Helmscheid ist der nördlichste Stadtteil der Kreisstadt Korbach im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Zum Ort gehört auch das Gut Dingeringhausen, das 1036 erstmals schriftlich erwähnt wurde.
Geographie Helmscheid liegt im nördlichsten Zipfel der Kreisstadt Korbach, auf einem Südosthang der Ausläufer des Rheinischen Schiefergebirges in 405 bis 440 m Höhe zwischen den drei Stauseen des Waldecker Landes (Edersee, Twistesee und Diemelsee). Räumlich grenzt Helmscheid auch an die Gemeinden Twistetal und Diemelsee.
Geschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Helmscheid unter dem Namen Helmonscede wird in die Jahre 826–876 datiert.
Am 1. Juli 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Helmscheid im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Kreisstadt Korbach eingegliedert. Die Gemeinde Helmscheid hatte eine Fläche von 5,53 km².Statistisches Bundesamt: Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland mit Übersichten über die Verwaltungsgliederung und Angaben über die Zugehörigkeit der Gemeinden zu Ortsklassen, Postleitgebieten und einigen wichtigen Verwaltungseinheiten. Ausgabe 1957, S. 275 Für Helmscheid, wie für alle eingegliederten ehemals eigenständigen Gemeinden von Korbach, wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Helmscheid angehört(e):
1546: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Mengeringhausen ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg ab 1806: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Eisenberg ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberamt des Eisenbergs (Sitz in Korbach) ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (seit 1849), Kreis des Eisenbergs (Sitz in Korbach)Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Korbach) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck, Kreis des Eisenbergs ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis des Eisenbergs ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg ab 1970: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Stadt KorbachAm 1. Juli 1970 als Ortsbezirk zur Stadt Korbach. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Stadt Korbach
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1541: 8 Häuser • 1620: 12 Häuser • 1650: ein Haus • 1738: 13 Häuser • 1770: 14 Häuser, 93 Einwohner
Religion mini|hochkant|Romanische Kapelle in Helmscheid Der älteste bekannte Nachweis einer Kirche stammt aus dem Jahr 1566/1567, als Bauarbeiten an der Kirche zu Helmscheid erwähnt wurden. Die romanische Kapelle wurde nach den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg in veränderter Form wieder hergestellt und in den Jahren 1927/28 vollständig erneuert.
Die Grafschaft Waldeck führte ab 1526 in ihrem Gebiet die Reformation ein. In Helmscheid wurde die Reformation vermutlich dem Berndorfer Pfarrer Johannes Russel um 1532 eingeführt. Als Filialgemeinde gehörte Helmscheid zur Pfarrei Berndorf. Seit 2012 bilden die drei Ortschaften Berndorf, Helmscheid und Mühlhausen die Evangelische Kirchengemeinde Oberes Twistetal-Helmscheid. Im Jahr 1885 waren alle 160 Einwohnern evangelisch. Im Jahr 1961 wurden 154 evangelische (91,2 %) und 18 katholische (7,9 %) Christen gezählt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Das ländliche geprägte und gepflegte Dorf hat kaum Durchgangsverkehr und ist von Bachtälern und Wäldern umgeben. Die kleine, im Kern romanische Kapelle in der Dorfmitte wurde im 12. Jahrhundert erbaut, nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg verändert und 1927/28 vollständig renoviert.
Den Ortskern zieren mehrere alte Fachwerkhäuser mit niedersächsischem Charakter. Das älteste Haus wurde vor ca. 400 Jahren gebaut; seinen vorgekargten Querbalken zieren Schnitzereien und Inschriften. Dorfmittelpunkt sind der Spielplatz, die Kirche und das Dorfgemeinschaftshaus (die ehemalige Schule), ein Natursteingebäude mit hellgelbem Anbau. Dort spielt sich das kulturelle Leben ab. Das Dorfgemeinschaftshaus ist Treffpunkt örtlicher Vereine.
Wirtschaft und Infrastruktur Helmscheid ist eher landwirtschaftlich geprägt und liegt verkehrsgünstig in ca. 8 km Entfernung zur Kreisstadt Korbach. Dort sind zahlreiche Arbeitsplätze. Korbach bietet gute Einkaufsmöglichkeiten und sichert die medizinische Grundversorgung. Zusätzlich kommen wöchentlich ein rollender Lebensmittelwagen, ein rollender Getränkehandel und zweimal wöchentlich ein Bäckerwagen. Es besteht eine gute ÖPNV- und AST-Taxi Anbindung.
Persönlichkeiten Johann Wilhelm Grebe (1779–1840), Landwirt und Abgeordneter Wilhelm Grebe (1805–1879), Landwirt und Abgeordneter
Literatur Heinrich Graf: Helmscheid. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 1989 (= Waldeckische Ortssippenbücher 39); Bearbeiteter Zeitraum 1670–1980, 634 Familien
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Weblinks Helmscheid. In: Webauftritt der Stadt Korbach.
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