Lengefeld ist ein Stadtteil der Kreisstadt Korbach des nordhessischen Landkreises Waldeck-Frankenberg.
Geographische Lage Lengefeld liegt knapp 3 km westsüdwestlich der Korbacher Kernstadt an den Ostausläufern des sauerländischen Teils vom Rheinischen Schiefergebirge. An der Südostgrenze des Naturparks Diemelsee gelegen befindet es sich etwa 1,75 km nördlich des Eisenbergs () auf etwa 375 bis . Durch das Dorf führt die Landesstraße 3083 (Korbach−Eppe). Südlich vorbei fließt die Marbeck. Die frühere Gemeinde Lengefeld hatte eine Fläche von 8,99 km².Statistisches Bundesamt: Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland mit Übersichten über die Verwaltungsgliederung und Angaben über die Zugehörigkeit der Gemeinden zu Ortsklassen, Postleitgebieten und einigen wichtigen Verwaltungseinheiten. Ausgabe 1957, S. 275
Geschichte mini|hochkant|Lengefelder Kirche mini|Herrenhaus der ehemaligen Wasserburg
Ersterwähnung Das Gebiet des heutigen Lengefeld wurde vermutlich schon um das 8. Jahrhundert besiedelt, worauf der über dem Dorf gelegene Ringwall, der Hünenkeller verweist. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Lengefeld erfolgte unter dem Namen Lenkevelde im Jahr 1036 als Vorwerk des Paderborner Herrenhofes zu Korbach. 1228 wurden die Herren von Lengefeld urkundlich erwähnt. Ob diese die spätere Wasserburg erbauten, ist nicht gesichert. Die romanische Saalkirche in der Ortsmitte wurde um 1200 erbaut.
Ringwall Hünenkeller
Von der ovalen karolingisch-ottonische Wallburg sind an der östlichen Seite ein langgezogener Wallgraben sowie ein Mauerrest am südlichen Eingang erhalten. Zusätzlich war bis in jüngerer Zeit eine natürliche Höhle vorhanden, in der einer Volkssage gemäß ursprünglich Hünen wohnten und die Umgebung unsicher machten, woher auch der Name der Anlage stammtWaldeckische Gemeinnützige Zeitschrift (1837) S.301ff. Arolsen.
Wasserburg
Unterhalb des Hünenkellers liegt eine Hofanlage an Stelle einer 1228 erstmals urkundlich erwähnten Wasserburg. Die früheren Wassergräben sind heute vollständig verfüllt. Im Herrenhaus, von außen nicht erkennbar, verbirgt sich der Stumpf eines quadratischen Wohnturms, der vermutlich aus dem 14./15. Jahrhundert stammt. Er ist besitzt eine Wandstärke von etwa zwei Metern, wurde im 17. Jahrhundert bis auf drei Stockwerke abgetragen und ist im Aussehen dem der Burg Nordenbeck ähnlich. Das Gebäude selbst wurde mehrfach umgebaut und erneuert. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt es einen Fachwerkanbau.
Hessische Gebietsreform Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Lengefeld zum 1. Juli 1970 freiwillig ein Stadtteil von Korbach. Im Jahr 2011 begeht der Ort sein 975-jähriges Bestehen. Für Lengefeld, wie für alle eingegliederten ehemals eigenständigen Gemeinden von Korbach, wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Lengefeld angehört(e):
vor 1712: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg, Freigrafschaft Korbach ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg ab 1806: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg ab 1816: Fürstentum Waldeck, Oberamt des Eisenbergs ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (ab 1848), Kreis des EisenbergsTrennung zwischen Justiz (Kreisgericht Korbach) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis des Eisenbergs ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck, Kreis des Eisenbergs ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis des Eisenbergs ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1970: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Stadt Korbach ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Stadt Korbach
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1541: 6 Häuser • 1620: 15 Häuser • 1650: 15 Häuser • 1738: 24 Häuser • 1770: 28 Häuser, 190 Einwohner
Religion Um 1200 wurde eine Romanische Saalkirche mit eingezogenem, quadratischem Chor errichtet, die in den Jahren 1656/57 und 1722 erneuert wurde. Eine Kapelle ist im Jahr 1375 belegt. Zu dieser Zeit gehörte Lengefeld zur Diözese Paderborn der Kirchenprovinz Mainz. Die Grafschaft Waldeck führte ab 1526 in ihrem Gebiet die Reformation ein. Lengefeld war Filialort der Altstadtpfarrei St. Kilian in Korbach und gehört seit 2018 zum Johannesbezirk in Korbach.Johannes-Bezirk Korbach In: www.evkirchekorbach.de. Abgerufen im Dezember 2020. Im Jahr 1885 waren von den 227 Einwohnern in Lengefeld 223 evangelisch, was 98,2 % entspricht, vier Einwohner waren katholisch (1,8 %). 1961 wurden 308 evangelische (88,8 %) und 39 katholische (11,2 %) Christen gezählt.
Literatur Bau- und Kunstdenkmäler Kreis des Eisenberges, S. 156–159. Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 123. Anette Pries: Lengefelder Dorfchronik und Familienbuch 1036–2011. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 2011 (= Waldeckische Ortssippenbücher 87)
Weblinks Stadtteil Lengefeld. In: Webauftritt der Stadt Korbach.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Korbach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Ersterwähnung 1036 Kategorie:Gemeindeauflösung 1970