Winterhof (fränkisch: WinderhofE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 204.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Winterhof liegt in der Gemarkung Bertholdsdorf.
Geographie Die Einöde liegt in einer Senke. 600 Meter südwestlich befindet sich die Mehln, eine 417 Meter hohe Erhebung. Der Weiher in Winterhof rechts am Weg in Richtung Lanzendorf wurde 1850 noch Espanweiher genannt.E. Dohms: Bertholdsdorf, S. 44 f. Ein Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kitschendorf (0,9 km nördlich) bzw. nach Bertholdsdorf zur Kreisstraße AN 28 (0,7 km südlich), eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Lanzendorf (0,4 km nordöstlich).
Geschichte Der Ort wurde am 22. März 1499 erstmals urkundlich erwähnt, als Oswald und Christoph von Seckendorff von den Herren von Wallenrod Besitz in Bertholdsdorf abkauften, darunter auch der Winterhof.Staatsarchiv Nürnberg, Oberamt Windsbach, Rep. 155 Nr. 3, S. 52. Zitiert nach E. Dohms: Bertholdsdorf, S. 38. Das Toponym „Winter–“ bezeichnet die Nordlage eines Orts oder auch ganz allgemein eine kalte Lage. Der Ort wurde durch Jahrhunderte hindurch auch als „Einöde Windenhof“ bezeichnet.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurde für Winterhof eine Mannschaft verzeichnet, die dem brandenburg-ansbachischen Kastenamt Windsbach unterstand. Der Ort gehörte zur Realgemeinde Bertholdsdorf. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 8. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 733.
Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Winterhof zu Bertholdsdorf. Er unterstand weiterhin dem Kastenamt Windsbach. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt der Winterhof bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 30 des Ortes Bertholdsdorf. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 978.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Winterhof dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bertholdsdorf und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Bertholdsdorf zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Winterhof am 1. Mai 1978 nach Windsbach eingemeindet.
Bau und Bodendenkmäler Winterhof 3: ein eingeschossiges Wohnstallhaus mit Fachwerkgiebel aus dem 18./19. Jahrhundert. Siedlung vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung im Luftbild erkennbar, rund 600 Meter südöstlich.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2012Einwohner 7 8 8 14 13 15 9 10 12 7 9HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 1 1 1 2 2 2 2 2 Quelle
Religion Winterhof ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Georg (Bertholdsdorf) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Vitus (Veitsaurach) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Windsbach Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1499