Robert Lewandowski (* 21. August 1988 in Warschau) ist ein polnischer Fußballspieler. Der Stürmer steht aktuell bei Chicago Fire unter Vertrag. Seit 2014 ist er Kapitän der polnischen A-Nationalmannschaft, deren Rekordspieler und -schütze er ist. Lewandowski gilt als einer der besten Stürmer seiner Generation.
In den Jahren 2020 und 2021 wurde er als FIFA-Weltfußballer des Jahres ausgezeichnet; zudem wurde er 2020 UEFA-Spieler des Jahres („Europas Fußballer des Jahres“). Gemessen an den erzielten Toren ist Lewandowski der zweitbeste Torschütze in der Geschichte der Bundesliga und der drittbeste Torschütze in der Geschichte der UEFA Champions League. In der Bundesligasaison 2020/21 erzielte er 41 Tore und übertraf damit die bisherige Bestmarke von Gerd Müller aus der Saison 1971/72 um ein Tor. Mit vier verschiedenen Vereinen gewann er in drei Ligen insgesamt 14 nationale Meistertitel. Lewandowski ist neben Johan Cruyff der einzige Spieler, der das „Große“ Triple (Meisterschaft, nationaler Pokal und Champions League) gewann und dabei in allen Wettbewerben Torschützenkönig wurde. 2020 und 2021 gewann er den Goldenen Schuh der UEFA.
Karriere Beginn in Polen mini|hochkant|links|Lewandowski im Trikot von Lech Posen (2009)
Lewandowski stammt aus einer sportlich aktiven Familie. Sein Vater Krzysztof war Junioren-Europameister im Judo, seine Mutter Iwona spielte in der höchsten polnischen Volleyball-Liga. Beide studierten Sport und waren nach ihrer aktiven Karriere als Sportlehrer tätig.
Robert Lewandowski begann mit acht Jahren im masowischen Leszno in der Nähe von Warschau bei Partyzant Leszno mit dem Fußballspielen und war anschließend sieben Jahre in der Jugendabteilung von Varsovia Warschau aktiv. 2004 weckte er das Interesse von Legia Warschau und wechselte im Januar 2005 zum Viertligisten Delta Warschau, der ein Farmteam von Legia Warschau darstellte. Dort schoss er in der Rückrunde 5 Tore und wechselte im Sommer 2005 offiziell zu Legia, für dessen zweite Mannschaft er in der 2. Liga zum Einsatz kam, jedoch aufgrund einer Verletzung einen großen Teil der Saison verpasste, woraufhin sein Vertrag bei Legia nicht verlängert wurde. Deshalb wechselte er 2006 zum Drittligisten Znicz Pruszków, bei dem er in seiner ersten Saison mit 15 Toren Torschützenkönig wurde und mit ihm aufstieg. In der Saison 2007/08 erzielte er in 32 Spielen 21 Tore und wurde Torschützenkönig der 2. Liga.
Aufgrund seiner guten Leistungen in der 2. Liga war Legia Warschau an einer Rückkehr von Lewandowski interessiert, jedoch entschied sich der Verein letztlich gegen den Transfer, da ihn der Sportdirektor für physisch zu schwach befand. Am 18. Juni 2008 unterschrieb Lewandowski einen Vierjahresvertrag beim Erstligisten Lech Posen. Im Qualifikationsspiel zur Teilnahme am UEFA-Pokal am 17. Juli 2008, beim 1:0-Hinspielsieg beim aserbaidschanischen Meister Chazar Lenkoran, erzielte er sein erstes Tor in einem internationalen Vereinswettbewerb. Am 8. August 2008 (1. Spieltag) erzielte er bei der 2:3-Niederlage im Heimspiel gegen GKS Bełchatów mit dem Treffer zum 2:1 in der 67. Minute sein erstes Erstligator.
Im Dezember 2008 wurde Lewandowski zum „Newcomer des Jahres“ in Polen gewählt. Am 19. Mai 2009 gewann er mit Lech Posen den Polnischen Pokal mit einem 1:0 im Finale gegen Ruch Chorzów. Nach der Saison wurde er zur „Neuentdeckung der Saison“ 2008/09 gekürt. Am 25. Juli 2009 gewann er nach dem 4:3-Sieg im Elfmeterschießen gegen Wisła Krakau auch den Supercup, seinen zweiten Titel innerhalb eines Jahres. Im Dezember 2009 wurde er für die Wahl zu „Polens Fußballer des Jahres“ nominiert, unterlag aber seinem Namensvetter Mariusz Lewandowski. Während seiner letzten Saison bei Posen weckte er das Interesse mehrerer europäischer Vereine und führte fortgeschrittene Gespräche mit den Blackburn Rovers. Der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im März 2010, der den Flugverkehr in Europa lahmlegte verhinderte eine Reise nach England, wo sich Lewandowski das Trainingsgelände der Rovers ansehen und die Mannschaft kennenlernen wollte, woraufhin der Wechsel letztendlich nicht zustande kam.
