Die japanischen Eisenbahnsignale wurden im japanischen Ministerialerlass zur Festlegung von technischen Standards der Eisenbahn (jap. , Tetsudō ni kansuru gijutsu jō no kijun wo sadameru shōrei) des MLIT aus dem Jahr 2001 festgelegt.

Japan hatte am Anfang die britische Bahnsignaltechnik übernommen. Dazu gehört die Wegesignalisierung, die dem Triebfahrzeugführer anzeigt, ob und wohin er fahren darf. Er musste selbst wissen, wie schnell er dabei sein darf. Später orientierten sich die japanischen Bahngesellschaften mehr an den USA, wo eine Geschwindigkeitssignalisierung vorherrscht, also die höchste erlaubte Geschwindigkeit angegeben wird, aber verschiedene Fahrstraßen durch dasselbe Signal freigegeben werden können. So entstand ein Mischsystem aus Wege- und Geschwindigkeitssignalisierung bei den japanischen Eisenbahnsignalen. mini|Formsignale in Japan

Signaltypen Feste Signale Hauptsignale

+ Beispiel eines Licht-Hauptsignals100px100px Links – die Reihenfolge der wechselnden Signalanzeige bei einem hellen Fünf-Lichter-Signal; rechts – ein Beispiel für ein blinkendes Signal

Hauptsignale (, shu shingōki) geben einen Abschnitt der Strecke oder einen Weg im Bahnhof für Zugfahrten frei. Der Abschnitt hinter dem Hauptsignal heißt (gaihō).

In Japan sind nur noch Lichtsignale in Betrieb. Für Hauptsignalbegriffe werden die Signalfarben grün, gelb und rot genutzt.

●● zwei grüne Lichter Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit (, kōsoku shinkō) Diesen Signalbegriff gibt es nur auf der Hokuhoku-Linie der Hokuetsu Kyūkō und er gilt für Züge mit einer höheren zulässigen Geschwindigkeit als 130 km/h. ● ein grünes Licht Fahrt (, shinkō) Keine Geschwindigkeitseinschränkung. Es gelten die Streckengeschwindigkeit und zulässige Geschwindigkeit der Fahrzeuge. Auf der Hokuhoku-Linie beträgt die Streckenhöchstgeschwindigkeit 130 km/h. ●● ein grünes und ein gelb blinkendes Licht (80 Wiederholungen pro Minute) Geschwindigkeitsreduzierung auf 105 km/h (, yokusoku) Dieses Signalbild wird nur zwischen den Bahnhöfen Shinagawa und Yokohama der Keihin Kyūkō Dentetsu verwendet. Es fordert die Züge auf, weniger als 105 km/h zu fahren. ●● ein gelbes und ein grünes Licht Geschwindigkeit reduzieren (, gensoku) Dieses Signalbild kündigt am nächsten Signal eine Geschwindigkeitsbeschränkung oder eine Warnung wegen eines im verkürzten Bremswegabstand folgenden Haltsignals zeigt. Die zulässige Geschwindigkeit beträgt 50–75 km/h. Die Geschwindigkeitsbeschränkung hängt von der Strecke und dem Eisenbahnunternehmen ab. (Ausnahmen: Kintetsu: 95 km/h, Meitetsu: 85 km/h) ● ein gelbes Licht Warnung (, chūi) Die Geschwindigkeitsbeschränkung beträgt 40–55 km/h. Die Geschwindigkeitsbeschränkung hängt von der Linie und dem Eisenbahnunternehmen ab. (Ausnahme: Kintetsu und Meitetsu: 65 km/h) ●●zwei gelbe Lichter Geschwindigkeitseinschränkung auf 25 km/h (, keikai) Dieser Signalbegriff leuchtet, wenn der Abschnitt bis zum Gleisabschluss oder haltzeigendem Signal kurz ist, sich ein anderer Zug im Blockabschnitt befindet (Fahren auf Sicht) oder der Durchrutschweg hinter dem folgenden Signal zu kurz ist. ● ein rotes Licht Halt! (, teishi) An diesem Signal ist zu halten. Es darf nicht ohne Erlaubnis weitergefahren werden. Ist permissives Fahren zulässig, darf ein Zug mit 15 km/h weiterfahren, nachdem eine Minute vor dem Signal gehalten wurde. Dieser Vorgang wird nicht-blockierender Betrieb (, muheisoku unten) genannt. In einigen Eisenbahngesellschaften ist dieser Betrieb nach Unfällen verboten worden. mini|Ein Formsignal beim Bahnhof Wakayanagi. (im März 2007 ausgebaut) Wenn eine Lampe des Signals ausfallen sollte, ist das Signal so zu werten, als wenn es Vorsicht gebietet. Sollte ein Signal erloschen sein, gilt es als Haltbegriff (, karasu).

