Die Medizinische Universität Innsbruck wurde am 1. Jänner 2004 als eigenständige Universität gegründet und ging aus der bis dahin bestehenden Medizinischen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck hervor.
Geschichte Die Medizinische Universität Innsbruck wurde entsprechend dem Universitätsgesetz 2002, das mit 1. Jänner 2004 in Kraft trat, als eigenständige Universität und Rechtsnachfolgerin der bis dahin bestehenden Medizinischen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck geschaffen.
Fakultät der Universität Innsbruck Vorläufer Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Medizin hat in Innsbruck eine lange Tradition. Im Jahr 1307 wurde in Schwaz in der Nähe von Innsbruck ein erstes Stadtspital eröffnet. Aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums bedingt durch den florierenden Silberbergbau wurde es notwendig, eigene Ausbildungsstrukturen zu entwickeln.
Entwicklung von 1674 bis 2004 1669 wurde durch Kaiser Leopold I. die Universität Innsbruck gegründet und 1674 auch eine Medizinische Fakultät, die erste im Alpenraum, errichtet.Universität Innsbruck, Zeittafel Ein Höhepunkt in der wechselvollen Geschichte der Innsbrucker Medizinischen Fakultät war die Schaffung der österreichweit ersten Lehrkanzel für Chirurgie im Jahr 1733. Im Jahre 1742 verpflichtete die Reform Maria Theresias die medizinischen Professoren der Universität Innsbruck dazu, die ärztliche Betreuung des Innsbrucker Stadtspitals zu übernehmen. Im Gegenzug entwickelte sich das Stadtspital zum Lehr- und Forschungskrankenhaus der medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck. In der Folgezeit wurde die Universität Innsbruck zweimal aufgelöst und wiedereröffnet, so gab es von 1782 bis 1869 die Innsbrucker Medizinische Schule nur nach Art eines Lyzeums.Geschichte der Chirurgie in Innsbruck. Abgerufen am 24. Jänner 2018.
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts findet medizinische Forschung in Innsbruck vor allem im Krankenhaus gegenüber dem Hauptgebäude der Universität Innsbruck statt, das auf einem 90.000 m² großen Areal im Westen Innsbrucks liegt und auf dem bis heute alle Instituts-, Verwaltungs- und Forschungsgebäude des Krankenhauses angesiedelt sind. Zwischen 1885 und 1887 wurden die ersten Pavillons des „Neuen Stadtspitals“ errichtet (Verwaltungsgebäude, Chirurgie, Frauen- und Hautklinik). 1869 erfolgte die endgültige Wiedereinrichtung der Universität Innsbruck und ihrer Medizinischen Fakultät durch Leopold Hasner von Artha. Eine der ersten Berufungen war jene des Chirurgen Carl Wilhelm von Heine von Heidelberg. Die übrigen Professoren kamen v. a. aus Wien oder Prag. Wegweisend für die Entwicklung der chirurgischen Fächer an der Universität Innsbruck war dabei besonders Anton von Eiselsberg. Zu dieser Zeit wurden sowohl die Theoretischen Institute als auch die Kliniken im Pavillonstil errichtet.
Im Dezember 1944 und am 7. April 1945 wurden die Gebäude der Medizinischen und Chirurgischen Universitätsklinik durch Bombenangriffe stark beschädigt. Die vielen Verletzten und Toten wurden unter Leitung des Chirurgen Burghard Breitner versorgt.Hans Franke: Kriegserlebnisse eines Innsbrucker Klinikarztes am Ende des zweiten Weltkrieges im Gebiet der Heilstätte Hochzirl und der Ausweichklinik Seefeld in Tirol. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 17, 1998, S. 553–558; hier: S. 553.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden von den Wissenschaftlern der medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck zahlreiche bedeutende Fortschritte erzielt, so z. B. 1983 die erste in Österreich durchgeführte Herztransplantation an Josef Wimmer.
