vorupländer) Adorfer Bucht 332.7 Diemel-Bergland 332.70 Padberger Schweiz 332.71 Bredelarer Kammer 333 Rothaargebirge (mit Hochsauerland) 333.0 Dill-Lahn-Eder-Quellgebiet 333.00 Kalteiche (mit Haincher Höhe) (bis 641,1 m) 333.01 Ederkopf-Lahnkopf-Rücken (bis 694,1 m) 333.1 Wittgensteiner Kammer 333.2 Wittgensteiner Lahnbergland (Südwittgensteiner Bergland, Wittgensteiner Bergland; bis über 680 m) 333.3 Sackpfeife (674 m) 333.4 Westrothaarhöhen 333.40 Brachthäuser Hohe Waldberge (bis 656,2 m) 333.41 Westliche (Rüsper) Rothaar (bis 756,3 m) 333.42 Auer Ederbergland 333.5 Winterberger Hochland 333.50 Wilde Struth (südwestliche Abdachung der Ziegenhelle, bis 728,1 m; Haiskopf) 333.51 Ziegenhelle (bis 815,9 m) 333.52 Östliche (Kühhuder) Rothaar (im weiteren Sinne) 333.53 Langewiese 333.54 Astenberg (bis 841,9 m) 333.55 Hunau (bis 818,5 m) 333.56 Harfeld (Winterberger Hochmulde) 333.57 Nordheller Höhen 333.58 Langenberg (bis 843,2 m; Langenberg) 333.6 Lennekessel (bis 764,7 m; Vorderster Hoher Knochen) 333.7 Hohe Seite (bis 792,2 m; Reetsberg) 333.8 Hochsauerländer Schluchtgebirge 333.80 Bödefelder Mulde (mit Assinghauser Grund) Bödefelder Mulde Assinghauser Grund 333.81 Ramsbecker Rücken und Schluchten (bis 744,8 m) 333.82 Schellhorn- und Treiswald (bis 806,1 m) 333.83 Habuch (bis 670,2 m) 333.84 Henneborner Täler und Rücken (bis 653,6 m) 333.9 Upland 333.90 Inneres Upland (bis gut 740 m) 333.91 Vorderupländer Rücken (bis 634,7 m) 334 Nordsauerländer Oberland 334.0 Sunderner Wälder 334.1 Oeventroper Ruhrtal 334.2 Unterer Arnsberger Wald 334.3 Oberer Arnsberger Wald 334.4 Warsteiner Hügelland 334.5 Plackwald 334.6 Obermöhne- und Almewald 334.7 Briloner Land 334.8 Fürstenberger Wald 335 Sauerländer Senken 335.0 Oberruhrgesenke 335.1 Fredeburger Kammer 335.2 Attendorn-Elsper Kalksenken 335.3 Kobbenroder Riegel 335.4 Eslohe-Reister Senke 335.5 Mescheder Kammer 335.6 Hellefelder Senken (mit Hardtbergkette) 335.7 Oberhönnewinkel 3361 Märkisches Oberland 3361.0 Breckerfelder Hochfläche 3361.1 Hagener Randhöhen 3361.2 Volme-, Nahmer- und Lennetalschluchten 3361.3 Hülscheider Hochflächen 3361.4 Ihmerthochfläche 3361.5 Iserlohner und Balver Höhenrand 3361.6 Halver-Lüdenscheider Hochflächen 3361.7 Werdohler Lennetal 3361.8 Neuenrader Hochflur 3361.9 Kiersper Bucht 3362 Südsauerländer Bergland 3362.0 Ebbegebirge 3362.1 Rönkhauser Lennetal 3362.2/3 Lennegebirge 3362.2 Homertrücken 3362.3 Grevensteiner Berge 3362.4 Mittelbiggebergland 3362.5 Südsauerländer Rothaarvorhöhen (mit Saalhauser Bergen) 3362.6 Oberbigge-Hochfläche 3371 Niederbergisch-Märkisches Hügelland 3371.0 Niederbergische Höhenterrassen 3371.1 Bergisch-Märkisches Hügelland 3371.2 Ruhrtal 3371.3 Wuppertaler Senke 3371.4 Ardeypforte 3371.5 Ardey 3372 Niedersauerland 3372.0 Unteres Ennepetal 3372.1 Hagener Tälerkessel 3372.2 Fröndenberger Hohenheide 3372.3 Mittelruhrsenke 3372.4 Niedersauerländer Heiden 3372.5 Neheimer Ruhrtal 3372.6 Fürstenberg 3372.7 Iserlohner Vorhöhen (Seilerhöhen) 3372.8 Hachener Kuppenland 3372.9 Iserlohner Kalksenken 338 Bergische Hochflächen 338.0 Mittelbergische Hochflächen

338.1 Nordbergische Hochflächen 338.2 Südbergische Hochfläche 338.3 Wipperquellgebiet 338.4 Agger-Sülz-Hochflächen 338.5 Mucher Hochfläche 338.6 Wahlscheid-Seelscheider Lößgebiet 338.7 Brölhochfläche 339 Bergland der Oberen Agger und Wiehl 339.0 Oberaggerbergland 339.1 Oberaggertal 339.2 Wiehlbergland 339.3 Heckberger Wald 339.4 Oberwiehlbergland

Die Einheiten 3361 und 3362 werden zusammen auch Westsauerländer Oberland (336), die Einheiten 3371 und 3372 auch Bergisch-Sauerländisches Unterland genannt. Indes sind diese Begriffsfindungen dem Problem geschuldet, dass das dekadische System nur 10 dreistellige Kennziffern zulässt, das Süderbergland jedoch über 12 Haupteinheiten verfügt.

Die Haupteinheiten im Einzelnen Das Süderbergland ist eine flächenmäßig vergleichsweise umfangreiche naturräumliche Haupteinheitengruppe. Dennoch verlaufen die Reliefwechsel von einer Haupteinheit in die nächste zumeist sanft, wobei lediglich die Ostabdachung des Höhenschwerpunktes Rothaargebirge vergleichsweise schroff verläuft. Eine von weitem erkennbare „Skyline“ hat entsprechend keiner der inneren Höhenzüge, dafür aber – neben dem Rothaargebirge von (Süd-)Osten aus – noch der deutlich flachere Obere Arnsberger Wald von der nördlich gelegenen Westfälischen Bucht aus. Östlich, nördlich und südlich des zentralen Ebbegebirges nehmen daher die Höhen sehr unauffällig ab.

Mittelsieg-Bergland Das Mittelsieg-Bergland (Haupteinheit 330) liegt zu etwa seiner östlichen Hälfte in Rheinland-Pfalz, zur westlichen im Bergischen (Nordrhein-Westfalen). Es folgt dem Lauf der Sieg in Ost-West-Richtung in etwa vom Gemeindegebiet Mittelhof östlich Wissens bis Hennef. Das Siegtal teilt das Bergland beiderseits des Flusses in einen nördlichen, den Westerwald abdachenden und einen südlichen Teil.

Siegerland Das naturräumliche Siegerland (Haupteinheit 331) liegt etwas südwestlicher als das historische. Während Teile des Nordostens Kreuztals, der Osten Hilchenbachs und der äußerste Osten Netphens dem Rothaargebirge zugerechnet werden, wird der Nordosten des Landkreises Altenkirchen in Rheinland-Pfalz naturräumlich noch zum Siegerland gezählt.

Das Tal der Sieg zerteilt das Siegerland in einen Nordwest- und einen Südostteil. Die Siegerländer Rothaar-Vorhöhen im Osten des Südost-Teiles werden an der Alten Burg bis hoch und gehen nach Osten unmittelbar ins Rothaargebirge über.

Ostsauerländer Gebirgsrand Der größtenteils in Hessen liegende Ostsauerländer Gebirgsrand (Haupteinheit 332) stellt die (nördliche Süd-)Ostabdachung des Rothaargebirges zum Westhessischen Bergland dar. Manche Teillandschaften – wie z. B. die Medebacher Bucht – sind landwirtschaftlich geprägt, andere sind als Waldgebiete nur von Höhenlagen und Relief her von den sich unmittelbar westlich anschließenden Teilen des Rothaargebirges zu unterscheiden.

Rothaargebirge Das bis hohe Rothaargebirge (Haupteinheit 333) bildet den Höhenschwerpunkt des Süderberglandes. Es reicht vom Osten des historischen Siegerlandes im Westen bis weit nach Hessen ins Upland und ins Hessische Hinterland, ein Südwestausläufer zur Kalteiche berührt an der Nahtlinie der drei beteiligten Bundesländer gar fast den Westerwald.

Nordsauerländer Oberland Das Nordsauerländer Oberland (Haupteinheit 334) umfasst den Nordosten des Süderberglandes um Arnsberg, Sundern und Warstein an der nördlichen Nahtlinie zum Haarstrang. An der Plackweghöhe im Plackwald ist es bis hoch.

Sauerländer Senken Die Sauerländer Senken (Haupteinheit 335) sind ein in sich zusammenhängendes, von Hügelland geprägtes Gebiet um Meschede. Entgegen dem Namen finden sich auch Erhebungen bis knapp über Höhe innerhalb der Senken.

Das Gebiet der Sauerländer Senken zieht sich vom oberen Mittellauf der Ruhr bei Meschede aus nordöstlich bis kurz vor Brilon, während sich beiderseits des Lennegebirges ein westlicher Zipfel bis etwa Balve und Neuenrade zieht, ein südwestlicher (Wenne und Lenne mit Elspe) bis Attendorn. Insbesondere trennen die Senken das (südlich gelegene) Rothaargebirge vom Nordsauerländer Oberland und den westlicheren Teilen des Westsauerländer Oberlandes (s. u.).

Märkisches Oberland Das Märkische Oberland (Haupteinheit 3361) erstreckt sich am Mittellauf der Lenne zwischen Plettenberg und Hohenlimburg, am Lauf der Volme bis Hagen und am Lauf der Ennepe bis (Ennepetal-)Milspe. Von den beiden mit Abstand größten märkischen Städten liegt Lüdenscheid innerhalb dieser Haupteinheit und Iserlohn nördlich knapp außerhalb.

Südsauerländer Bergland Zum Südsauerländer Bergland (Haupteinheit 3362) gehören insbesondere die bis über hohen Höhenzüge Saalhauser Berge, Ebbegebirge und Lennegebirge. Während Ebbe- und Lennegebirge im Grunde einen einzigen, durch die Lenne in West- und Ostteil getrennten Höhenzug darstellen, können die Südsauerländer Rothaarvorhöhen mit den Saalhauser Bergen fast noch als ein Nordwestausläufer des Rothaargebirges angesehen werden.