Helmighausen ist ein Ortsteil der Stadt Diemelstadt im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Geografische Lage Helmighausen liegt im Westen von Diemelstadt im sog. Roten Land am Rand des Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3198.
Geschichte Ortsgeschichte Das Dorf entstand wahrscheinlich um 500 n. Chr. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Helmighausen erfolgte unter dem Namen Helmeringhusen im Jahr 1046 in einer Urkunde der Propstei Marsberg. Diese Urkunde ist eine Abschrift aus dem 17. Jahrhundert. Im Original erhalten ist eine Urkunde der Propstei aus dem Jahr 1304, in der Helmelinchusen erwähnt wird.
Der auf die Farbe hinweisende, schwer zu bearbeitende Boden, der durch die Verwitterung von roten Sandsteinen aus dem unteren Buntsandstein einstanden ist, hat der Region die Bezeichnung „Rotes Land“ gegeben. Das Ortsbild prägen gut erhaltene Fachwerkhäuser. Sehenswert ist die um 1300 erbaute Kirche.
Die Wasserburg Helmighausen wurde um 1700 abgebrochen und durch einen Gutshof mit noch heute stehendem Herrenhaus ersetzt.
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Am 31. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Helmighausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Diemelstadt eingegliedert. Für Helmighausen, wie für alle durch die Gebietsreform nach Diemelstadt eingegliederten Gemeinden, wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Helmighausen angehört(e):
vor 1712: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Rhoden ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden ab 1807: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberamt der Diemel ab 1816: Fürstentum Waldeck, Oberjustizamt der Diemel ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (seit 1849), Kreis der TwisteTrennung zwischen Justiz (Kreisgericht Arolsen) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis der Twiste ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Stadt Diemelstadt ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Stadt Diemelstadt
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Helmighausen 351 Einwohner. Darunter waren 3 (0,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 51 Einwohner unter 18 Jahren, 159 waren zwischen 18 und 49, 69 zwischen 50 und 64 und 72 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 150 Haushalten. Davon waren 39 Singlehaushalte, 39 Paare ohne Kinder und 54 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 27 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 96 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon 1541: 29 Häuser 1620: 32 Häuser 1650: 24 Häuser 1738: 35 Häuser 1770: 55 Häuser, 261 Einwohner
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 442 evangelische (= 97,57 %), 11 katholische (= 2,43 %) Einwohner • 1961: 341 evangelische (= 90,45 %), 22 katholische (= 5,87 %) Einwohner
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Fachwerkhäuser Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit Altar-Retabel (Triptychon) von 1621 Nachtwächter-Denkmal am BrunnenplatzNachtwächter-Denkmal Im Jahre 1976 wurde Helmighausen im damaligen Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden Landessieger.
Literatur Heinrich Bodenhausen und Friedrich Hübel: Das Rote Land. Helmighausen – Hesperinghausen – Kohlgrund – Neudorf. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 2014 (= Waldeckische Ortssippenbücher 88)
Weblinks Stadtteil Helmighausen. In: Webauftritt der Stadt Diemelstadt.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Diemelstadt) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1970