mini|Medaillonabbildung Fliers auf seinem Grab auf dem Kunzewoer Friedhof (Moskau) Jakow Wladimirowitsch Flier (; * in Orechowo-Sujewo; † 18. Dezember 1977 in Moskau) war ein russischer Pianist und Klavierpädagoge.
Ausbildung und Klavierwettbewerbe Jabow Flier wuchs als eines von sieben Kindern des Uhrmachers Wladimir Michailowitsch Flier und seiner Frau Elisabeth Lasarewna in Orechowo-Sujewo auf. Die Mutter war musikalisch und spielte Klavier. Flier experimentierte am hauseigenen Instrument, zeigte Talent und erhielt ab seinem siebten Lebensjahr Unterricht an der Musikschule von Sergei Nikanorowitsch Korsakow. Ab 1923 besuchte er in Moskau die Vorbereitungsschule für das Moskauer Konservatorium und wurde dort von G. P. Prokofjew und S. A. Koslowski unterrichtet. 1929 wechselte Flier in die Konservatoriums-Klasse von Konstantin Igumnow und beendete sein Klavierstudium 1934 mit höchster Auszeichnung und einem Eintrag als Goldmedaillist in die Ehrentafel des Konservatoriums nach dem Vortrag von Rachmaninows Drittem Klavierkonzert op. 30 in d-Moll. Anschließend absolvierte er bis 1937 ein Graduiertenstudium bei Igumnow, als dessen Assistent er nach Abschluss tätig wurde.
Im Jahr 1935 gewann Flier den gesamtsowjetischen All-Unions-Klavierwettbewerb in Leningrad, wurde dadurch landesweit bekannt und als Solist der Moskauer Philharmonischen Gesellschaft zu weitreichender Konzerttätigkeit engagiert. 1936 nahm er am Internationalen Wiener Klavierwettbewerb teil und errang dort vor Emil Gilels den ersten Platz, 1938 wurde er Drittplatzierter beim Concours Eugène Ysaÿe in Brüssel.
Karriere Er war vor allem für seine Interpretationen von romantischer Klaviermusik bekannt, obwohl er sich auch Zeitgenossen wie Dmitri Kabalewski widmete. Auf Grund einer Verletzung zog Flier sich bald vom Konzertgeschehen zurück und wurde Professor am Moskauer Konservatorium, wo er viele bedeutende Schüler hervorbrachte, darunter Luba Edlina, Nina Lelchuk, Sergei Musaeljan, Bella Davidovich, Wiktoria Postnikowa, Lew Wlassenko, Regina Shamvili, Rodion Schtschedrin, Mikhail Rudy, Vladimir Feltsman, Shoshana Rudiakov, Mūza Rubackytė, Mikhail Faerman und Michail Pletnjow. Zu seinen Kammermusikpartnern zählte Daniil Schafran.
Auszeichnungen Preise 1933: Goldmedaille des Moskauer Konservatoriums 1935: Erster Platz beim zweiten Gesamtsowjetischen Klavierwettbewerb in Leningrad 1936: Erster Platz beim Internationalen Klavierwettbewerb in Wien 1938: Bronzemedaille beim Concours Eugène Ysaÿe in Brüssel
Sowjetische Ehrungen 1937: Orden Zeichen der Ehre 1946: Orden des Roten Banners der Arbeit 1947: Verdienter Künstler der RSFSR 1954: Orden Zeichen der Ehre 1962: Volkskünstler der RSFSR 1966: Volkskünstler der UdSSR
Literatur J. B. Dolinskaja, M. M. Jakowlew: Яков Флиер. Статьи. Воспоминания. Интервью (Jakow Flier. Artikel. Erinnerungen. Interviews.) Sovetskij Kompozitor, Moskau 1983 (russisch). David Dubal: The Art of the Piano: Its Performers, Literature, and Recordings. 3. Auflage, Amadeus Press 2004, ISBN 978-1-57467-088-2 (englisch), Seite 111. J. B. Dolinskaja, L. N. Fliera, S. A. Musaeljan, S. K. Winogradow: Яков ФЛИЕР. К столетию со дня рождения. (Jakow Flier. Zum 100. Geburtstag). Kompositor Verlag, Moskau 2012, ISBN 978-5-4254-0051-2 (russisch).
Film (Auswahl) Яков Флиер. Рыцарь романтизма (Jakow Flier. Ritter der Romantik). Dokumentarfilm (2007), 53 Min., Regisseur: Nikita Tichonow, Drehbuch: Julia Tichonowa.
Einzelnachweise
Kategorie:Klassischer Pianist Kategorie:Hochschullehrer (Moskauer Konservatorium) Kategorie:Verdienter Künstler der RSFSR Kategorie:Volkskünstler der UdSSR (Darstellende Kunst) Kategorie:Volkskünstler der RSFSR Kategorie:Träger des Ordens des Roten Banners der Arbeit Kategorie:Träger des Ordens Zeichen der Ehre Kategorie:Absolvent des Moskauer Konservatoriums Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1912 Kategorie:Gestorben 1977 Kategorie:Mann