Der Ölbach ist ein 29,6 km langer, rechter Nebenfluss der Wapel in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Er entspringt innerhalb der ostwestfälischen Senne und fließt in südwestliche Richtung über das Gebiet der Kreise Lippe und Gütersloh. Das Gewässer gehört zum Flusssystem der Ems, sein Einzugsgebiet umfasst 81,1 km².
Flussverlauf Der Ölbach entspringt drei einzelnen Quellen südöstlich von Oerlinghausen in einer Höhe von in der Senne in einem stark eingetieften Kastental im Naturschutzgebiet Ölbachtal mit Augustdorfer Dünenfeld. Wie für alle Sennebäche typisch, folgt der Ölbach in annähernd parallelem Verlauf der südwestlichen Abflachung des Teutoburger Waldes. Im Laufe der Jahre haben sich die Quellen immer weiter bachabwärts verlagert, weshalb sich heute oberhalb des eigentlichen Quellgebietes ein Trockental anschließt. (PDF; 117 kB)
Der Ölbach durchfließt nach Aufnahme des Westerholter Baches zunächst die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock. In Stukenbrock befindet sich eine Stauanlage, um Teiche und Nebengewässer, die im Jahr 1975 angelegt wurden und heute teilweise unter Naturschutz stehen, zum Zwecke der Fischzucht mit Wasser bespannen zu können. Nach der Unterquerung der Bundesautobahn 33 fließt das Gewässer durch Schloß Holte. Westlich der Ortschaft befinden sich weitere stehende Gewässer, die durch den Ölbach gespeist werden. Zunächst finden sich zwei Sammelteiche, die der ehemaligen Holter Eisenhütte als Wasserreservoir dienten. Kurz darauf erreicht der Ölbach dann das Holter Schloß, dessen Gräfte er ebenfalls mit Wasser versorgt. An diesem Punkt ist das Gewässer bereits in den Holter Wald eingetreten und passiert kurz darauf die dort befindliche 1000-jährige Eiche. mini|links|Wasserfläche vor dem Holter Schloss Anschließend durchfließt der Ölbach zentral den Holter Wald und nimmt dort, bereits auf dem Stadtgebiet von Verl, den Landerbach auf. Im weiteren Verlauf wird Verl nördlich des Ortskerns durchflossen und teilt sich daraufhin in Höhe des im Ortsteil Sürenheide befindlichen Verler Sees zeitweise in einen Altarm (Alter Ölbach) und einen neueren Arm (Neuer Ölbach) auf. Südwestlich dieses in den 1980er Jahren entstandenen und vom Ölbach gespeisten Baggersees bildet der Flussverlauf in einem insgesamt 7,5 km langen und ausschließlich ländlichen Teilstück die Grenze der Stadt Gütersloh. Zunächst handelt es sich um die Grenze zur Stadt Verl und darauf folgend zur Stadt Rietberg, wo der Ölbach nördlich am Rietberger Ortsteil Varensell vorbeiführt. Schließlich bildet der Bach die Grenze zwischen Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück, bevor er auf Höhe des Durchflusses der A2 komplett Rheda-Wiedenbrücker Boden im Bereich des Ortsteils Lintel betritt.
Kurz nachdem innerhalb eines Waldstücks das Gut Schledebrück passiert wurde, nimmt der Ölbach rechtsseitig das 8,3 Kilometer lange aus Spexard zulaufende Wiedey-Flüsschen auf und mündet kurz darauf im Rhedaer Forst in die Wapel, welche über die Dalke in die Ems abfließt.
Das Gewässer überwindet während seiner Fließstrecke einen Höhenunterschied von 96 Metern, somit ergibt sich ein mittleres Sohlgefälle von 3,2 ‰.
Nebengewässer mini|Zusammenfluss von Westerholter Bach (Mitte) und Schnakenbach (links) in den Ölbach mini|Einmündung des Landerbaches (links) Das größte Nebengewässer des Ölbaches ist der Landerbach, der bei etwas mehr als elf Kilometern Länge über ein Einzugsgebiet von rund 21,5 km² verfügt. Dem Landerbach fließen wiederum der Krampsbach sowie der Dalbkebach zu, bei dem es sich um einen Ableiter des Menkhauser Baches handelt und somit für eine Verbindung zwischen dem Menkebach und dem Ölbach-System sorgt. Eine Reihe kleinerer, namenloser Bäche fließen dem Ölbach aus dem Holter Wald kommend zu, somit entwässern mit Ausnahme des Rodenbaches alle durch den Holter Wald führenden Fließgewässer in ihn. Die direkten Zuflüsse des Ölbaches summieren sich auf eine Fließstrecke von 40,05 km. Berechnet man auch die in diese Bachläufe führenden Gewässer mit ein, ergibt sich ein Nebengewässernetz von 65,62 km Länge.
