Bernard Rudofsky (* 19. März 1905 in Zauchtel, Mähren; † 12. März 1988 in New York City) war ein österreichisch-amerikanischer Architekt. Er war ein international aktiver Kulturtheoretiker, sowie Architektur- und Designkritiker, der sich intensiv mit dem Zusammenhang zwischen Lebensstil, Design und Architektur beschäftigte. Er war Autor von Veröffentlichungen zu dem von ihm geprägten Begriff der Anonymen Architektur. mini|Villa Positano
Werdegang Bernard Rudofsky besuchte von 1918 bis 1922 die Realmittelschule, Wien 15, Henriettenplatz und studierte von 1922 bis 1928 Architektur und Bauingenieurwesen an der TH Wien. Er arbeitete von 1928 bis 1930 bei O. R. Salvisberg in Berlin und von 1930 bis 1932 bei Theiss & Jaksch in Wien. 1931 promovierte er. 1936 arbeitete er mit L. Gábor und 1937 mit Gio Ponti zusammen. 1948 erlangte er die US-Staatsbürgerschaft. Bernard Rudofsky lehrte von 1950 bis 1960 an der Waseda-Universität Tokio, 1975 an der Kunstakademie Kopenhagen und an der Yale School of Architecture. Er war zwischen 1960 und 1965 Konsulent des MoMA.
Er siedelte nach Neapel, São Paulo, Capri (1932) und Procida (1935) über. Er machte Reisen nach Bulgarien (1925, 1929), Türkei (1925), Frankreich (1926), Italien (1926), Schweiz (1926), Schweden (ab 1928), Türkei (1929), Griechenland (1929), Jugoslawien (1930), Japan (1955). Er hatte einen 2-monatigen Aufenthalt auf Santorin (1929), 6-monatigen Aufenthalt in Rio de Janeiro (1938), Aufenthalt in New York (ab 1941), einen 9-monatigen Aufenthalt auf Hawaii (1958) und 1985 einen Indienaufenthalt.
Werk Bücher
Are Clothes Modern? 1947. Behind the Picture Window. 1955. Japan: Book Design Yesterday. 1962.
The Kimono Mind. An Informal Guide to Japan and the Japanese. 1965.
The Unfashionable Human Body. 1971. The Prodigious Builders. Notes toward a natural history of architecture with special regard to those species that are traditionally neglected or downright ignored. 1977. Now I Lay Me Down to Eat. Notes and footnotes on the lost art of living. 1980. Sparta/Sybaris. Keine neue Bauweise, eine neue Lebensweise tut not. Hrsg.: Österreichisches Museum für angewandte Kunst, Wien, Residenz Verlag, Salzburg / Wien 1987, ISBN 3-7017-0501-1.
Bauten
1930–1931: Gymnasium Wenzgasse, Wien-Hietzing als Mitarbeiter von Theiss & Jaksch 1934–1937: Casa d’Oro, Posillipo mit Luigi Cosenza 1939: Haus Holenstein, Itapecirica 1940: Haus Frontini, São Paulo 1940: Haus Arnstein, São Paulo 1948–1949: Garten Nivola, Amagansett-Long Island 1960: Garten Carmel, Grosspoint-Vernon Hills 1967–1968: Geschäftslokal für TAP, New York 1968–1972: La Casa, Frigiliana mit José Antonio Coderch
Möbel
1944: Stoffdesigns, Bernardo Sandalen 1949: Stoffdesign für Schiffer Prints, Louvre-light Alpha mit R. Blow 1954: Möbelserie für Hans Knoll 1985: Paravents, Schuhe, Sandalen für „Golden Eye“, Entwicklungsprogramm für Indien
Ehrungen und Preise
1957, 1959: Fulbright Scholar Award 1977: Johann Joseph Ritter von Prechtl-Medaille 1986: Preis der Stadt Wien für Architektur 2009: Rudofskyweg, Wien-Donaustadt (22. Bezirk)
Ausstellungen
1964–1965: Architecture Without Architects. MoMA 1987: Bernard Rudofsky: Sparta/Sybaris. Keine neue Bauweise – eine neue Lebensweise tut not. Museum für angewandte Kunst Wien 2007: Lessons from Bernard Rudofsky. AZWLernen von Bernard Rudofsky 4.10.2023—26.11.2023: SAMMELN IM FOKUS 10: Textile Objekte aus dem Besitz von Berta und Bernard Rudofsky. Museum für angewandte Kunst Wien
Sekundärliteratur Andrea Bocco Guarneri: Bernard Rudofsky: A Humane Designer. Springer-Verlag, Wien 2003, ISBN 3-211-83719-1. Monika Platzer: Lessons from Bernard Rudofsky. Das Leben eine Reise. Ausstellung Architekturzentrum Wien 2007, The Getty Research Institute, Los Angeles 2008, Birkhäuser Verlag, Basel 2007, ISBN 978-3-7643-8359-6. Ugo Rossi: Bernard Rudofsky architect. Clean Edizioni, Napoli, 2016, ISBN 978-88-8497-527-0.
Weblinks
Gespräch mit Monika Platzer und Maria Welzig: Zur Person Bernard Rudofsky. Radio ORANGE 94.0, 5. März 2007 Radiobeitrag zur Zusammenarbeit zwischen Rudofsky und Costantino Nivola: Ein Garten auf Long Island, Ö1 Leporello, 2016 Eintrag zu Rudofsky im Design Info Pool auf MAK.at Nachlaß und Rechteverwaltung von Bernard Rudofsky
Einzelnachweise
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