Die A-Gruppe der 57. Eishockey-Weltmeisterschaften wurde vom 18. April bis 2. Mai 1993 in München und Dortmund (Deutschland) ausgespielt. Weltmeister wurde die russische Nationalmannschaft, die damit, rechnet man die Erfolge der UdSSR mit ein, ihren 23. WM-Titel gewann. Die Mannschaft setzte sich im Finale gegen Titelverteidiger Schweden durch.
Die weiteren WM-Turniere fanden in Eindhoven (Niederlande) und Ljubljana und Bled (Slowenien) statt. Insgesamt nahmen 32 Mannschaften an diesen Weltmeisterschaften teil, dazu kamen sechs weitere Mannschaften, die sich an der Qualifikation zur C-Gruppe beteiligten. + Übersicht Turnier Ort Datum Teil-nehmer Zuschauerinsgesamt Spiele ø A-Weltmeisterschaft , Dortmund 18. Apr. 1993 – 2. Mai 1993 12 226.379 41 5.521 B-Weltmeisterschaft 25. Mär. 1993 – 8. Apr. 1993 8 28 C-Weltmeisterschaft , Bled 11. Mär. 1993 – 21. Mär. 1993 9 37 Qualifikation zur C-WM, Gruppe A 6. Nov. 1992 – 8. Nov. 1992 3 3 Qualifikation zur C-WM, Gruppe B 6. Nov. 1992 – 8. Nov.1992 3 3 Qualifikation zur C-WM, Gruppe C , 7. Nov.1992 – 8. Nov. 1992 2 2 Qualifikation zur C-WM, Gruppe D 6. Nov. 1992 – 8. Nov. 1992 3 3
Modus Schon im Vorjahr hatte eine russische Mannschaft den Platz der alten Sowjetunion eingenommen. In diesem Jahr drängte nun ein Teil der Nachfolgestaaten in das WM-Geschehen. Auch Jugoslawien war mittlerweile in Teilstaaten zerfallen; doch verlief dieser Prozess weniger friedlich als beim Auseinanderbrechen der UdSSR. Dies hatte zweierlei Konsequenzen. Zum einen gab es mit Slowenien und Kroatien zwei neue Eishockey-Nationen, die an den Weltmeisterschaften teilnehmen wollten, zum anderen wurde Rest-Jugoslawien, bestehend aus den alten Teilrepubliken Serbien und Montenegro, aufgrund seiner treibenden Rolle bei den Bürgerkriegen in dieser Regionen mit Boykottmaßnahmen, auch mit sportlichen, belegt und durfte nicht an der C-WM teilnehmen. Die IIHF sah sich daher zu umfangreichen Veränderungen im C-Gruppenbereich veranlasst. So wurde die C1-Gruppe von 6 auf 12 Mannschaften aufgestockt und wieder zur reinen C-Gruppe. Die neue Gruppe setzte sich aus den fünf Mannschaften der C1-Gruppe des Vorjahres (ohne B-Gruppenaufsteiger Großbritannien und ohne den mit Boykott belegten B-Gruppen-Absteiger Jugoslawien), den beiden Erstplatzierten der C2-Gruppe (wobei der C2-Gruppenzweite Südafrika für das ausgeschlossene Jugoslawien nachrückte) und fünf Qualifikanten zusammen. Die im Herbst 1993 stattfindende Qualifikation wurde in vier Gruppen ausgetragen, wobei sich die vier Gruppensieger für die C-WM qualifizierten: Dazu kam als fünfter Qualifikant der Gruppenzweite der leistungsstärksten Gruppe, die sich aus den GUS-Staaten zusammensetzte. Teilnehmer dieser Qualifikation waren die vier restlichen Mannschaften der C2-Gruppe des Vorjahres sowie acht neue Länder, allesamt Nachfolgestaaten der UdSSR und Jugoslawiens.
Einige kleinere Veränderungen gab es auch in der A-Gruppe. So mussten bei dieser WM auch die beiden Gruppenfünften der Vorrunde mit in die Play-Downs gegen den Abstieg. Zudem wurde das Team der Tschechoslowakei durch eine rein tschechische Mannschaft ersetzt, denn am 1. Januar 1993 hatte sich auch die Tschechoslowakei in die Teilstaaten Tschechien und Slowakei aufgelöst.
A-Weltmeisterschaft mini|Blick in die Westfalenhalle während des Turniers Das offizielle Logo und Plakat zeigte einen Puck, sowie separat einen zum Puck stilisierten Vogel mit dem Namen „Bully“. Als Schriftart wurde die Futura verwendet. Es gab auch eine offizielle Hymne zu der Weltmeisterschaft. Geworben wurde mit dem Plakat der WM auf einer Telefonkarte zu 12 DM.
Der Holzschnitt „Puck“ von Georg Baselitz Für den Deutschen Eishockey-Bund schuf Georg Baselitz den Holzschnitt „Puck“ in der Größe 103 × 72 cm, dieser wurde zweifarbig gedruckt, je 300 Stück in schwarz-rot, blau-rot und grün-rot. Die Auflage betrug je 300 Stück, von denen jeder Druck vom Künstler signiert und nummeriert war. Weitere 2000 Stück der grün-roten Ausführung entstanden als unsignierter Druck.
Vorrunde Gruppe A 18. April 1993 München Russland – Italien 2:2 (0:0,0:1,2:1) 18. April 1993 München Schweden – Österreich 1:0 (1:0,0:0,0:0) 19. April 1993 München Kanada – Schweiz 2:0 (1:0,1:0,0:0) 19. April 1993 München Russland – Österreich 4:2 (0:1,2:0,2:1) 20. April 1993 München Schweden – Kanada 1:4 (0:0,1:1,0:3) 20. April 1993 München Schweiz – Italien 0:1 (0:0,0:1,0:0) 21. April 1993 München Schweden – Italien 6:2 (1:0,2:1,3:1) 22. April 1993 München Russland – Schweiz 6:0 (2:0,1:0,3:0) 22. April 1993 München Kanada – Österreich 11:0 (6:0,2:0,3:0) 23. April 1993 München Schweiz – Österreich 5:1 (1:0,2:1,2:0) 24. April 1993 München Schweden – Russland 5:2 (0:0,3:1,2:1) 24. April 1993 München Kanada – Italien 11:2 (5:0,2:0,4:2) 25. April 1993 München Schweden – Schweiz 4:6 (0:3,3:1,1:2) 25. April 1993 München Russland – Kanada 1:3 (0:2,1:1,0:0) 26. April 1993 München Italien – Österreich 1:1 (1:0,0:1,0:0)
Abschlusstabelle Pl Mannschaft Sp S U N Tore Diff Pkt. 1 5 5 0 0 31: 4 +27 10:0 2 5 3 0 2 17:14 +3 6:4 3 5 2 1 2 15:12 +3 5:5 4 5 1 2 2 8:20 −12 4:6 5 5 2 0 3 11:14 −3 4:6 6 5 0 1 4 4:22 −18 1:9
Gruppe B 18. April 1993 Dortmund Deutschland – Norwegen 6:0 (1:0,2:0,3:0) 18. April 1993 Dortmund Tschechien – USA 1:1 (0:0,0:0,1:1) 19. April 1993 Dortmund Finnland – Frankreich 2:0 (0:0,0:0,2:0) 19. April 1993 Dortmund Deutschland – Tschechien 0:5 (0:0,0:3,0:2) 20. April 1993 Dortmund Finnland – USA 1:1 (0:0,1:0,0:1) 21. April 1993 Dortmund Deutschland – Frankreich 5:3 (3:1,1:1,1:1) 21. April 1993 Dortmund Tschechien – Norwegen 2:0 (1:0,0:0,1:0) 22. April 1993 Dortmund USA – Frankreich 6:1 (3:1,1:0,2:0) 22. April 1993 Dortmund Finnland – Norwegen 2:0 (0:0,0:0,2:0) 23. April 1993 Dortmund Deutschland – Finnland 3:1 (1:0,2:0,0:1) 23. April 1993 Dortmund Tschechien – Frankreich 6:2 (1:0,2:1,3:1) 24. April 1993 Dortmund USA – Norwegen 3:1 (0:1,2:0,1:0) 25. April 1993 Dortmund Tschechien – Finnland 3:1 (0:0,1:1,2:0) 25. April 1993 Dortmund Deutschland – USA 6:3 (5:0,0:0,1:3) 26. April 1993 Dortmund Norwegen – Frankreich 5:4 (1:2,1:1,3:1)
Abschlusstabelle Pl Mannschaft Sp S U N Tore Diff Pkt. 1 5 4 1 0 17:4 +13 9:1 2 5 4 0 1 20:12 +8 8:2 3 5 2 2 1 14:10 +4 6:4 4 5 2 1 2 7: 7 ±0 5:5 5 5 1 0 4 6:17 −11 2:8 6 5 0 0 5 10:24 −14 0:10 mini|Spielszene GER-FIN
Spiele gegen den Abstieg 1. Runde 29. April 1993 München Schweiz – Frankreich 1:3 (1:1,0:0,0:2) 29. April 1993 München Norwegen – Österreich 2:6 (2:3,0:2,0:1) Abstiegsspiel um Platz 11 1. Mai 1993 München Schweiz – Norwegen 2:5 (0:1,1:2,1:2)
Play-offs Viertelfinale 27. April 1993 SchwedenM. Renberg (1.)P. Forsberg (9.)U. Dahlen (45.)R. Akerström (48.)U. Dahlen (57.) 5:2(2:1, 0:1, 3:0) USAB. Beers (6.)D. Turcotte (22.) Olympiahalle, MünchenZuschauer: 5.800 27. April 1993 DeutschlandD. Hegen (49.) 1:5(0:1, 0:1, 1:3) RusslandW. Karpow (16.)G. Titow (27.)A. Chomutow (41.)W. Buzajew (43.)W. Bykow (46.) Olympiahalle, MünchenZuschauer: 11.000 28. April 1993 KanadaM. Recchi (2.)D. Manson (27.)M. Recchi (45.)D. Gagner (48.)D. Manson (57.) 5:1(1:0, 1:1, 3:0) FinnlandJ. Laukkanen (27.) Olympiahalle, MünchenZuschauer: 4.500 28. April 1993 TschechienK. Kašťák (2.)D. Kadlec (4.)M. Hosták (35.)M. Hosták (37.)P. Rosol (42.)O. Janecký (52.)P. Hrbek (56.)P. Hrbek (60.) 8:1(2:0, 2:0, 4:1) ItalienJ. Vecchiarelli (55.) Olympiahalle, MünchenZuschauer: 4.200