Eigenständige Medizinische Universität Aufgrund der Vorgaben im Universitätsgesetz 2002 wurde die Medizinische Fakultät der Universität Innsbruck mit 1. Jänner 2004 aus der Leopold-Franzens-Universität herausgelöst und als Medizinische Universität Innsbruck zur eigenständigen Universität erhoben. Ebenso wie in Innsbruck wurden auch die bis dahin bestehenden Medizinischen Fakultäten der Universität Wien sowie der Universität Graz als eigenrechtliche Medizinische Universitäten verselbständigt.
Organisationsstruktur Einrichtungen des Medizinisch-Theoretischen Bereichs und des Klinischen Bereichs (Universitätskliniken) an der Medizinischen Universität Innsbruck: Medizinisch-Theoretischer Bereich Department Biozentrum Innsbruck Institut für Medizinische Biochemie Institut für Systemische Neurowissenschaften Institut für Molekulare Biochemie Institut für Zellbiologie Institut für RNA Biologie und Genomik Institut für Molekularbiologie Institut für Pathophysiologie Institut für Entwicklungsimmunologie Institut für Bioinformatik
Department für Physiologie und Medizinische Physik Institut für Physiologie Institut für Biomedizinische Physik
Department für Genetik Institut für Zellgenetik Institut für Genetische Epidemiologie Institut für Humangenetik
Department für Anatomie, Histologie und Embryologie Institut für Klinisch-Funktionelle Anatomie Institut für Neuroanatomie Institut für Histologie und Embryologie
Department Hygiene, Mikrobiologie und Virologie Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie Institut für Virologie
Institut für Klinische Epidemiologie, Public Health, Gesundheitsökonomie, Medizinische Statistik und Informatik Institut für Pharmakologie
Department für Pathologie
Institut für Allgemeine Pathologie Institut für Neuropathologie und Neuromolekularpathologie
Institut für Gerichtliche Medizin
Institut für Allgemeinmedizin
Institut für Diversität in der Medizin
Ignaz Semmelweis Institut (ISI) – Interuniversitäres Institut für Infektionsforschung
Institut für Ethik in der Medizin
Klinischer Bereich (Universitätskliniken) mini|Landeskrankenhaus Innsbruck
Die seit 1972Biographie von Prof. Dr. Paul Huber als „Universitätskliniken“ bezeichneten Abteilungen der Universität befinden sich überwiegend im Landeskrankenhaus Innsbruck, wobei die Betriebsführung bei der landeseigenen Tirol Kliniken Ges.m.b.H. (vormals Tiroler Landeskrankenanstalten Ges.m.b.H, Tilak) liegt. Über das als Lehr- und Forschungskrankenhaus genutzte Landeskrankenhaus Innsbruck erfüllt das Personal der Medizinischen Universität Innsbruck auch eine wichtige Rolle in der medizinischen Versorgung der Tiroler Bevölkerung.
Department Operative Medizin Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie Universitätsklinik für Herzchirurgie Universitätsklinik für Gefäßchirurgie Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie Universitätsklinik für Urologie
Universitätsklinik für Anästhesie und Intensivmedizin
Department Innere Medizin Universitätsklinik für Innere Medizin I (Gastroenterologie, Endokrinologie, Stoffwechsel und Hepatologie) Universitätsklinik für Innere Medizin II (Infektiologie, Immunologie, Pneumologie und Rheumatologie) Abteilung für Experimentelle Rheumatologie Abteilung für Experimentelle Pneumologie Universitätsklinik für Innere Medizin III (Kardiologie und Angiologie) Abteilung für Experimentelle Angiologie Universitätsklinik für Innere Medizin IV (Nephrologie und Hypertensiologie) Universitätsklinik für Innere Medizin V (Hämatologie und Onkologie) Abteilung für Experimentelle Onkologie Gemeinsame Einrichtung für Internistische Notfall- und Intensivmedizin
Department Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik und Medizinische Psychologie Universitätsklinik für Psychiatrie I (Affektive und schizophrene Störungen, Demenz- und Suchterkrankungen) Abteilung für Experimentelle Psychiatrie Universitätsklinik für Psychiatrie II (Angst-, Stress- und Traumafolgestörungen, Essstörungen) Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter
Department Neurologie und Neurochirurgie Universitätsklinik für Neurologie Abteilung für Neurobiologie Universitätsklinik für Neurochirurgie
Department Frauenheilkunde Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe Universitätsklinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
Department Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und Hör,- Stimm- und Sprachstörungen Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (HNO) Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen (HSS)
Universitätsklinik für Radiologie
Department Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Universitätsklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie Universitätsklinik für zahnärztliche Prothetik Universitätsklinik für Kieferorthopädie Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Department Kinder- und Jugendheilkunde Pädiatrie I Pädiatrie II Pädiatrie III Universitätsklinik für Nuklearmedizin
Universitätsklinik für Strahlentherapie–Radioonkologie
Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie
Gemeinsame Einrichtung für Gendermedizin
Gemeinsame Einrichtung für Neurowissenschaften
Universitätsleitung Die Leitungsorgane der Medizinischen Universität Innsbruck sind der Universitätsrat, das Rektorat (bestehend aus dem Rektor und den Vizerektoren) und der Senat, deren Aufgaben im Universitätsgesetz 2002 geregelt sind.
