Milmersdorf (fränkisch: Milmasch-dorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 132. Dort folgendermaßen transkribiert: „milməschdorf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Sachsen bei Ansbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Milmersdorf liegt in der Gemarkung Sachsen b.Ansbach.
Geografie Durch das Dorf fließt der Milmersbach. Nördlich schließt sich der Milmersdorfer Forst an, westlich das Waldgebiet Urles. Östlich liegt die Flur Milmersdorfer Leiten, südlich die Bergäcker. Der Ort ist durch ein Neubaugebiet mit dem westlich gelegenen Sachsen zusammengewachsen. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die Kreisstraße AN 12 kreuzend nach Sachsen (1,3 km südwestlich) bzw. nach Herpersdorf zur Staatsstraße 2412 (2 km östlich).
Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1450 als „Wilmannsdorff“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname „Willmann“. Eine Person dieses Namens ist als Gründer dieser Siedlung anzunehmen.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 132 f.
Im Salbuch des nürnbergischen Pflegamtes Lichtenau von 1515 wurden für Milmersdorf 3 Untertansfamilien angegeben, die alle der Reichsstadt Nürnberg unterstanden.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 744.
Laut der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 zählte der Ort zur Hauptmannschaft Sachsen. Es gab 3 Untertansfamilien, die alle nürnbergisch waren (Landesalmosenamt: 1, Mendelsche Zwölfbruderstiftung: 1, St.-Klara-Klosteramt: 1).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 747.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Milmersdorf drei Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Pflegamt Lichtenau aus. Die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt: 1 Hof, Mendelsche Zwölfbruderstiftung: 1 Hof, St.-Klara-Klosteramt: 1 Hof).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 887.
1806 kam Milmersdorf zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Milmersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sachsen und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Sachsen zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963.
Einwohnerentwicklung Jahr 1810 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 37 37 36 45 41 45 41 42 61 77 170 39 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. In den Jahren 1810 und 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 5 6 6 7 7 6 6 15 11 Quelle G. Rusam: Geschichte der Pfarrei Sachsen und der zugehörigen Orte, S. 312.
Religion Milmersdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Alban (Sachsen bei Ansbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannes (Lichtenau) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Sachsen bei Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1450