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Alberndorf (fränkisch: Albean-dorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 37. Dort folgendermaßen transkribiert: „albəʳndorf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Sachsen bei Ansbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.

Geografie Lage Unmittelbar südlich des Dorfes fließt die Fränkische Rezat, durch den Ort fließt ein namenloser linker Zufluss der Rezat. Alberndorf bildet mit dem südlich gelegenen Steinbach eine geschlossene Siedlung. Beide Orte haben fortlaufende Hausnummern. Unmittelbar nördlich von Alberndorf verläuft die Staatsstraße 2223, die nach Eyb (3 km westlich) bzw. nach Sachsen führt (1,6 km östlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Hirschbronn (1 km nördlich) und nach Steinbach (0,3 km südlich).

Gemarkung Die Gemarkung Alberndorf hat eine Fläche von 8,619 km². Sie ist in 1099 Flurstücke aufgeteilt. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Büchenmühle, Hirschbronn, Neukirchen und Steinbach.

Ortsname Der Ort wurde 1268 als „Adalberndorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Adalbero. Eine Person dieses Namens ist als Gründer des Ortes anzusehen.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 36f.

Geschichte Alberndorf war ursprünglich eine Einzelhofsiedlung, die in der Ausbauphase der Fränkischen Landnahme entstand. Ursprünglicher Lehnsherr war das Hochstift Würzburg. Wohl im 12. Jahrhundert kam es zu einer Ausgründung am südlichen Rezatufer, die 1210 erstmals als Steinbach bezeichnet wurde. Spätestens ab dem 14. Jahrhundert war die Burggrafschaft Nürnberg Lehnsherr. Im burggräflichen Urbar des Amtes Ansbach (1361/64) wurden für „Albrehttorf“ (und Steinbach) 14 Untertansfamilien verzeichnet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 229. Neben den Burggrafen hatte auch das Kloster Heilsbronn grundherrliche Ansprüche über zwei Güter im Ort. 1268 überließ Abt Rudolf an Burkhard von Eschenbach auf Lebenszeit gegen einen festgesetzten Zins.G. Rusam: Geschichte der Pfarrei Sachsen und der zugehörigen Orte, S. 27. Im Salbuch der Deutschordenskommende Nürnberg aus dem Jahr 1343 wurden diese zwei Güter als zwei Lehen des Stadtvogteiamtes Eschenbach aufgelistet.Staatsarchiv Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg, Salbuch 134 (= Gerhard Pfeifer (Bearb.): Die ältesten Urbare der Deutschordenskommende Nürnberg, Neustadt/Aisch 1981, S. 55–78). Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 531. 1313 übergab Gottfried von Heideck seinen Hof in Alberndorf dem Gumbertusstift.H. Dallhammer: Sachsen b. Ansbach: eine Chronik, S. 78.

1460 überfiel Herzog Ludwig IX. von Bayern und dessen Verbündete den Ansbacher Markgrafen Albrecht Achilles. Dabei plünderte und zerstörte man durch Feuer u. a. Eyb und die benachbarten Dörfer Alberndorf, Grüb, Hirschbronn, Katterbach, Obereichenbach, Pfaffengreuth und Untereichenbach.

Auch während des Dreißigjährigen Kriegs wurde Alberndorf schwer getroffen. 1637 waren vier von den zehn Untertansfamilien tot, die noch lebenden geflohen und der Ort selbst verbrannt und öde.G. Rusam: Geschichte der Pfarrei Sachsen und der zugehörigen Orte, S. 119. 1669 begann die Neubesiedelung des Ortes.G. Rusam: Geschichte der Pfarrei Sachsen und der zugehörigen Orte, S. 372.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach wurden für Alberndorf und Steinbach 19 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (10), das Stiftsamt Ansbach (5), Bürgermeister und Rat zu Ansbach (2) und das Stadtvogteiamt Eschenbach (2). Das Hofkastenamt hatte das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 71. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 678.

Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Alberndorf mit Steinbach eine Realgemeinde. In Alberndorf gab es neun Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde unverändert vom Hofkastenamt Ansbach ausgeübt. Die grundherrlichen Ansprüche verteilten sich wie folgt: Hofkastenamt Ansbach (1 Hof, 3 Halbhöfe, 1 Söldengut, 1 Leerhaus, 1 Schmiede), Stiftsamt Ansbach (1 Tafernwirtschaft mit Schmiedrecht), Ansbacher Rat, Johannispflege (1 Söldengut).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 828. In Alberndorf und Steinbach gab es insgesamt 23 Untertansfamilien, von denen 21 ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 40. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.

Im Jahre 1806 kam Alberndorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Alberndorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Eyb und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Eyb zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. 1818 stellte Alberndorf einen Antrag auf Bildung einer Ruralgemeinde mit Büchenmühle, Hirschbronn und Steinbach. Dieser wurde jedoch abgelehnt. 1824 wurde erneut ein Antrag gestellt, diesmal auch mit Neukirchen. Es kam auch hier vorerst zur Ablehnung. Am 30. September 1827 schließlich wurde die Bildung der Ruralgemeinde Alberndorf genehmigt, zu der die Orte Büchenmühle, Hirschbronn, Neukirchen und Steinbach gehörten.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 946. Die Gemeinde war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach (1919 in Finanzamt Ansbach umbenannt). Ab 1862 gehörte Alberndorf zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1870 beim Landgericht Ansbach, von 1870 bis 1879 war das Stadt- und Landgericht Ansbach zuständig, seit 1880 ist es das Amtsgericht Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 976. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 9,213 km². Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Alberndorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Sachsen eingemeindet.

Baudenkmäler In Alberndorf gibt es zwei Baudenkmäler: Haus Nr. 6: Portal, Sandstein, bezeichnet 1765, darüber Wappen Rezatbrücke zwischen Alberndorf und Steinbach. Quadersteinbau mit gemauertem Bogen. Jahreszahl unleserlich (wohl 17./18. Jahrhundert)

ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 4: Türsturz, 1735

Bodendenkmäler In der Gemarkung Alberndorf gibt es sechs Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Alberndorf Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 367 384 393 379 381 370 388 395 378 346 358 352 366 397 400 412 360 355 498 510 481 467 472HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 56 62 70 70 70 64 69 87 Quelle

Ort Alberndorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 66 80 83 84 62 71 88 118 85 119 66 Häuser 12 13 13 16 13 12 16 19 Quelle

Religion Alberndorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Alban (Sachsen bei Ansbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt. Zum 1. Januar 2026 wechselte der Ort in das Bistum Eichstätt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Sachsen bei Ansbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1268 Kategorie:Gemeindegründung 1827 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort an der Fränkischen Rezat Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach