Wolfartswinden (fränkisch: Wolfats-wínnE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 206. Dort folgendermaßen transkribiert: „wolfətswín“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Wolfartswinden liegt in der Gemarkung Brodswinden.

Geografie Das Dorf liegt am Büchenbach, einem rechten Zufluss der Fränkischen Rezat. Östlich schließt sich das Waldgebiet Egerten an, 0,75 km südöstlich liegt das Waldgebiet Keferloh, 0,5 km westlich liegt das Schellenholz. Unmittelbar westlich befindet sich das Gewerbegebiet „Brodswinden-Ost“. Über Gemeindeverbindungsstraßen gelangt man nach Gösseldorf (0,5 km südlich), nach Ratzenwinden (0,8 km nördlich) und über Brodswinden zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 13 (3,5 km westlich). Durch den Ort führt die Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg.

Geschichte Im Jahre 911 wurde von König Konrad I. auf dem Reichstag zu Forchheim beschlossen, Wenden aus dem Maingebiet dem Gumbertuskloster Ansbach zuzuweisen. Diese wurden im 10. Jahrhundert in einem Ring um Ansbach angesiedelt. Der Ort wurde im Jahr 1166 mit dem Namen „Wolfarteswinedin“ erstmals urkundlich erwähnt. Am Grundwort „–winden“ ist erkennbar, dass es sich bei diesem Ort um eine solche Wendensiedlung handelt. Das Bestimmungswort ist Wolfhard, der Personenname des Gründers der Siedlung.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 205 f.

Das Kloster Heilsbronn erwarb dort ein Anwesen, das während des Dreißigjährigen Kriegs 1634 abbrannte und dessen Besitzer dabei starb.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 482.

Laut dem 16-Punkte-Bericht des Fürstentums Ansbach von 1684 bildete Wolfartswinden mit Gösseldorf eine Realgemeinde. In Wolfartswinden gab es drei Mannschaften. Zwei Anwesen unterstanden dem Verwalteramt Merkendorf und ein Anwesen dem Bürgermeister und Rat zu Ansbach. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach inne.Staatsarchiv Nürnberg: Ansbacher Salbuch. 129, 4449. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 695.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wolfartswinden 6 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach inne. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Ansbach als Grundherrn (Stiftsamt Ansbach: 2 Halbhöfe, 1 Leerhaus; Ansbacher Rat: 1 Halbhof; Verwalteramt Merkendorf: 2 Halbhöfe).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 931f. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 980f.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Wolfartswinden dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Brodswinden und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Brodswinden zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Diese wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Ansbach eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 30 43 47 57 41 46 54 81 62 74 92HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 7 8 9 10 13 12 13 24Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Brodswinden) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt. Der westliche Teil des Orts wechselte zum 1. Januar 2026 in das Bistum Eichstätt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1166