Trenton ist die Hauptstadt des US-Bundesstaates New Jersey und der Verwaltungssitz des Mercer County. Bei der Volkszählung 2020 hatte die Stadt 90.871 Einwohner.
Geschichte Um das Jahr 1679 errichtete ein englischer Quäker eine Getreidemühle, die als The Falls bekannt wurde. William Trent, ein Kaufmann aus Philadelphia, kaufte 1714 das umgebende Land. Kurz danach wurde die Stadt geplant, die 1721 zunächst Trent-town genannt wurde und später ihren heutigen Namen erhielt.
Am 26. Dezember 1776 fand hier die Schlacht von Trenton statt, bei der die Truppen George Washingtons den auf britischer Seite kämpfenden hessischen Soldaten eine schwere Niederlage beibrachten. Den britischen Gegenangriff auf die Stadt am 2. Januar 1777 ließ Washington durch Ausweichmanöver und geordneten Rückzug ins Leere laufen. Im Jahre 1790 wurde Trenton Hauptstadt von New Jersey.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich die Stadt während der Epoche der Industrialisierung zu einem der fortschrittlichsten Industriezentren in den USA entwickelt. Die Eisen- und Stahlindustrie, die sich hier in der Mitte des 18. Jahrhunderts ansiedelte, nahm 1849 in der Firma des bekannten Brückenbauers John Augustus Roebling mit der Herstellung von Stahlseilen einen bedeutenden Aufschwung. Die Stahlseile wurden für frühe Hängebrücken wie die Brooklyn Bridge verwendet.
+Einwohnerentwicklung Jahr 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2005 2010 2020 Einwohner1980–2000: Volkszählungsergebnisse; 2005, 2010: Fortschreibung des US Census Bureau 128.009 114.167 104.638 92.124 88.675 85.403 84.639 84.913 90.871
Bauwerke Sehenswert sind das 1719 erbaute Wohnhaus von William Trent – das Trent House –, nach welchem die Stadt benannt ist, das Friends Meeting House (erbaut 1739), das mit einer goldenen Kuppel versehene State Capitol of New Jersey (erbaut 1792) und die Old Masonic Lodge (erbaut 1793).
Der National Park Service weist für Trenton zwei National Historic Landmarks aus: das William Trent House und die Old Barracks.List of NHLs by State. National Park Service, abgerufen am 8. November 2018. 46 Bauwerke und Stätten der Stadt sind im National Register of Historic Places (NRHP) eingetragen (Stand 8. November 2018).Suchmaske Datenbank im National Register Information System. National Park Service, abgerufen am 8. November 2018.
Religion Trenton ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Trenton.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Die Stadt ist ein Handels- und Industriezentrum und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Zu den bedeutendsten Produktionsgütern gehören Druckerzeugnisse, Gummi, keramische Produkte, Kunststoff, Lebensmittel und Metallwaren.
Verkehr Seit 14. März 2004 besteht mit der River Line eine Stadtbahnverbindung in das 58 Kilometer entfernte Camden. Von Trenton aus sind New York City (mittels New Jersey Transit) und Philadelphia (mittels SEPTA) in einer guten Stunde erreichbar. Durch Trenton fließt der Delaware River, der in der Vergangenheit eine wichtige Verbindung zum Meer darstellte.
Sechs Kilometer nordwestlich der Stadt befindet sich der Flughafen Trenton–Mercer.