Borussia Dortmund mini|hochkant|Lewandowski im Trikot von Borussia Dortmund (2010)
Stattdessen entschied sich Lewandowski in der Sommerpause 2010 für einen Wechsel zum deutschen Bundesligisten Borussia Dortmund, bei dem er einen bis zum 30. Juni 2014 datierten Vertrag unterschrieb. Am 22. August 2010 (1. Spieltag) debütierte er bei der 0:2-Niederlage im Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen, als er in der 63. Minute für Sebastian Kehl eingewechselt wurde. Sein erstes Bundesligator erzielte Lewandowski am 19. September 2010 (4. Spieltag) beim 3:1-Sieg im Auswärtsspiel gegen den FC Schalke 04. Das erste Pflichtspiel in der Startaufstellung bestritt er am 2. Dezember 2010 in der Europa League, als er den verletzten Lucas Barrios ersetzte. In seiner ersten Saison absolvierte er 33 von 34 Bundesligaspielen und trug mit acht Toren zur Meisterschaft bei. Lewandowski kam überwiegend als Einwechselspieler zum Einsatz und war der beste Joker der Bundesligasaison.
In der Saison 2011/12 profitierte er vom verletzungsbedingten Ausfall von Lucas Barrios und bestritt alle Ligaspiele bis zur Winterpause von Beginn an. Mit Borussia Dortmund gewann er 2012 erneut die Meisterschaft, wurde mit 22 Toren drittbester Torschütze und löste Jan Furtok als bislang besten polnischen Torschützen einer Bundesligasaison – Zweiter mit 20 Toren 1990/91 – ab.
Am 12. Mai 2012 erzielte Lewandowski im DFB-Pokalfinale beim 5:2-Sieg gegen den FC Bayern München drei Tore und verhalf dem BVB zu seinem ersten und bis heute einzigen Double. Am 24. April 2013 erzielte er im Halbfinal-Hinspiel der Champions League beim 4:1-Sieg gegen Real Madrid alle Tore für Borussia Dortmund; es waren die meisten Tore, die ein Spieler bis dahin in einem Halbfinale des Wettbewerbs erzielt hatte. Damit ebnete er dem BVB den Weg ins Finale, das am 25. Mai 2013 im Londoner Wembley-Stadion gegen den FC Bayern München mit 1:2 verloren wurde.
Am Saisonende 2013/14 wurde Lewandowski mit 20 Toren erstmals Torschützenkönig der Bundesliga.
FC Bayern München mini|hochkant|links|Lewandowski beim Training auf dem Gelände des FC Bayern München (2018)
Zur Saison 2014/15 wechselte Lewandowski ablösefrei zum FC Bayern München, der ihn am 4. Januar 2014 mit einem bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag ausstattete. Sein erstes Pflichtspiel für den FCB absolvierte er bei der 0:2-Niederlage am 13. August 2014 im Spiel um den DFL-Supercup gegen den BVB, seinen ehemaligen Verein. Sein Bundesligadebüt für den FCB gab er am 22. August 2014 (1. Spieltag) beim 2:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg. Sein erstes Bundesligator für den FC Bayern erzielte er am 30. August 2014, dem 2. Spieltag, beim 1:1 im Auswärtsspiel gegen den FC Schalke 04 mit dem Führungstreffer in der 10. Minute. 2015 gewann er mit der Mannschaft die deutsche Meisterschaft.
Am 22. September 2015 erzielte er beim 5:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg als erster Einwechselspieler in der Bundesliga fünf Tore. Innerhalb von acht Minuten und 59 Sekunden drehte er das Spiel nach der 1:0-Führung der Wolfsburger zugunsten des FC Bayern München. In nur drei Minuten und 22 Sekunden erzielte er dabei den bisher schnellsten Hattrick in der Bundesliga und auch die Zeiträume für die erzielten vier bzw. fünf Tore sind Rekord. Er ist der 14. Spieler, der fünf Treffer in einem Bundesligaspiel erzielte, und es war der 16. so genannte „Fünferpack“ der Liga. Sein fünfter Treffer per Seitfallzieher wurde zum Tor des Monats gewählt.