Früher wurden die Formsignale mit Handhebeln gestellt. Heute wurden die Formsignale durch die hellen Lichtsignale ersetzt. Einzig bei der Tsugaru Tetsudō, der Fukushima Rinkai Tetsudō und auf einer Strecke der JR Kamotsu (Kuroyama-Kibunki-Niigata-Higashi-Kōsen-yōsen) gibt es noch Formsignale.

Einfahrsignale mini|Einfahrsignal mit elektrischem Nankai-Triebzug der Reihe 2000 Einfahrsignale (, jōnai shingōki) regeln die Einfahrt der Züge in Bahnhöfe. Einfahrsignale sind „absolute Signale“ (, zettai shingōki), permissives Fahren ist immer unzulässig. In einigen Bahnhöfen sind die Abschnitte durch Zwischensignale mehrfach unterteilt. Dabei hat jedes Einfahrsignal eine ID-Nummer, die außerhalb der Station gezählt wird.

Ausfahrsignal mini|Ausfahrsignal Ausfahrsignale (, shuppatsu shingōki) regeln die Ausfahrt von Zügen aus einem Bahnhof. Sie sind ebenfalls absolute Signale. Auch hier kann es Zwischensignale im Bahnhofsbereich geben.

Blocksignale mini|Ein Blocksignal mit der Nr. 0. Es zeigt eine Geschwindigkeitsreduzierung an. mini|Ein japanisches Blocksignal in Haltstellung. Dieses Signal ist mit einer Rot- und einer Gelblaterne ausgerüstet. Am Mast ist zusätzlich ein Signalschirm für die Gegenrichtung angebracht. Ein Blocksignal (閉塞信号機 heisoku shingōki) wird am Anfang eines jeden Abschnittes im automatischen Streckenblocksystem aufgestellt. Bei einem nicht unterteilten Betrieb kann ein Zug auch ein haltzeigendes Signal überfahren, nachdem er eine Minute vor dem Signal angehalten hat.

Jedes Blocksignal wird durch eine Nummer gekennzeichnet. Die Nummer wird wie folgt vergeben: Wenn der Zug in eine Station fährt, sind dort Blocksignale aufgestellt. Diese sind zu nummerieren. Das letzte Signal trägt die Nummer 1. Durch die Zahl, die sich aus dem Abstand der Linienherkunft und der eindeutigen Nummer bildet. Die Anzeige eines Blocksignals steht in einem Zusammenhang mit dem nächsten Signal. Deshalb kann es auch nicht durch Dispatcher oder durch Fahrdienstleiter manipuliert werden. Die Anzeige des Signals hängt von der Anwesenheit des Zuges und der Anzeige des nächsten Signals ab.

Weil es bei einem nicht unterteilten Blockbetrieb sehr oft zu Unfällen gekommen ist, haben die Betreiber beschlossen, dass ein Zug erst weiterfahren darf, wenn der Dispatcher dies über Zugfunk erlaubt.

Bei sehr überfüllten Bahnhöfen kann ein Gleis in zwei Abschnitte unterteilt werden. Sobald der eine Zug den einen Abschnitt verlässt, kann ein anderer Zug dort einfahren. Dafür verwendet man Nr.-0-Signale. Die JR East (Japanisches Eisenbahnunternehmen Ost) behandelt die Nr.0-Signale als Teile eines Einfahrsignals. Die anderen Betreiber verwenden das letzte Signal als Nr.0-Blocksignal. Dieses Signal ist also ein „Einfahr- und Blocksignal“. Im Gegensatz zum Einfahrsignal ist der nicht gesperrte Betrieb beim Blocksignal nicht erlaubt.

Abbildungen von Einfahr-, Ausfahr- und Blocksignalen Die folgende Abbildung zeigt die typischen Arten der Einfahr-, Ausfahr- und Blocksignale. Bei den 4-Lichter-Signalen gibt es zwei unterschiedliche Farbsysteme. In dieser Abbildung wird der Einfachheit halber zwischen System A und System B unterschieden. Allerdings ist diese Bezeichnung nicht formell. Es gibt auch Signale, die nur ein Licht oder sogar sechs Lichter haben.

Einfahr-, Start- und Blocksignale

Sollte das Signal eine Anzeige mit zwei Lampen haben, sollten wegen der besseren Sichtbarkeit zwei weitere dunkle Lampen zwischen den Lichtern eingefügt werden. Einige Signale mit vier Lichtern sind mit LED ausgerüstet. Sie können auch dieselben Signalbilder anzeigen wie ein Signal mit fünf Lichtern. Signale mit zwei Lichtern werden hauptsächlich als Ausfahrsignale auf Einzelstrecken genutzt. Ein Signal mit zwei Lichtern kann ein rotes und ein gelbes Licht haben. Diese Signalart wird als Einfahrsignal vor einem Bahnhof oder einem Abstellgleis verwendet, da es keine Notwendigkeit für eine fahrtzeigende Anzeige beim Einfahrsignal gibt. Dieses Signal kann auch als Blocksignal verwendet werden.

Hochgeschwindigkeitssignal mini|Beispiel für eine Hochgeschwindigkeitsanzeige (5-Lichter-Signal) Bei Hochgeschwindigkeitssignalen (高速信号機 kōsoku shingōki) werden Signale mit fünf oder sechs Lichtern verwendet, die zwei grüne Lichter anzeigen. Das hinzugefügte grüne Licht ist immer die oberste Lampe bei einem normalen Signal mit fünf Lichtern, bei einem Signal mit sechs Lichtern befindet es sich über der oberen gelben Lampe. Bei dem 5-Lichter-Signal ersetzt die oberste grüne Lampe die gelbe Lampe, sodass es also keine Geschwindigkeitseinschränkung anzeigen kann. Das Hochgeschwindigkeitssignal wurde 1997 beim Hokuetsu Express in der Hokuhoku Linie zum ersten Mal eingeführt, wo Schnellzüge bis zu 160 km/h fahren können. Dieses Signal wurde ab 2008 auch nur für diese Schnellzüge verwendet. Die zwei grünen Lichter (Hochgeschwindigkeitsanzeige) zeigen keine Geschwindigkeitseinschränkung an, ein grünes Licht (Anzeige für Fahrt) zeigt eine Geschwindigkeitsbeschränkung bis 130 km/h an. Die Hochgeschwindigkeitsanzeige kann nur für die „Hakutaka“-Züge der Serien 681 und 683 verwendet werden.

Aufforderungssignale mini|Ein Beispiel für ein Aufforderungssignal (zwei diagonale weiße Lichter bei dem kleinen Signal unter dem Einfahrsignal) Normalerweise kann sich nur ein Zug in einem Blockabschnitt befinden. Diese Regelung sorgt für Sicherheit im Bahnverkehr. Allerdings sorgt diese Regel auch dafür, dass kein anderer Zug zum Kuppeln mit einem anderen Zug einfahren kann, da sonst zwei Züge gleichzeitig im Blockabschnitt sind. Das Aufforderungssignal (誘導信号機 yūdō shingōki) erlaubt einem Zug, den besetzten Streckenblock dennoch zu befahren, um mit einem anderen Zug zu kuppeln. Das ist die einzige Situation, in der sich zwei Züge im selben Streckenblock befinden dürfen.

Es wird unter dem Einfahr- oder dem Rangiersignal installiert. Der Zug darf bei diesem Signal in den Streckenblock mit unter 15 km/h (25 km/h bei einigen Gesellschaften) einfahren. In den Bahnhöfen, wo zwei Züge die gleiche Strecke nutzen (Beispiel: Yosan Linie, Matsuyama Station (Ehime), Nankai Kōya Linie, Hashimoto Station (Wakayama)), sind die Aufforderungssignale notwendig, damit sich zwei Züge auf derselben Strecke aufhalten dürfen. Wenn sich allerdings die Strecke in zwei Blockabschnitte gliedert, sind diese Signale unnötig (Beispiel: Keihan-Main-Linie, Yodoyabashi Station of Keihan Electric Railway).

Es gibt zwei Arten von Aufforderungssignalen, bei denen die Lichterposition und die Lichterfarbe unterschiedlich sind. Das Signal ist bei ausgeschalteten Lichtern in normaler Stellung. Bei kleinen Signalen werden zwei weiße Lichter benutzt, ansonsten wird ein gelbes Licht benutzt.

Rangiersignale mini|Rangiersignal (konventionelle Position der Lichtarten) links|mini|Rangiersignal (2 Farbtypen) Ein Rangiersignal (入換信号機 irekae shingōki) gilt für das Rangieren von Fahrzeugen auf Nebenstrecken und in Depots. Es gilt nicht für Zugfahrten. Ein Rangiersignal hat einen beschützten Bereich, sodass ein Zug im Vorfeld des Signals unter 45 km/h (25 km/h wenn der Zug nicht verschlossen) fährt.

Es gibt zwei Arten von Rangiersignalen, bei denen die Position (灯列式 tōretsushiki) und die Farbe der Lichter (色灯式 shikitōshiki) unterschiedlich ist. Die Position der zwei leuchtenden Signallampen hängt von der Art des Lichtsignals ab. Diese Lichttypen wurden in erster Linie für die Japan Railway und dem dritten Sektor eingeführt. Ein Farb-Lichtsignal wird bei privaten Eisenbahnen und U-Bahnen verwendet. Es zeigt dabei zwei Lichter an: grün und rot. Grün bedeutet fahren, rot bedeutet Halt. In engen Tunneln werden schmale vertikale Signale verwendet.

Position von Lichttypen Fahrt: diagonale Position Halt: horizontale Position