mini|St. Nikolauskirche mini|Feuerwehrhaus mini|Scheune mit Fachwerk mini|Sühnekreuz
Untereschenbach (fränkisch: (Unda)eschabaE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 17. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „(undɒ)éšɒbɒ“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.
Geografie Lage Das Kirchdorf liegt an der Fränkischen Rezat und am Erlbach, der dort als rechter Zufluss in die Rezat mündet. 0,5 km nördlich erhebt sich der Goldberg, 1 km westlich der Hengelberg und 1 km östlich der Brudersberg.
Die Staatsstraße 2223 führt nach Elpersdorf (1,9 km nordwestlich) bzw. nach Wassermungenau zur Bundesstraße 466 (2,5 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Hergersbach (2,6 km nordöstlich), die Kreisstraße AN 59 kreuzend zur B 466 bei Thonhof (3 km südlich) und nach Winkelhaid zur AN 59 (2,2 km südwestlich).
Gemarkung Die Gemarkung Untereschenbach hat eine Fläche von 4,557 km². Sie ist in 655 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6957,33 m² haben.
Geschichte 1310 wurde der Ort unter dem Namen „Eschenbach“ erstmals erwähnt, als das Kloster Heilsbronn dort ein Anwesen erwarb.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 17f.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 88. Gemäß dem Urbar des burggräflichen Windsbacher Amtes (1361/64) gab es in Untereschenbach drei Untertanen.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 501. In der Folgezeit wurden vom Kloster weitere Güter und Gefälle erworben.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 444.
In den Salbüchern des eichstättischen Kollegiatstifts St. Nikolaus zu Spalt von 1380 und 1517 wurden für Untereschenbach jeweils eine abgabenpflichtige Untertansfamilie verzeichnet.F. Eigler: Schwabach, S. 113. Im eichstättischen Salbuch von 1407 wurden für den Ort nur Abgaben von „gerewt Eckern von holtz“ verzeichnet, die dem Hochstift Eichstätt unterstanden.F. Eigler: Schwabach, S. 129. Der Hauptmannschaft Hergersbach der Reichsstadt Nürnberg unterstanden 1529 8 Untertansfamilien im Ort.F. Eigler: Schwabach, S. 347.
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde auf einem Bergsporn die St.-Nikolaus-Kirche als Wehrkirche mit dazugehörigem Friedhof errichtet.K. Dunz: Windsbach, S. 282.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für Untereschenbach 20 Mannschaften verzeichnet: 1 Mühle, 7 Höfe und 3 Güter unterstanden der Reichsstadt Nürnberg, 2 Güter dem Kastenamt Windsbach, 1 Mühle, 1 Hof und 1 Gut dem nunmehr brandenburg-ansbachischen Verwalteramt Merkendorf, 1 Gut dem Kastenamt Abenberg, 1 Gut dem Kastenamt Spalt, 1 Gut der Kirchenpflege zu Untereschenbach, 1 Hof dem Spital Schwabach. Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 12. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 733.Das Gut wird auch im Salbuch des Spalter Kollegiatstiftes von 1619 für Untereschenbach erwähnt. F. Eigler: Schwabach, S. 114.
Im Dreißigjährigen Krieg wurden der Ort und die Kirche zerstört, darunter auch die drei Güter des Klosters. In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 werden für den Ort 20 Untertansfamilien angegeben, wovon 10 dem Pflegamt unterstanden und 10 Fremdherren.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 748.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Untereschenbach 21 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Kastenamt Windsbach: 1 Halbhof, 1 Zappfenwirtschafts-Gütlein, 2 Leerhäuser, 1 Schmiede; Verwalteramt Merkendorf: 1 Mahlmühl-Halbhof, 2 Halbhöfe; Kastenamt Schwabach: 1 Ganzhof), die Reichsstadt Nürnberg (Spital- und Katharinenklosteramt: 2 Ganzhöfe, 1 Dreiviertelhof, 1 Köblergut, 2 Leerhäuser, 1 Mahl- und Sägmühle; Landesalmosenamt: 1 Dreiviertelhof; Spitalamt Heilig Geist: 1 Dreiviertelhof; Siechkobelstiftung St. Jobst: 1 Ganzhof) und das Hochstift Eichstätt (Kastenamt Spalt: 1 Halbhof; Kastenamt Abenberg: 1 Köblergut). Neben den Anwesen gab es noch das Gemeindehirtenhaus und die Filialkirche.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 917f. = F. Eigler: Schwabach, S. 426. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach. Zu dieser Zeit gab es 23 Untertansfamilien, von denen 9 ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 625: „Unterschenbach, ein im Fraischbezirke des Ansbachischen Oberamtes Windsbach, anderthalb Stunden westlich von Abenberg gelegenes Filialkirchdorf von 23 Unterthanen, wovon 2 Eichstättisch sind, deren einer zum Pfleg- und Kastenamte Abenberg, der andere aber zum fürstlichen Steueramte des Kollegiatstifts in Spalt gehört. Unweit dieses Dorfes fließt die fränkische Retzat vorbey, worüber dort eine Brücke geschlagen ist, und in welche unter der Brücke der Gersbach fällt, welcher durch Untereschenbach lauft.“
1806 kam Untereschenbach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Untereschenbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Wassermungenau und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Wassermungenau zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Untereschenbach. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Untereschenbach zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt) und zum Rentamt Spalt (1919–1932: Finanzamt Spalt, 1932–1972: Finanzamt Schwabach, seit 1972: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Heilsbronn, von 1880 bis 1970 war das Amtsgericht Roth zuständig, von 1970 bis 1972 das Amtsgericht Schwabach, seitdem ist es das Amtsgericht Ansbach.F. Eigler: Schwabach, S. 486f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,568 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Untereschenbach am 1. Juli 1972 nach Windsbach eingemeindet und kam damit zum Landkreis Ansbach.
Baudenkmäler Haus Nr. 9: ehemalige Mühle Haus Nr. 11: Wohnstallhaus Haus Nr. 28: ehemalige Säge- und Getreidemühle mit Stallgebäude und Bachzuleitung Evangelisch-lutherische Kirche St. Nikolaus mit Kirchhofbefestigung Scheune An der Straße von Untereschenbach nach Hergersbach steht ein Sühnekreuz mit Swastika. Dort sollen um 1450 zwei Schäfer gestritten und sich dabei erschlagen haben.K. Dunz: Windsbach, S. 285.
Bodendenkmäler Am östlichen Ortsrand von Untereschenbach wurden in einer Sandgrube Keramiken aus der Urnenfelderzeit gefunden.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 23.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 Einwohner 102 157 167 172 190 182 165 162 166 159 157 154 165 154 158 143 139 126 136 201 187 155 159 171 140HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 17 26 27 30 29 27 26 32 37Quelle
Wappen mini|Osterbrunnen In einer Entschließung vom 6. April 1957 genehmigte das Bayerische Staatsministerium des Inneren Untereschenbach ein Gemeindewappen. Die Blasonierung lautet: In Silber zwei rote Schrägbalken mit einer bewurzelten sechsblättrigen schwarzen Esche.
Religion Untereschenbach seit der Reformation überwiegend evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Andreas (Wassermungenau) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Bonifatius (Windsbach) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Windsbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1310 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ort an der Fränkischen Rezat Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach