mini|hochkant=1.3|Erdos im MG-Lola EX264 beim 1000-km-Rennen von Spa 2005 mini|hochkant=1.3|MG-Lola EX265C von Erdos und Newton in Silverstone 2008 mini|hochkant=1.3|Erdos im Lola B08/80 mit HPD-Motor beim 1000-km-Rennen von Spa-Francorchamps 2010 Thomas „Tommy“ Erdos (* 30. Oktober 1963 in Rio de Janeiro) ist ein ehemaliger brasilianischer Automobilrennfahrer.
Karriere Anfänge im Motorsport Erdos begann seine Karriere im Motorsport in der britischen Formel First 1988. Er beendete die Meisterschaft mit fünf Siegen als Vizemeister. 1989 Jahr wechselte er in die britische Formel Ford 2000, die er als Dritter der Meisterschaft und mit drei Siegen beenden konnte. 1990 entschied sich Erdos in die noch junge britische Formel-Renault-Serie zu wechseln. Er gewann mit Fortec Motorsport vier Rennen, beendete fünf weitere Läufe auf dem Podium und sammelte somit genügend Punkte, um die Meisterschaft für sich zu entscheiden. Nach diesem Erfolg nahm er an Tests mit einem Formel-3-Wagen teil, verunglückte und verletzte sich dabei so stark, dass er im nächsten Jahr an keinem Rennen teilnahm. Zurück im Cockpit, fuhr er erneut für Fortec Motorsport in der britischen Formel Renault. Er konnte trotz eines Sieges in Spa-Francorchamps nicht an die Ergebnisse von 1990 anknüpfen und verlor die Meisterschaft an Pedro de la Rosa. Von 1993 bis 1996 arbeitete Erdos als Fahrlehrer in der Rennschule von Jim Russell. Daneben fuhr er in der britischen Formel 3 sowie in der europäischen und britischen Formel-Renault-Serie. In dem Zeitraum gewann er unter anderem zwei Rennen der Formel 3 auf einem Dallara 393.
BPR Global GT Series und FIA-GT 1995 fuhr er für das Marcos-Werksteam das 4-Stunden-Rennen von Silverstone, an der Seite von Chris Hodgetts. 1996 wechselte er für die vollständige Saison zum Rennstall von Marcos in die BPR Global GT Series. Dort pilotierte er zusammen mit Cor Euser einen Marcos LM600. Euser und Erdos fuhren in neun Rennen zu zwei Klassensiegen und beendeten zwei weitere Rennen auf dem Podium. Insgesamt sammelte Erdos 94 Punkte und schloss die Saison mit dem dritten Klassenrang ab. Zusammen mit dem zweiten Fahrzeug von Marcos Racing International beendete das Team die Meisterschaft auf Platz zwei der GT2. 1997 stieg die Serie unter der Kontrolle der FIA zur GT-Weltmeisterschaft auf. Erdos nahm jedoch nur an zwei Läufen mit zwei unterschiedlichen Teams teil. Sowohl in Donington mit einem Marcos LM600 als auch in Spa mit einem Ford Saleen Mustang RRR musste er das Rennen vorzeitig beenden. Danach kehrte er bis 2003 der Serie den Rücken, die nach dem Rückzug einiger Hersteller keine Weltmeisterschaft mehr war. Zusammen mit Mike Newton und Graham Nash Motorsport fuhr er in der Saison 2003 einen Saleen S7R. Das beste Ergebnis der Fahrerpaarung waren zwei vierte Plätze bei den beiden 500-km-Rennen von Donington und Oschersleben. Darüber hinaus fuhren beide, verstärkt durch Pedro Chaves und Miguel Ramos, beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps und beendeten es auf dem fünften Platz in ihrer Klasse. Im darauffolgenden Jahr wechselten sowohl Newton als auch Erdos zu RML und bestritten eine weitere Saison auf einem Saleen S7-R. Die beste Platzierung in der Saison 2004 war ein sechster Platz auf dem Circuit Ricardo Tormo. Beim 24-Stunden-Rennen von Spa fuhren sie gemeinsam mit Miguel Ramos und Chris Goodwin, die bis dahin den zweiten Saleen S7-R von RML in der Meisterschaft pilotierten. Der Wagen fiel nach Rennhalbzeit mit einem Motorschaden aus. Insgesamt sammelte Erdos 16,5 Punkte und belegte am Ende der Saison den zwölften Platz in der Fahrerwertung. Danach wechselten er und Newton endgültig in die Le Mans Series.