Die nachstehende Tabelle zeigt die Nebengewässer des Ölbaches in der Reihenfolge von der Quelle zur Mündung. Genannte Parameter sind die orografische Lage, die Mündungsposition mit Angabe des Stationierungskilometers, die Länge, die Größe des Einzugsgebietes, die Mündungshöhe sowie die Gewässerkennzahl.
| Westerholter Bach | rechts | align="right" | 25,7 | align="right" | 1,568 | align="right" | 5,683 | style="text-align:center" | 128 | 31284 2 |- | N.N. | links | align="right" | 19,1 | align="right" | 2,958 | align="right" | | style="text-align:center" | 102 | 31284 312 |- | N.N. | rechts | align="right" | 17,0 | align="right" | 4,381 | align="right" | | style="text-align:center" | 96 | 31284 32 |- | N.N. | rechts | align="right" | 16,0 | align="right" | 1,704 | align="right" | | style="text-align:center" | 94 | 31284 34 |- | Landerbach | rechts | align="right" | 15,0 | align="right" | 11,392 | align="right" | 21,464 | style="text-align:center" | 92 | 31284 4 |- | N.N. | links | align="right" | 13,8 | align="right" | 2,473 | align="right" | | style="text-align:center" | 90 | 31284 92 |- | N.N. | rechts | align="right" | 13,1 | align="right" | 3,765 | align="right" | | style="text-align:center" | 89 | 31284 94 |- | Alter Ölbach | rechts | align="right" | 8,0 | align="right" | 3,480 | align="right" | | style="text-align:center" | 81 | 31284 96 |- | Wiedey|Wiedey-Flüsschen | links | align="right" | 0,2 | align="right" | 8,329 | align="right" | | style="text-align:center" | 72 | 31284 98
Infrastruktur am Ölbach Während des gesamten Gewässerverlaufs führen der Europaradwanderweg R1 und die in diesem Bereich deckungsgleiche „D-Netzroute 3“ mehrfach am Lauf des Ölbaches entlang oder queren diesen. Im Bereich des Holter Waldes haben zudem die BahnRadRoute Teuto-Senne und im mündungsnahen Unterlauf auch die BahnRadRoute Hellweg-Weser Berührungspunkte mit dem Bachlauf.
In Schloß Holte kreuzt die von Bielefeld nach Paderborn führende Senne-Bahn () den Ölbach, darüber hinaus kreuzt mit der Linie Gütersloh-Verl-Kaunitz-Hövelhof der Teutoburger Wald Eisenbahn (TWE) eine weitere Bahntrasse das Gewässer. Neben den Bundesautobahnen 2 und 33 quert kurz vor der Mündung die Bundesstraße 61 den Ölbach, sowie bei Stukenbrock der ehemalige von Sennestadt nach Paderborn führende Abschnitt der Bundesstraße 68, der nach Fertigstellung der A 33 jedoch zur Landesstraße 756 zurückgestuft wurde.
Geologie Der Ölbach stellt wie auch die benachbarten in der Senne entspringenden Fließgewässer den klassischen Typ eines Sandbaches dar, dessen Sedimente durch den Einfluss von Schmelzwasser nach der Saale-Eiszeit in einer bis zu 60 Metern starken Schicht abgelagert wurden. Diese immensen Sandmengen stammen vom durch das Eis zerriebenen Osning-Sandstein aus dem Teutoburger Wald. Der Teutoburger Wald ist zudem von einer wasserundurchlässigen Mergelschicht durchsetzt, die innerhalb der Senne die Oberfläche erreicht und an deren Kanten die Sennebäche zu Tage treten.
Während die oberste Ölbachquelle durch vermutlich oberflächennahes Grundwasser gespeist wird, fördert die unterste rund 100 Meter weiter bachabwärts befindlichen Quelle karbonatreiches Tiefenwasser zutage und führt zu einer Senkung der Wassertemperatur um rund ein Grad.
