Claffheim (fränkisch: „Glōfa“) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Claffheim hat eine Fläche von 6,343 km². Sie ist in 735 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8629,62 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hohe Fichte und Winterschneidbach.

Geografie Durch das Dorf fließt der Ortsbach, rechter Zufluss des Hesselbachs, der links in die Altmühl fließt. Im Süden liegt das Gartenfeld, im Westen das Holzfeld, im Nordosten der Gemeindewald und 0,5 km südöstlich das Brücklesfeld. Nordöstlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 13. Sie führt zur Anschlussstelle 52 der Bundesautobahn 6 (0,5 km nördlich) bzw. an Nehdorf und Leidendorf vorbei nach Merkendorf (10 km südöstlich). Die Staatsstraße 2221 führt nach Hohe Fichte zu einer Anschlussstelle der B 13 (0,4 km nördlich) bzw. nach Burgoberbach (1,2 km südlich).

Geschichte Claffheim wurde am 14. Mai 1268 erstmals in einer Urkunde erwähnt, in der sich Ritter Hugo von Claffheim mit dem Scholaster Otto des Gumbertus-Stiftes über die Güter in dem Ort einigte. Ursprünglich gehörte Claffheim wie Winterschneidbach zur Urpfarrei Sachsen.A. Biernoth: 25 Jahre Eingemeindungen in die Stadt Ansbach, [Seitenangaben fehlen]

Im Würzburger Lehenbuch, das zwischen 1303 und 1313 entstand, wurden für den Ort 1 Hof und 2 Seldenhäuser verzeichnet, über die die Herren von Heideck die Grundherrschaft und Vogtei hatten.Staatsarchiv Würzburg, Würzburger Lehenbücher 1. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 187. Das Kloster Heilsbronn kaufte 1318 von Gottfried von Heideck und Dietrich Spieß von Onolzbach einen Hof und zwei Söldengüter. 1456 wurde die sogenannte Trautmannswiese zwischen Deßmannsdorf und Claffheim von dem Bürger Muselt aus Ansbach erworben. Insgesamt erwarb das Kloster im Ort sechs Anwesen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 439 f.

Im 16-Punkte-Bericht des heilsbronnischen Vogtamts Merkendorf aus dem Jahr 1616 wurden für Claffheim 2 Höfe und 3 Güter angegeben, die dem Verwalteramt Merkendorf unterstanden. Die Anwesen anderer Grundherren wurden nicht aufgelistet.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 25, 18. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 741. Im Dreißigjährigen Krieg verödeten alle heilsbronnischen Anwesen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 440.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Claffheim 17 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (1 Anwesen), das Stiftsamt Ansbach (4), das Verwalteramt Merkendorf (5), der Bürgermeister und Rat zu Ansbach (1), ein Herr von Mohr (5) und der Geheime Rat Förster (1). Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 394. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 680.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Claffheim 21 Untertansfamilien, von denen 16 ansbachische Ämter als Grundherrn hatten.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 532. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.

Im Jahre 1806 kam Claffheim an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Claffheim dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Burgoberbach und der wenig später gegründeten Ruralgemeinde Burgoberbach zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Claffheim, zu der Hohe Fichte gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herrieden zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Herrieden (von 1919 bis 1950 Finanzamt Herrieden, seit 1929 Finanzamt Ansbach).

In den Jahren 1821 und 1822 versuchte das Landgericht Ansbach, sich die dem Herriedener Landgericht unterstehenden Orte Claffheim, Hohe Fichte, Seebronn und Winterschneidbach einzuverleiben, was jedoch am fehlenden Interesse der betroffenen Orte scheiterte.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1932, Tit. Ib, 141–144. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 946. Spätestens 1846 wurde Winterschneidbach von Burgoberbach nach Claffheim umgemeindet. Ab 1862 gehörte Claffheim zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herrieden (1879 in Amtsgericht Herrieden umbenannt), seit 1931 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,353 km².

Im Kontext des sich zuspitzenden Kalten Krieges wurde Ende der 1950er Jahre am Rande der Gemeinde (Koordinaten= ) eines von zehn bundesdeutschen Warnämtern, das Warnamt IX, in Betrieb genommen. Diese völkerrechtlich besonders geschützte und teilweise verbunkerte Zivilschutzbehörde war bis in die 1990er Jahre mit der Warnung und Alarmierung der Bevölkerung vor Gefahren im Frieden und Verteidigungsfall betraut.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 1. Juli 1972 nach Ansbach eingegliedert.

In der Nähe des Ortes wurde eine Müllverbrennungsanlage (Thermoselect-Verfahren) errichtet, deren Inbetriebnahme allerdings nie genehmigt wurde.Artikel zur Müllverbrennungsanlage, Bilder zur Müllverbrennungsanlage

Bodendenkmäler In der Gemarkung Claffheim gibt es drei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Claffheim Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 102 255 239 247 243 249 274 274 267 251 246 252 249 251 279 288 279 288 284 426 404 374 312 348HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 26 42 46 48 50 54 52 54 55 Quelle Für die Gemeinde Claffheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Hohe Fichte (S. 16). Dort irrtümlicherweise Daten von Claffheim angegeben, sowie die Daten von Hohe Fichte sich auf S. 16 finden. Ort Claffheim irrtümlicherweise mit 101 Einwohnern angegeben. Der Gesamteinwohnerzahl der Gemeinde entsprechend muss der Ort 201 E. haben.

Ort Claffheim Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 93 125 113 133 112 116 126 201 161 160 159Häuser 24 22 25 27 24 25 28 35Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Brodswinden) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Nikolaus (Burgoberbach) gepfarrt.

Schule Die Kinder aus Claffheim besuchen die Grundschule in Burgoberbach.

Söhne und Töchter des Ortes Hans Roser (1931–2005), Theologe und Politiker

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Ansbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1268 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Gemarkung in der kreisfreien Stadt Ansbach