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Kirschendorf (fränkisch: KiaschndorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 114. Dort folgendermaßen transkribiert: „kiʳschndorf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lichtenau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Kirschendorf liegt in der Gemarkung Schlauersbach.

Geografie Der Weiler liegt am Weihergraben, einem rechten Zufluss der Fränkischen Rezat. Der Ort ist westlich vom Hinterholz und östlich von den Oberen Hölzern umgeben. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Sauernheim (1,5 km südlich) bzw. zur Staatsstraße 2223 (0,6 km nördlich).

Geschichte Der Ort wurde 1304 als „Churssindorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist das mittelhochdeutsche Wort „kürsen“ (= Pelzrock). Demnach war das Dorf für seine Pelzrockherstellung bekannt. 1613 wurde der Ort erstmals als „Kirschendorff“ umgedeutet, da die Bedeutung des ursprünglichen Wortes offensichtlich nicht mehr bekannt war. Kirschenanbau ist im Übrigen aufgrund der dafür ungünstigen Ortslage unwahrscheinlich.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 114.

Das Kloster Heilsbronn erwarb dort ein Anwesen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 228. Laut dem Salbuch der Deutschordenskommende Nürnberg aus dem Jahr 1343 gehörten dem Stadtvogteiamt Eschenbach in Kirschendorf 1 Hube.Staatsarchiv Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg, Salbuch 134 (= Gerhard Pfeifer (Bearb.): Die ältesten Urbare der Deutschordenskommende Nürnberg, Neustadt/Aisch 1981, S. 55–78). Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 531. Im Salbuch des nürnbergischen Pflegamtes Lichtenau von 1515 wurde Kirschendorf aufgelistet, jedoch ohne weitere Angaben.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 744.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für Kirschendorf 4 Mannschaften verzeichnet: 2 Höfe unterstanden dem Stiftsamt Ansbach, 1 Hof dem Stadtvogteiamt Eschenbach und 1 Hof der Reichsstadt Nürnberg. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 731. 1707 wurde eine Zapfenhäuslein errichtet, das dem Kastenamt Windsbach unterstand. In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 zählte der Ort zur Hauptmannschaft Immeldorf. Es gab 5 Untertansfamilien, von denen ein Halbhof dem St.-Klara-Klosteramt der Reichsstadt Nürnberg unterstand.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 745.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kirschendorf fünf Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Kastenamt Windsbach: 1 Schenkstatt, Stiftsamt Ansbach: 1 Halbhof, Pfarrei Sachsen: 1 Söldengut), das Stadtvogteiamt Eschenbach (1 Hof) das St.-Klara-Klosteramt (1 Halbhof).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 875f. Es gab zu dieser Zeit 6 Untertansfamilien, von denen 4 ansbachisch waren. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1009.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kirschendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Immeldorf und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Immeldorf zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Kirschendorf in die neu gebildete Ruralgemeinde Schlauersbach umgemeindet. Am 1. April 1971 wurde diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Lichtenau eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 45 46 48 54 45 50 52 68 47 46 37HäuserEs Sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 8 8 10 10 10 10 10 9Quelle

Religion Kirschendorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Georg (Immeldorf) gepfarrt. Ein Anwesen war jedoch bis ins 18. Jahrhundert nach St. Margareta (Windsbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannes (Lichtenau) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Lichtenau (Mittelfranken) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1304 Kategorie:Ort an der Fränkischen Rezat