Am folgenden Spieltag, am 26. September 2015, erzielte Lewandowski im Spiel gegen Mainz 05 mit dem Treffer zum 1:0 sein 100. Bundesligator und mit dem 2:0 beim 3:0-Auswärtssieg sein zehntes Saisontor. Zuvor hatte nur Gerd Müller in der Bundesliga nach sieben Spieltagen eine zweistellige Trefferzahl erzielt. Am 4. Oktober 2015 erzielte er beim 5:1-Sieg gegen seinen ehemaligen Verein Borussia Dortmund zwei Tore und stellte mit zwölf Toren in den ersten acht Bundesligaspielen den Rekord von Christian Müller (1964/65) und Gerd Müller (1968/69) ein. Mit neun Treffern in drei aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen stellte er einen weiteren Rekord auf. Nach dem 21. Spieltag der Saison hatte er 21 Tore erzielt, die meisten seit Gerd Müller in der Saison 1972/73, sowie eines mehr als in seiner gesamten Saison 2013/14, in der er Bundesliga-Torschützenkönig wurde. Am Saisonende 2015/16 wurde Lewandowski mit 30 Toren zum zweiten Mal Torschützenkönig. Er ist der sechste Spieler, der 30 oder mehr Tore in einer Bundesligasaison erzielt hat. In der Saison 2016/17 gelangen ihm erneut 30 Tore. Er ist nach Gerd Müller der zweite Spieler der Bundesligageschichte, der in zwei Saisons jeweils 30 Tore oder mehr erzielte. Im Juli 2017 wurde Lewandowski vom Fußballmagazin 11 Freunde als bester Spieler der Bundesligasaison 2016/17 ausgezeichnet.
Am 13. Dezember 2016 verlängerte er seine Vertragslaufzeit vorzeitig bis 2021.Pressemitteilung des FC Bayern München, abgerufen am 13. Dezember 2016 Durch den Vertrag, der ihm ein jährliches Grundgehalt von 15 Millionen Euro zusicherte, wurde Lewandowski in jener Zeit zum bestbezahlten Spieler der Bundesliga. Der Vertrag beinhaltete zudem Titel- und Leistungsprämien in Höhe von sieben Millionen Euro.
mini|hochkant|Lewandowski im Trikot des FC Bayern München (2019) Seinem Strafstoßtor zum 3:0 in der 53. Minute beim 3:1-Sieg zum Saisonauftakt 2017/18 im Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen ging erstmals ein Eingriff des Video-Assistenten voraus, nachdem Lewandowski von Charles Aránguiz gefoult worden war. Schiedsrichter Tobias Stieler entschied nach Rücksprache mit Video-Assistent Jochen Drees auf Elfmeter. Am 10. März 2018 traf er dreimal im Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV (6:0) und erzielte mit seinem dritten Tor seinen 100. Bundesligatreffer für die Münchner. Am 6. April 2019 erzielte Lewandowski zwei Tore gegen seine frühere Mannschaft aus Dortmund (Endstand 5:0). Das erste von beiden war sein insgesamt 200. Bundesligatreffer.
In der Saison 2019/20 erzielte er in den ersten elf Bundesligaspielen jeweils mindestens ein Tor und stellte damit einen neuen Rekord auf.Lewandowski bricht ewigen Rekord von Gerd Müller – FC Bayern München Am 10. Spieltag dieser Saison absolvierte Lewandowski beim 1:5 in Frankfurt am Main sein 300. Bundesligaspiel.Rekorde, Jubiläen, Kurioses: Der 10. Spieltag in Zahlen, bundesliga.com, abgerufen am 3. November 2019 Beim 6:0-Auswärtssieg in Belgrad im vorletzten Champions-League-Gruppenspiel traf er innerhalb von 15 Minuten viermal und erzielte damit den schnellsten Viererpack in der Geschichte der Champions League.FC Bayern mit großer Lewandowski-Show zum Gruppensieg in der Champions League, transfermarkt.de, abgerufen am 27. November 2019 In derselben Saison zog er sich einen Anbruch der Schienbeinkante am linken Kniegelenk zu. Am Ende der Saison sicherte er sich mit 34 Treffern zum fünften Mal die Torjägerkanone der Bundesliga – nur Gerd Müller (sieben) gelang dies öfter. Mehr als 34 Treffer in einer Saison gelangen ebenfalls nur Gerd Müller (dreimal; Dieter Müller erreichte ebenfalls 34). Im Finale des DFB-Pokal 2019/20 gewann er seinen vierten Titel und wurde zum fünften Mal Torschützenkönig dieses Wettbewerbs. Damit stellte er einen neuen Rekord auf. In der Saison 2019/20 landete er mit 34 Toren auf Rang 2 der erfolgreichsten Torschützen der fünf großen europäischen Ligen, hinter dem Italiener Ciro Immobile (36 Tore). Außerdem wurde er mit 15 Toren in elf Spielen Torschützenkönig der UEFA Champions League 2019/20, die er zudem mit dem FC Bayern München gewann, wodurch das Triple gewonnen wurde. Somit durchbrach Lewandowski in der Champions League die Dominanz von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, von denen zwischen 2008 und 2019 stets einer Torschützenkönig wurde (2015 beide gemeinsam mit Neymar).