Der Große Koppenkarstein ist ein hoher Berg im Dachsteingebirge oberhalb des Schladminger Gletschers an der Grenze zwischen der Steiermark und Oberösterreich. Westlich des Großen Koppenkarsteins liegt der Kleine Koppenkarstein, der hoch ist.
Lage Der Berg liegt an der Grenze der Kernzone des UNESCO-Welterbegebiets Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut und gehört oberösterreichischerseits zum Europa- und Naturschutzgebiet Dachstein (Vogelschutz und FFH-Gebiet), steirischerseits zum Naturdenkmal Dachsteinsüdabsturz und Edelgrießgletscher, Naturschutzgebiet Nordwestlicher Teil der Gemeinde Ramsau am Dachstein und Landschaftsschutzgebiet Dachstein–Salzkammergut.
Besteigung Der Große Koppenkarstein kann von der Bergstation der Dachstein-Südwandbahn, von der Austriahütte, dem Guttenberghaus oder der Simonyhütte erreicht werden.
Der Gipfel des Koppenkarsteins kann über Klettersteige erreicht werden: Über den Westgrat-Klettersteig (250 Hm, Schwierigkeit B/C) Über den Irg-2 Klettersteig (350 Hm, Schwierigkeit C/D)
Für die Besteigung ist alpine Erfahrung, Klettersteig- und ggf. Gletscherausrüstung erforderlich.
Die erste dokumentierte Besteigung des Großen Koppenkarsteins erfolgte am 20. August 1873 durch Arthur Simony und Josef Zauner aus Hallstatt über die Nordwand (II+), einen heute nicht mehr gebräuchlichen Weg.
Die „Irg“-Klettersteige
2016 musste der Klettersteig Irg-1 wegen Zerwürfnissen zwischen den Ländern Oberösterreich und der Steiermark abgerissen werden. Ersatzweise wurde der Klettersteig Irg-2 (1250 Hm, C/D) erbaut, dessen Einstieg sich einige hundert Meter westlich befindet. Der Name geht auf den Erstbegeher der Dachstein-Südwand, Georg „Irg“ Steiner zurück.
Netzfunkstelle des Bundesheers
Das Heer betreibt seit 1970 etwas unter dem Gipfelkreuz, (süd)östlich davon auf 2836 m Höhe eine militärische Netzfunkstelle – von in ganz Österreich vier. Sie dient dem militärischen Flugfunk. 1996 wurde etwa 30 m östlich des Sendegebäudes eine Photovoltaikfläche (Fläche 200 m², B x H ca. 13 m × 15 m) am Fels installiert, die den Jahresverbrauch von 40.000 l Diesel auf 2000–3000 l reduzierte. Sommer 2015 kam eine Stromversorgungsleitung dazu. Diese verläuft 20 m östlich parallel zur Material- und Personenseilbahn des Bundesheers als gespannte Einkabel-Freileitung in die Hunerscharte und dann als Erdkabel auf Schutt und Fels liegend ostwärts zur Netzfunkstelle.Neue Stromversorgung für die Netzfunkstelle am Koppenkarstein bmlv.gv.at, 24. Juli 2015, abgerufen am 29. Juni 2023.Netzfunkstellen airpower.at, 1997 oder später, abgerufen am 29. Juni 2023.
Im Zuge des Baus der Materialseilbahn (auch für betriebsinternen Personentransport) wurden Baumaterial wie Fertigbeton und Arbeiter bergwärts geflogen. 1700 Flüge mit Helikoptern (zivile; Agusta Bell 212 und Black Hawk des Heers; nicht in direkter steiler Route, sondern spritsparender in einem Bogen) erfolgten von Juni bis Oktober 2023. Diese Materialseilbahn ersetzt einen bis dahin verwendeten Schrägaufzug mit Raupe.Christian Huemer, Martin Huber: Die höchste Baustelle des Landes. Kleine Zeitung, Print, 29. Juni 2023, S. 16 f.
Weblinks
Klettersteig Irg 2 Besteigung des Koppenkarsteines über den Westgrat
Einzelnachweise
Kategorie:Dachsteingebirge Kategorie:Ramsau am Dachstein Kategorie:Geographie (Obertraun) Kategorie:Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut (Kernzone) Kategorie:Wasserscheide Enns – Traun Kategorie:Geographie (Bezirk Liezen) Kategorie:Berg in den Alpen __INHALTSVERZEICHNIS_ERZWINGEN__