Richard Dinkelmann (* 4. November 1868 in Heilbronn; † 5. März 1942 in Überlingen) war ein deutscher Offizier und Militärberater in China.

Leben Dinkelmann war der Sohn eines Oberzollinspektors. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Heilbronn trat er am 13. September 1886 als Freiwilliger mit Aussicht auf Beförderung in das 7. Infanterie-Regiment Nr. 125 der Württembergischen Armee ein. Dort folgte am 10. Februar 1888 seine Beförderung zum Sekondeleutnant. Am 27. Januar 1895 zum Premierleutnant befördert, wurde Dinkelmann zeitgleich in das Infanterie-Regiment „König Wilhelm I.“ (6. Württembergisches) Nr. 124 und ab 1. Oktober 1895 zur weiteren Ausbildung an die Preußische Kriegsakademie kommandiert. Im Anschluss daran folgte eine Kommandierung in den Großen Generalstab nach Berlin. Dinkelmann nahm dann beim Ostasiatischen Expeditionskorps an der Niederschlagung des Boxeraufstandes 1900/01 in China teil.

Zum 15. Juli 1908 schied Dinkelmann aus der Württembergischen Armee, trat zum Ostasiatischen Detachement über und wurde Kommandeur der Gesandtschaftswache in Peking. Im Rahmen der Chinesisch-Deutsche Kooperation (1911–1941) war Oberstleutnant Dinkelmann von 1911 bis 1912 Militärberater im chinesischen Kriegsministerium. 1911 lieferte das Deutsche Reich aus Depots der deutschen Armee sowie neuentwickelte Waffen an China. Das Deutsche Reich hatte ein Oligopol im Bereich Waffenhandel mit China. 1911 stammten 91 Prozent der nach China importierten Waffen aus deutscher Produktion. 1912 versicherte Yuan Shikai, er würde Rüstungsgüter überwiegend bei Krupp kaufen. Ende 1911 gab es internationale Kritik am Waffenexport des Deutschen Reichs nach China, da es neben den Nordtruppen auch die Revolutionäre im Süden belieferte. Das Auswärtige Amt sprach sich zwischenzeitlich für ein vollständiges Lieferverbot aus. Japan entwickelte sich zum preisgünstigen Konkurrenten des Deutschen Reichs beim Waffenexport nach China.

Militärberater von Yuan Shikai Von 1913 bis zu dessen Tod 1916 war Dinkelmann Militärberater von Präsident Yuan Shikai. Die Umgebung von Shikai wurde eingehend beraten: Major Bleyhoeffer lehrte an der Offiziersschule in Peking, Hauptmann König war persönlicher Berater von Yuan Keding, dem Sohn von Shikai. Im Juli 1913 wurde Regierungsbaumeister Georg Baur (1859–1935, 1916 Direktorium von Krupp) als technischer Berater berufen. George Ernest Morrison war seit August 1912 politischer Berater von Yuan Shikai.George Ernest Morrison (1862–1920). In: Australian Dictionary of Biography

Zu Beginn seiner Dienste bei Yuan Shikai veranlasste Dinkelmann den Militärattaché der deutschen Botschaft, Hauptmann Rabe von Pappenheim, zum folgenden Brief:

Auf der japanischen Kriegsschule nahmen kurz vorher 60 chinesische Offiziere eine zweijährige Ausbildung auf und mit der Regierung Frankreichs gab es ebenfalls Verhandlungen über Offiziersaustausch.

Das Kriegsministerium antwortete mit einer Äußerung Moltkes, welcher damals Leiter des Generalstabs der Armee war, an das Außenministerium, weitergeleitet durch Erich von Falkenhayn am 6. September 1913 Moltke begründete seine Ablehnung da in Zeiten politischer Spannungen eine hohe Zahl fremdländischer Offiziere in der Armee zu Unliebsamkeiten führen würde und dass es „sich nicht übersehen lässt, in welcher Weise sie die bei uns gesammelten Kenntnisse verwerten werden“.Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes, Berlin R17910

Am 1. August 1914 stornierte die Reichsregierung alle Waffenlieferungen an das Ausland. Am 14. August 1917 erklärte China dem Deutschen Reich den Krieg und gewann die deutschen Konzessionen in Hankou und Tianjin. 1921 wurde ein Separatfrieden zwischen China und dem Deutschen Reich geschlossen.Mechthild Leutner, Andreas Steen: Deutsch-chinesische Beziehungen 1911–1927. S. 33

Militärberater nach Dinkelmann Sun Yat-sen schloss am 22. Dezember 1922 mit Adolf Abramowitsch Joffe ein Freundschaftsabkommen mit der Sowjetunion. „Der Kommunismus ist für China ungeeignet“, einigte man sich. zu welchem die Entsendung von Militärberatern gehörte. Auf der Whampoa-Militärakademie lehrten Wassili Konstantinowitsch Blücher und Michail Markowitsch Borodin. Am 24. März 1927 eroberte Chiang Kai-shek Nanjing. Dort empfing ihn die schanghaier „Green Gang“. Im nahen Schanghai bereiteten die Arbeiter einen triumphalen Empfang für die revolutionären Truppen Chiangs vor. Chiang zog in Schanghai ein und richtete ein Massaker unter dem ihm zujubelnden Proletariat an. Blücher und Borodin flohen 1927 aus dem China.

1927 wurde Max Hermann Bauer Militärberater von Sun Yat-sen.

Literatur Hermann Niethammer: Das Offizierskorps des Infanterie-Regiments „Kaiser Friedrich, König von Preußen“ (7. Württ.) Nr. 125. 1809–1909. Stuttgart 1909. S. 64f.

Einzelnachweise

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