mini|Gleisseite Innsbruck Westbahnhof, offiziell Innsbruck Hbf-Westbf, ist der zweitgrößte Bahnhof in Innsbruck. Er liegt im Stadtteil Wilten und wird vorwiegend von Pendlern genutzt, da er überwiegend von den Zügen der S-Bahn Tirol bedient wird. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024 hält hier auch die Westbahn mit ihren Fernverbindungen Richtung Wien beziehungsweise Lindau, außerdem halten Regionalexpress-Züge (REX).

Bedeutung mini|Straßenseite bei Nacht Der Innsbrucker Westbahnhof ist aus betrieblichen Gründen von Bedeutung für den Eisenbahnknoten Innsbruck, da sich hier die Reparaturwerkstätten sowie eine Waschanlage für das Rollmaterial der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) befinden. Außerdem werden Züge, die in Innsbruck Hauptbahnhof enden, meist über Nacht am Westbahnhof abgestellt. Die Anbindung des Hauptbahnhofs erfolgt über die sogenannte Konzertkurve. Es gibt auch Ladegleise für Unternehmen, die direkt auf dem Bahnhofsgelände angesiedelt sind. Um die häufigen Verschubfahrten zwischen dem Frachtenbahnhof und dem Westbahnhof effizient abwickeln zu können, ist er mit diesem durch ein drittes Gleis verbunden, welches neben den beiden Hauptgleisen angelegt ist und kurz vor dem Hauptbahnhof zum Frachtenbahnhof abzweigt.

Der Bahnhof ist zudem Ausgangspunkt der Mittenwaldbahn, die hier von der Arlbergbahn abzweigt und über Seefeld in Tirol nach Deutschland führt.

Bahnverbindungen Linie Laufweg (Lindau –) Bregenz – Innsbruck Westbahnhof – Innsbruck Hbf – Salzburg Hbf – Wien Westbf Innsbruck Hbf – Innsbruck Westbahnhof – Landeck-Zams Jenbach – Innsbruck Hbf – Innsbruck Westbahnhof – Telfs-Pfaffenhofen Innsbruck Hbf – Innsbruck Westbahnhof – Mittenwald (– Garmisch-Partenkirchen)

Stadtverkehr Auf dem Bahnhofsvorplatz halten die Straßenbahnlinie , die Stubaitalbahn sowie die Buslinien und .

Geschichte Die bahnrechts gelegene Station wurde am 1. Juli 1883 von den k.k. Staatsbahnen zusammen mit dem Abschnitt Innsbruck–Landeck der Arlbergbahn eröffnet. Sie hieß anfangs Wilten, bis 1904 noch eine eigenständige Gemeinde. In Abgrenzung zum sogenannten Südbahnhof, seit 1912 Hauptbahnhof, wurde Wilten inoffiziell auch als Staatsbahnhof bezeichnet. Dieser diente zunächst nur dem Güterverkehr und wies hierzu ein durchgehendes Hauptgleis sowie ein Ladegleis auf. Reisezüge fuhren damals noch ohne Halt durch. Der Personenverkehr wurde erst am 1. November 1894 aufgenommen. 1896 hatte Wilten bereits vier Bahnhofsgleise und das Ladegleis.innsbruck-erinnert.at Ab dem 15. Juli 1905 bediente schließlich auch die Straßenbahn den Bahnhof Wilten.

Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Eröffnung der Mittenwaldbahn, und der damit verbundenen Erweiterung vom Durchgangsbahnhof zum Abzweigbahnhof, wurde 1906 ein neues Aufnahmegebäude genehmigt. Der an der Egger-Lienz-Straße 1 gelegene Bau wurde bis 1907 als zweigeschoßiger Bau mit Walmdach zu neun Frontachsen in späthistoristischen Formen mit Secessionsstilanklängen (sparsamer Dekor mit geometrischen Motiven und stilisierten Festons an Keilsteinen, Pilastern und dem Uhr-Aufsatz) errichtet. Die drei mittleren Achsen sind als Risalit ausgebildet, wobei die Zentralachse verbreitert ist. Das Risalitobergeschoß ist mit einer Pilastergliederung sowie einem Kranzgesims versehen und wird von einer sockelgeschmückten Attika mit Uhr-Aufsatz bekrönt. Die Wandflächen weisen eine Nutung auf, die über den segmentbogigen Erdgeschoßöffnungen zu Keilsteinbekrönungen umgebogen ist. Die Fenster – soweit sie noch original erhalten sind – haben eine dreiteilige Sprossung und Kämpfer. Die Geschoßteilung erfolgt durch ein Kordongesims.

Mit Inbetriebnahme der Mittenwaldbahn am 26. Oktober 1912 wurde der Bahnhof vorübergehend ein Gemeinschaftsbahnhof, wenngleich die private Mittenwaldbahn AG, die bis 1935 existierte, von Beginn an die Staatsbahn mit der Betriebsführung beauftragte. Bereits zum 1. Mai 1912 erfolgte die Umbenennung von Wilten in Innsbruck Westbahnhof.

Die am 30. April 1956Die "Konzertkurve" in Innsbruck auf technikmuseum-online.de, abgerufen am 18. Juni 2026 eröffnete sogenannte Konzertkurve, das heißt die neue dreigleisige Trasse Richtung Hauptbahnhof beziehungsweise Frachtenbahnhof, führte auch zu einem weitreichenden Umbau des Westbahnhofs.

Vor allem wegen der mangelnden Barrierefreiheit wurde der Bahnhof in den VCÖ-Bahntests 2011, 2013 und 2015 unter den ersten zehn „Bahnhöfen, die am wenigsten gefallen“ genannt. Eine Modernisierung samt barrierefreiem Umbau soll bis 2022 erfolgen.

Literatur Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes (Hg.): Österreichische Kunsttopographie, Band XLV: Die profanen Kunstdenkmäler der Stadt Innsbruck, Teil 2: Außerhalb der Altstadt. bearbeitet von Johanna Felmayer. Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1981. ISBN 3-7031-0471-6. S. 322 f.

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Einzelnachweise

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