Klima mini|Durchschnittliche Regenmenge in Oerlinghausen 1961–1990 Der Lauf des Ölbaches befindet sich in der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas. Durch die Lage im subatlantischen Seeklima herrscht ganzjährig ein humides Klima mit relativ gleich verteilten Niederschlägen vor. An der Messstation in Oerlinghausen und somit im Bereich der Quellen fallen im langjährigen Mittel insgesamt 1026 mm Niederschlag je Jahr. Somit fällt in diesem Bereich deutlich mehr Niederschlag als im deutschen Mittel (700 mm). In Verl und somit im Mittellauf des Gewässers beträgt die Niederschlagssumme im langjährigen Mittel lediglich etwa 770 bis 830 mm, für den Unterlauf gelten ähnliche Werte. Die hohe Niederschlagsmenge im Quellbereich ist durch Steigungsregen beeinflusst, da sich die Senne am Südhang des Teutoburger Waldes befindet. Diese Umstände wirken sich auch auf die Abflussmenge des Ölbaches aus, die am Pegel Verl im Mittel bei 636 l/s liegt.Deutscher Wetterdienst: Mittelwerte der Periode 1961 bis 1990
Aufgrund der relativ hohen Fließgeschwindigkeit friert der Bach auch bei starken Minusgraden nicht zu; eine frostfreie Rinne in der Mitte des Bachbettes bleibt auch bei länger andauernden Frostperioden erhalten.
Umwelt Gewässertyp Der Lauf des Ölbaches lässt sich in zwei Fließgewässertypen unterteilen: Von der Quelle bis zum Eintritt in das Verler Stadtgebiet gilt das Gewässer als sandgeprägter Tieflandbach (Typ 14), ab hier zählt der Bach mit zunehmend breiter werdender Flussaue bis zu seiner Mündung als Kleines Niederungsfließgewässer in Fluss- und Stromtälern (Typ 19).
Naturschutzgebiete mini|hochkant|Eine der Ölbachquellen im Naturschutzgebiet Ölbachtal mit Augustdorfer Dünenfeld Die Quellregion des Ölbaches befindet sich innerhalb des rund 169 ha großen Naturschutzgebietes "Ölbachtal mit Augustdorfer Dünenfeld", das sich größtenteils über das Gebiet des Kreises Lippe und zum wesentlich kleineren Teil über das Gebiet des Kreises Gütersloh erstreckt. Die Schutzfläche charakterisiert sich durch das Kastental des quellnahen Bachlaufes, großflächige Kiefernwälder sowie durch vereinzelte Heideflächen und die namensgebenden Dünenfelder.
Auf dem Gebiet von Schloß Holte-Stukenbrock ist darüber hinaus der durch den Ölbach durchquerte Holter Wald mit seinen kleinflächigen Moorböden und seiner Bedeutung für baumhöhlenbewohnende Arten auf insgesamt 619 ha Fläche als Schutzgebiet ausgewiesen.
Die Naturschutzgebiete Kipshagener Teiche in Schloß Holte und Fleckernheide in Sende befinden sich zwar in unmittelbarer Nähe des Bachlaufes, berühren diesen jedoch nicht.
Flora und Fauna Der Ölbach lässt sich in zwei Fischregionen unterteilen: Bis zur Höhe des Holter Schlosses zählt das Gewässer zum "oberen Forellentyp (Tiefland)" sowie unterhalb dieses Punktes zum "unteren Forellentyp (Tiefland)". Unterschieden werden beide Typen hinsichtlich der geringeren Fließgeschwindigkeit, der vorherrschenden Substrate und der abweichenden Wassertemperaturen. Leitfisch beider Regionen ist die Bachforelle. Insgesamt weist der Ölbach jedoch überwiegend unbefriedigende Verhältnisse für eine Besiedlung durch Fische auf, was vor allem durch Wanderhindernisse in Form von Querbauwerken geschuldet ist. Im Gegensatz dazu bietet der Ölbach vor allem im Mittel- und Unterlauf sehr gute Bedingungen für am Gewässerboden lebende Organismen wie zum Beispiel für Flohkrebse oder die Larven von Haften und Köcherfliegen.Mehr Leben für Ems und Co. Obere Ems (Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen) (PDF; 3,3 MB)
Vornehmlich im Bereich zweier Stauteiche, die der Fischzuchtanlage in Stukenbrock zum Zwecke der Frischwasser-Einspeisung vorgelagert sind, gibt es ein Vorkommen der Wasserfledermaus. Die Schloß Holter Sammelteiche und der Schlossgraben sind Laichgewässer zahlreicher Amphibien, vor allem Grasfrösche finden sich in größeren Beständen. Im gesamten Verlauf des Ölbaches können sowohl der Eisvogel, als auch die Wasseramsel beobachtet werden. In unmittelbarer Ufernähe des Gewässers sind feuchtigkeitsliebende Baumarten wie Erlen und Eschen anzutreffen.
Gewässergüte Wasserqualität