Halbfinale 30. April 1993 SchwedenC. Berglund (2.)U. Dahlen (25.)M. Renberg (43.)T. Rundqvist (68.) 4:3 n. V.(1:2, 1:0, 1:1, 1:0) TschechienJ. Doležal (10.)R. Ťoupal (15.)D. Kadlec (60.) Olympiahalle, MünchenZuschauer: 9.300 30. April 1993 KanadaS. Corson (8.)D. Manson (22.)S. Corson (27.)E. Lindros (41.) 4:7(1:1, 2:4, 1:2) RusslandD. Juschkewitsch (11.)G. Titow (27.)K. Astrachanzew (28.)W. Bykow (33.)A. Chomutow (38.)W. Karpow (41.)G. Titow (55.) Olympiahalle, MünchenZuschauer: 11.000
Spiel um Platz 3 1. Mai 1993 TschechienJ. Doležal (8.)T. Kapusta (23.)J. Beránek (39.)P. Rosol (42.)P. Rosol (44.) 5:1(1:1, 2:0, 2:0) KanadaA. Graves (3.) Olympiahalle, MünchenZuschauer:6.800
Finale 2. Mai 1993 SchwedenM. Renberg (50.) 1:3(0:2, 0:1, 1:0) RusslandG. Titow (2.)A. Nikolischin (8.)A. Chomutow (28.) Olympiahalle, MünchenZuschauer: 10.500
Abschlussplatzierung der A-WM Pl Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
Absteiger in die B-Gruppe: Aufsteiger aus der B-Gruppe:
mini|250px|Bronzemedaille der tschechischen Nationalmannschaft WeltmeisterRussland Konstantin Astrachanzew, Ilja Bjakin, Wjatscheslaw Buzajew, Wjatscheslaw Bykow, Andrei Chomutow, Dmitri Frolow, Alexei Jaschin, Dmitri Juschkewitsch, Jan Kaminski, Waleri Karpow, Alexander Karpowzew, Maxim Michailowski, Andrei Nikolischin, Sergei Petrenko, Sergei Puschkow, Andrei Saposchnikow, Sergei Schendelew, Alexander Smirnow, Sergei Sorokin, Andrei Sujew, German Titow, Andrei Trefilow, Igor WarizkiTrainer: Boris Michailow SilberSchweden Roger Åkerström, Mikael Andersson, Peter Andersson, Peter Åslin, Charles Berglund, Jonas Bergqvist, Arto Blomsten, Ulf Dahlén, Peter Forsberg, Patrik Juhlin, Kenneth Kennholt, Jan Larsson, Stefan Larsson, Markus Näslund, Stefan Nilsson, Michael Nylander, Peter Popovic, Mikael Renberg, Thomas Rundqvist, Tommy Söderström, Fredrik Stillman, Michael SundlövTrainer: Curt Lundmark BronzeTschechienPetr Bříza, Roman Turek, Zdeněk Orct; Leo Gudas, Miloš Holaň, Drahomír Kadlec, Bedřich Ščerban, Antonín Stavjaňa, Miloslav Hořava, Aleš Flašar; Petr Rosol, Kamil Kašťák, Richard Žemlička, Jiří Kučera, Jan Čaloun, Petr Hrbek, Tomáš Kapusta, Otakar Janecký, Roman Horák, Martin Hosták, Radek Ťoupal, Jiří Doležal, Josef BeránekTrainer: Ivan Hlinka, Jaroslav Walter
Auszeichnungen Spielertrophäen Auszeichnung Spieler Team Bester Torhüter Petr Bříza Bester Verteidiger Dmitri Juschkewitsch Bester Stürmer Eric Lindros
All-Star-Team Angriff: Ulf Dahlén – Eric Lindros – Mikael Renberg Verteidigung: Ilja Bjakin – Dave Manson Tor: Petr Bříza
Beste Scorer Abkürzungen: Sp = Spiele, T = Tore, V = Assists, Pkt = Punkte; Fett: Turnierbestwert Spieler Team Sp T V PktEric Lindros Kanada 8 11 6 17Andrei Chomutow Russland 8 5 7 12Shayne Corson Kanada 8 3 7 10Dave Manson Kanada 8 3 7 10Petr Rosol Tschechien 8 4 5 9Waleri Karpow Russland 8 4 5 9Paul Kariya Kanada 8 2 7 9Dieter Hegen Deutschland 6 6 2 8Mikael Renberg Schweden 8 5 3 8Martin Hosták Tschechien 8 4 4 8
B-Weltmeisterschaft in Eindhoven, Niederlande
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