Gotzendorf (fränkisch: GotsndorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 86.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lichtenau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Gotzendorf liegt in der Gemarkung Wattenbach.

Geografie Das Dorf liegt am Zandtbach. 0,75 km südlich liegt die Flur Dorngarten. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße AN 14 (0,5 km nordwestlich), die nach Unterrottmannsdorf (1,6 km westlich) bzw. nach Wattenbach (1,4 km nordöstlich) verläuft. Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Bammersdorf (1,6 km südwestlich) bzw. nach Wöltendorf zur AN 12 (1,4 km östlich).

Geschichte Der Ort wurde 1291 als „Göstendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der slawische Personenname Gosto. Eine Person dieses Namens ist als Gründer des Ortes anzunehmen. 1352 erhielt das Kloster Heilsbronn Güter von Ludwig von Eyb als Geschenk.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 445.

Im Salbuch des nürnbergischen Pflegamtes Lichtenau von 1515 wurden für Gotzendorf mit Mühle 9 Untertansfamilien angegeben, die alle das Stadtvogteiamt Eschenbach des Deutschen Ordens als Grundherrn hatten.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 744.

Im 16-Punkte-Bericht des heilsbronnischen Vogtamts Merkendorf aus dem Jahr 1616 wurde für Gotzendorf 1 Gut angegeben, das dem Verwalteramt Merkendorf unterstand. Die anderen Grundherrn wurden nicht aufgelistet.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 25, 19. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 741.

In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 gehörte der Ort zur Hauptmannschaft Immeldorf. Gotzendorf mit Gotzen- und Erlenmühle bildete eine Realgemeinde mit 12 Untertansfamilien, die alle fremdherrisch waren.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 745.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Gotzendorf mit der Gotzen- und Erlenmühle eine Realgemeinde bestehend aus 14 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das Pflegamt Lichtenau aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stadtvogteiamt Eschenbach inne. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Verwalteramt Merkendorf: 1 Dreiviertelhof, 1 Viertelhof; Hofkastenamt Ansbach: 3 Halbhöfe) und der Deutsche Orden (Stadtvogteiamt Eschenbach: 3 Höfe, 2 Halbhöfe, 1 Gut, 2 Mühlen; Amt Nürnberg: 1 Gut).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 860f.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Gotzendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sauernheim und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Sauernheim zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Gotzendorf in die neu gebildete Ruralgemeinde Wattenbach umgemeindet. Diese wurde am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Lichtenau eingegliedert.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1013f.

Baudenkmal Fraischstein der ehemaligen nürnbergischen Pflegschaft Lichtenau im Neubruch am Weg nach Bammersdorf, wohl aus dem frühen 18. Jahrhundert, hoher Sandstein mit satteldachartigem Abschluss und verwittertem Nürnberger Wappenrelief.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 70 81 95 83 80 79 74 87 56 66 67 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 10 14 14 14 13 12 12 13Quelle

Religion Gotzendorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Georg (Immeldorf) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannes (Lichtenau) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Lichtenau (Mittelfranken) Kategorie:Ersterwähnung 1291 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft