mini|Dorfgaststätte in Untereichenbach
Untereichenbach (fränkisch: Under-acheba bzw. Nider-achebaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 183. Dort folgendermaßen transkribiert: „underáchəba“ bzw. „nidəráchəba“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Untereichenbach liegt in der Gemarkung Eyb.
Geografie Das Dorf liegt am Eichenbach und an einem namenlosen Bach, der dort als linker Zufluss in den Eichenbach mündet. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Eyb (1,2 km südwestlich) bzw. zur Bismarck-Kaserne der US Army (0,7 km östlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt zur Bundesstraße 14 (1,5 km nördlich) zwischen Obereichenbach (0,7 km westlich) und Katterbach (1 km westlich), eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kaltengreuth (1 km südlich).
Geschichte Der Ort wurde 1317 als „Nidern Eichenbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort die Baumgattung Eiche ist.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 182f. Ursprünglich unterstand der Ort dem Ortsadel der Aycher.K. H. v. Lang: Landgericht Ansbach, S. 24.
Im Jahre 1460 überfielen Herzog Ludwig IX. von Bayern und dessen Verbündete den Ansbacher Markgrafen Albrecht Achilles. Dabei plünderten und zerstörten sie durch Feuer Eyb und die benachbarten Dörfer Alberndorf, Grüb, Hirschbronn, Katterbach, Obereichenbach, Pfaffengreuth und Untereichenbach.A. Biernoth: 25 Jahre Eingemeindungen in die Stadt Ansbach, [Seitenangaben fehlen]
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Untereichenbach neun Mannschaften verzeichnet. Zwei Anwesen (ein Hof, ein Gütlein) unterstanden dem Hofkastenamt Ansbach, fünf Anwesen dem Stiftsamt Ansbach und zwei Anwesen dem Bürgermeister und Rat zu Ansbach. Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 129, 3610. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 692.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Untereichenbach mit der Schockenmühle eine Realgemeinde bestehend aus zwölf Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Ansbach als Grundherrn (Hofkastenamt Ansbach: 2 Halbhöfe, 1 Köblergut, 1 Leerhaus; Stiftsamt Ansbach: 1 Hof, 2 Halbhöfe, 1 Gut, 1 Köblergut, 1 Mühle; Ansbacher Rat: 1 Hof, 1 Mühlgut).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 917.Laut J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 619, soll es 13 Untertansfamilien gegeben haben. Eine soll dem eichstättischen Kastenamt Abenberg unterstanden haben. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 987f.
Mit dem Gemeindeedikt wurde Untereichenbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Eyb und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Eyb zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Diese wurde am 1. Oktober 1970, also nach der Gebietsreform in Bayern, in die Stadt Ansbach eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 85 79 80 95 91 81 84 94 58 69 72HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 14 14 13 13 12 11 12 15Quelle Dort als Unteraichenbach eingetragen.
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Alban (Sachsen bei Ansbach) gepfarrt, seit 1808 ist die Pfarrei St. Lambertus (Eyb) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1317