mini|Feuerwehrhaus mini|Steinkreuz
Kettersbach (fränkisch: KeddaschbaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 114. Dort folgendermaßen transkribiert: „kedəschba“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Kettersbach liegt in der Gemarkung Brunn.
Geografie Durch das Dorf fließt der Kettersbach, ein rechter Zufluss der Aurach. Einen halben Kilometer östlich des Ortes liegt der Hundsrücken (), 0,5 km nordwestlich der Leimenbuck (). Unmittelbar westlich schließt sich die Flur Oberer Grund an.
Durch den Ort führt die Kreisstraße AN 15/RH 15, die den Ort mit Brunn (1,5 km südöstlich) und Rudelsdorf (1,8 km östlich) verbindet. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Veitsaurach zur AN 17 (1,6 km nördlich) bzw. nach Leipersloh (1,8 km südlich).
Geschichte Um 1050 war der Ort im Besitz des Grafen von Abenberg, ab 1296 unterstand er dem Hochstift Eichstätt.K. Dunz: Windsbach, S. 247. 1296 wurde der Ort als „Köterspach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom gleichlautenden Gewässernamen ab. Das Bestimmungswort des Gewässernamens ist wahrscheinlich der slawische Personenname „Choterad“.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 114. Demnach könnte es sich um eine Wendensiedlung handeln, die unter Karl dem Großen um 800 planmäßig nach Franken umgesiedelt wurden. Diese Namensdeutung erscheint jedenfalls zutreffender als die Erklärung, dass eine Reihe von Quellen zwischen Brunn und Kettersbach als Kette bezeichnet wurden, Kettersbach also die Siedlung am Bach mit den vielen Quellen sei.L. Hefele: Geschichte der Pfarrei Veitsaurach, S. 163–170. 1312 wurde der Ort „Chötgerzbach“ genannt, 1407 „Köttersbach“.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für Kettersbach zehn Mannschaften verzeichnet, die 5 Bauernhöfe und 5 Köblergüter bewohnten. Daneben gab es noch ein Gemeindehirtenhaus. Die Grundherrschaft über alle Anwesen übte das eichstättische Kastenamt Abenberg aus, das Hochgericht hatte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach inne.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 10. Zitiert nach
Im Dreißigjährigen Krieg erlitt Kettersbach schwere Schäden. Von 13 Höfen waren acht niedergebrannt und fünf verödet, weil die Einwohner flohen. Der Wiederaufbau begann um das Jahr 1650.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kettersbach 10 Anwesen (3 Höfe, 2 Halbhöfe, 5 Güter) und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Kastenamt Abenberg.. Dort werden nur 9 Untertansfamilien verzeichnet. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kettersbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bertholdsdorf und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Bertholdsdorf zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Kettersbach in die neu gebildete Ruralgemeinde Brunn umgemeindet. Diese wurde am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Windsbach eingegliedert.
Historische Beschreibung Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1801) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:
Historische Ortskarten
Baudenkmäler In Richtung Brunn steht ein mittelalterliches Steinkreuz aus Blasensandstein. Auf ihm sieht man zwei Fischer und eine Sense. Es wird erzählt, zwei Fischer seien an dieser Stelle in Streit geraten, wobei der eine den anderen mit der Sense erstochen habe. Er sei begnadigt worden, weil er ein Sühnekreuz errichtet und für die Hinterbliebene gesorgt habeG. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 117. Bei Haus-Nr. 10 gibt es eine Wegkapelle mit Tonnengewölbe und Satteldach, die stirnseitig mit Voluten profiliert ist, sie wurde im 17./18. Jahrhundert erbaut und enthielt ursprünglich eine Holzfigur des Heiligen Sebastian.
Einwohnerentwicklung Jahr 1805 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 77 64 100 78 82 107 75 84 102 70 73 72 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 13 13 21 17 13 15 16 17 Quelle nach L. Hefele: Geschichte der Pfarrei Veitsaurach
Religion Kettersbach ist römisch-katholisch geprägt und nach St. Vitus (Veitsaurach) gepfarrt. Seit 1867 gibt es auch Protestanten. Sie sind nach St. Georg (Bertholdsdorf) gepfarrt.
Trivia Johann Wolfgang von Goethe reiste im Jahre 1797 auf der Nürnberger Straße durch Kettersbach und zeichnete das Haus Nr. 11 (heutiges Anwesen Wiesinger), das ihm besonders gefiel.
Bilder
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1296 Kategorie:Ortsteil von Windsbach Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft