Kachel ist im bairischen und schwäbischen Sprachraum ein Schimpfwort für eine Frau, insbesondere in der Form von „alte Kachel“ für „altes Weib“,Heinz Küpper: Pons Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. Klett, Stuttgart 1987, S. 385 (als „unverträgliche alte Frau“ seit dem 16. Jahrhundert). außerdem eine abwertende Bezeichnung für die weibliche Scham.Rudolf Schützeichel et al.: Althochdeutsch. Winter, Heidelberg 1987, S. 1110.Nach Küpper (1987) aus der Bedeutung von „kleine Grube“, seit dem 17. Jahrhundert. In schwäbischen Dialekten erscheint Kachel zusätzlich in der Bedeutung von „dickes, plumpes Weib“,Hermann Fischer, HermannTaigel: Schwäbisches Handwörterbuch. 3. Auflage. Mohr Siebeck, Tübingen 1999. als Tratschkachel in der Bedeutung „Klatschbase“ und als Grauz- oder Mauzkachel für eine jammernde Frau.
Die Brüder Grimm vermerken zu Kachel:
Etymologie
Das Wort Kachel leitet sich ab aus Nach Küpper (1987) mit den Bedeutungen „Nachtgeschirr“ im Mittelhochdeutschen und „irdener Topf“ seit dem 15. Jahrhundert. und , entlehnt aus dem Früh-Romanischen (Vulgärlatein) cacculus („Kochgeschirr“), einer Variante des klassisch-lateinischen caccabus, vom Altgriechischen kákkabos („Tiegel, Schmorpfanne“, ursprünglich „dreibeiniger Kessel“), zurückgehend auf ein semitisches Lehnwort (Quelle unklar).Friedrich Kluge, Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage. De Gruyter, Berlin 2002, S. 458.
Umgangssprachlich ist mit Brunzkachel ein Nachttopf gemeint, im übertragenen Sinne Schimpfwort für eine Person, die häufig uriniert.gomeck.de
Literarische Verwendung
Weblinks
Einzelnachweise und Anmerkungen
Kategorie:Schimpfwort (Frau)