Universitätsrat Der Universitätsrat ist das Kontrollorgan der Universität und Bindeglied zwischen dieser und dem Ministerium.
Der Universitätsrat der Medizinischen Universität Innsbruck für die Funktionsperiode vom 1. März 2023 bis 28. Februar 2028 setzt sich aus folgenden sieben Mitgliedern zusammen: Elisabeth Zanon (Vorsitzende), Julian Hadschieff (stellvertretender Vorsitzender), Kristina Edlinger-Ploder, Walter M. Grömmer, Andrea Waitz-Penz, Ellen L. Zechner und Arno Melitopulos-Daum.
In der Funktionsperiode 1. März 2018 bis 28. Februar 2023 setzte sich der Universitätsrat wie folgt zusammen: Elisabeth Zanon (Vorsitzende), Josef Glößl (stellvertretender Vorsitzender), Bernd-Christian Funk, Gabriele Kühbacher-Luz, Kristina Edlinger-Ploder, Julian Hadschieff und Gernot Wimmer.Uni-Räte sind jetzt fast komplett. In: derStandard.at, 30. April 2018, abgerufen am 2. Mai 2018.. Auf i-med.ac.at, abgerufen am 2. Mai 2018.
Der Universitätsrat bestand in seiner 3. Periode (Beginn: 1. März 2013, Ende: 28. Februar 2018) aus folgenden Personen:Medizinische Universität Innsbruck: Universitätsrat.
Reinhard Putz (Vorsitzender) (Ludwig-Maximilians-Universität München) Johannes Michael Rainer (stellvertretender Vorsitzender) (Universität Salzburg) Johanna Ettl (stellvertretende Direktorin der Arbeiterkammer Österreich i. R.) Christa Fonatsch (Medizinische Universität Graz) Bernd-Christian Funk (Universität Linz) Vera Purtscher (Architektin in Vorarlberg) Danielle Engelberg-Spera (Direktorin des Jüdischen Museums Wien)
Rektorat Seit 1. Oktober 2025 leitet Gert Mayer als Rektor die Medizinische Universität Innsbruck. Die Vizerektoren in Mayers Team und ihre Aufgabenbereiche sind:
Irene Häntschel-Erhart, Vizerektorin für Digitalisierung, Finanzen und Nachhaltigkeit Wolfgang Prodinger, Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten Patrizia Stoitzner, Vizerektorin für Forschung und Internationales Rektoren Gründungsrektor: Hans Grunicke bis 21. August 2008: Clemens Sorg 1. Oktober 2009 bis 30. September 2013: Herbert Lochs 1. Oktober 2013 bis 30. September 2017: Helga Fritsch 1. Oktober 2017 bis 30. September 2025: W. Wolfgang FleischhackerWolfgang Fleischhacker wird neuer Rektor der Med-Uni Innsbruck. In: derStandard.at, 3. Mai 2017, abgerufen am 17. September 2017. seit 1. Oktober 2025: Gert Mayer
Für eine dritte Amtszeit ab dem Wintersemester 2025/26 erhielt Fleischhacker bei der Abstimmung über die Wiederbestellung im Senat im Mai 2024 nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit.
Senat