Söhne und Töchter der Stadt
Joseph Reed (1741–1785), Politiker John Redman Coxe (1773–1864), Chemiker und Mediziner Timothy Abbott Conrad (1803–1877), Geologe, Paläontologe und Malakologe James L. Conger (1805–1876), Politiker James Walter Wall (1820–1872), Jurist und Politiker Augustus Washington (1820/1821–1875), Daguerreotypist Charles Conrad Abbott (1843–1919), Archäologe und Naturforscher Gustavus Myers (1872–1942), Journalist und Historiker Walter Evans-Wentz (1878–1965), Anthropologe und Schriftsteller Joseph Lamb Bodine (1883–1950), Bundesrichter George Antheil (1900–1959), Komponist und Pianist Richard Crooks (1900–1972), Sänger (Tenor) Daniel Katz (1903–1998), Psychologe Levi Robert Lind (1906–2008), klassischer Philologe, Autor und Herausgeber Peter Pietras (1908–1993), Fußballspieler Henry W. Antheil Jr. (1912–1940), Mitarbeiter der Amerikanischen Botschaft in Helsinki Marian Williams Steele (1912–2001), Malerin Ernie Kovacs (1919–1962), Schauspieler und Komiker George Herbert Barlow (1921–1979), Bundesrichter Jerry Robinson (1922–2011), Comiczeichner und politischer Karikaturist Jack Sperling (1922–2004), Schlagzeuger und Studiomusiker Bill Holcombe (1924–2010), Musiktheoretiker, Komponist und Flötist Johnny Coles (1926–1997), Jazztrompeter David Dinkins (1927–2020), Politiker und Bürgermeister von New York City Bruce Ritter (1927–1999), römisch-katholischer Priester und Gründer einer Kinderhilfsorganisation George Romanis (1929–2018), Jazz-Bassist, Bandleader, Arrangeur und Komponist Peter Hujar (1934–1987), Fotograf Norman Schwarzkopf (1934–2012), General Edward Urban Kmiec (1936–2020), römisch-katholischer Bischof von Nashville und Buffalo Gus Nemeth (* 1936), Jazzmusiker Antonin Scalia (1936–2016), Jurist und Richter am US Supreme Court John A. Musick (1941–2021), Fischkundler Sarah Dash (1945–2021), Soulsängerin und Mitglied der Band Labelle Elvin Bethea (* 1946), Footballspieler Leo Rossi (* 1946), Schauspieler, Drehbuchautor und Filmproduzent Arnold Arluke (* 1947), Autor, Soziologe und emeritierter Professor William Mastrosimone (* 1947), Dramatiker und Drehbuchautor Richie Cole (1948–2020), Jazzsaxophonist Shakti Gawain (1948–2018), Autorin des New Age Susan Pitt (1948–2024), Wettkampfschwimmerin Ntozake Shange (1948–2018), Schriftstellerin Sammy Williams (1948–2018), Schauspieler und Tänzer Leah Jamieson (* 1949), Ingenieurin und Hochschullehrerin Judith Light (* 1949), Schauspielerin Samuel Alito (* 1950), Richter am US Supreme Court Andrew Stroukoff (* 1950), Eiskunstläufer Roxanne Hart (* 1952), Schauspielerin Michael Ray (* 1952), Jazz- und Funkmusiker May Berenbaum (* 1953), Entomologin Vernee Watson-Johnson (* 1954), Filmschauspielerin, Sprecherin und Fernsehschauspielerin Bisa Williams (* 1954), Diplomatin Carman (1956–2021), christlicher Popsänger Richard Kind (* 1956), Schauspieler Charlie Weis (* 1956), Footballtrainer Mitch Albom (* 1958), Sportjournalist und Schriftsteller N. Gregory Mankiw (* 1958), Professor für Volkswirtschaftslehre an der Harvard University Drew Gress (* 1959), Jazzbassist Karl Latham (* 1961), Jazzschlagzeuger Dennis Rodman (* 1961), Basketballspieler Herb Conaway (* 1963), Politiker Curt Clausen (* 1967), Leichtathlet Nicholas Olhovsky (* 1974), orthodoxer Bischof Orrin Evans (* 1975), Jazzpianist GoonRock (* 1975), Musikproduzent und Musiker Patrick Kerney (* 1976), Footballspieler Neil Hopkins (* 1977), Schauspieler Thomas Guiry (* 1981), Schauspieler Zach Cherry (* 1987), Improvisationskomiker und Schauspieler in Film und Fernsehen Bobby Sanguinetti (* 1988), Eishockeyspieler Jake Weary (* 1990), Schauspieler und Musiker Justin Faulkner (* 1991), Jazzmusiker Faraz Khan (* 1993), Squashspieler Curtis Thompson (* 1996), Speerwerfer Hunter Schafer (* 1998), Model, Schauspielerin und LGBTQIA*-Aktivistin Ji'Ayir Brown (* 2000), American-Football-Spieler
Sonstiges Trenton ist der Handlungsort der erfolgreichen Krimiserie von Janet Evanovich um die Kopfgeldjägerin Stephanie Plum. Außerdem ist die Stadt Zielort des Theaterstücks The Happy Journey to Trenton and Camden von Thornton Wilder.
Literatur John T. Cumbler: A Social History of Economic Decline: Business, Politics and Work in Trenton. Rutgers University Press, New Brunswick 1989, ISBN 978-0-8135-1374-4.
Quellen
Weblinks Trenton German American Society (englisch)
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