Britische GT-Serie Neben der Teilnahme an der BPR Global GT Series fuhr Erdos ab 1995 auch in der britischen BRDC Privilage Insurance GT Series. In der ersten Saison in dieser Serie startete er ab dem sechsten Meisterschaftslauf in Thruxton auf einem Marcos LM600 und gewann drei der verbleibenden sechs Rennen in seiner Klasse. 1996 Jahr fuhr er weiterhin einen Marcos, jedoch für zwei unterschiedliche Teams. Zusammen mit Cos Euser bestritt er zwei Rennen in Silverstone und Thruxton, die das Duo beide mit einem Marcos LM600 gewannen. Dabei besiegten sie auch Fahrzeuge aus der leistungsstärkeren GT1-Kategorie. Außerdem fuhr Erdos mit Andy Purvis zwei Rennen mit einem Marcos LM500R GT3 für NCK Racing. Sein bestes Ergebnis in diesem Fahrzeug war eine Podiumsplatzierung in der GT3-Kategorie auf der Rennstrecke von Oulton Park. 1997 startete Erdos erneut in zwei unterschiedlichen Teams und Klassen. Beim vierten Lauf der Serie bewegte Newton einen Ford Saleen Mustang RRR von Cirtek Motorsport. Er und David Warnock beendeten das Rennen auf dem dritten Gesamtrang, wurden aber nachträglich disqualifiziert. Ab dem fünften Meisterschaftslauf in Silverstone wechselte Erdos in einen Jaguar XJ220. In den verbleibenden fünf Rennen der Saison fuhr er, zusammen mit Allen Lloyd vier Podiumsplatzierungen der GT1-Kategorie heraus. 1998 saß er am Steuer von drei verschiedenen Fahrzeugen. Mit Colin Blower fuhr er in zwei Läufen einen TVR Cerbera, mit Gérard MacQuillan einen Porsche 911 und ab dem sechsten Saisonlauf erneut für NCK Racing einen Marcos LM600. In Spa-Francorchamps siegte er zusammen mit Andy Purvis in der GT2-Klasse. Während der Marcos in Donington ausfiel, endeten beide Rennen in Silverstone auf dem Podium der GT2. 1999 blieb er bei NCK Racing und nahm an allen Meisterschaftsläufen teil. Zusammen mit Purvis beendete er fünf Rennen unter den ersten drei seiner Klasse, fiel in den anderen Rennen jedoch vorzeitig aus. 2000 war für Erdos die letzte Saison mit NCK Racing und Purvis. Die Fahrerpaarung fiel in sieben von zwölf Rennen aus, dem gegenüber standen eine Podiumsplatzierung in Croft und mehrere Mittelfeldplatzierungen in weiteren vier Rennen. 2001 pausierte Erdos in der britischen GT-Meisterschaft und kam 2002 mit Graham Nash Motorsport zurück. Er und Ian McKellar gewannen acht der zwölf Meisterschaftsläufe auf einem Saleen S7-R und beendeten die Saison als britischer GT-Meister. 2003 fuhr er nur beim 1000-km-Rennen von Spa, das in diesem Jahr zusammen mit der FIA Sportscar Challenge ausgetragen wurde. Erdos besetzte mit Shaun Balfe und Jamie Derbyshire einen der beiden Mosler MT900R des Teams von Balfe Motorsport. Am Ende des Rennens, standen die Fahrer beider Mosler auf dem Podium der GTO-Klasse.
Britische Tourenwagenserie BTCC 2001 traten ABG Motorsport an Erdos heran und verpflichteten ihn für die Tourenwagenserie BTCC. Schwierigkeiten bei der Beschaffung und dem Aufbau des zweiten Lexus IS 200 verzögerten seinen ersten Einsatz bis zum 13. Meisterschaftslauf auf dem Knockhill Racing Circuit. In fünf der elf Rennen kam Erdos auf Rang vier, konnte sich aber nicht mit dem den von privater Hand eingesetzten Lexus gegen das Werksteam von Vauxhall durchsetzen. In der Meisterschaft stand er am Jahresende auf dem siebten Rang, obwohl er nur an 11 von 26 Rennen teilgenommen hatte.
American Le Mans Series und Le Mans Series
2000 gastierte die American Le Mans Series für zwei Rennen in Europa. Erdos fuhr, gemeinsam mit Xavier Pompidou und Stephen Watson, für Chamberlain Motorsport beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring. Das Fahrertrio belegte in dem Rennen nach 160 Runden Platz zwei der GTS-Klasse hinter der Chrysler Viper GTS-R von ORECA. Zwei Jahre später bestritt Erdos ein weiteres Rennen der American Le Mans Series. Beim 12-Stunden-Rennen von Sebring startete er für Graham Nash Motorsport erneut in der GTS-Klasse. Mit einem Aufhängungsschaden war das Rennen für Erdos nach 36 Runden beendet. Im Team von Ray Mallock trat Erdos 2003, neben dem Engagement in der FIA-GT, auch beim 1000-km-Rennen von Le Mans an. Zusammen mit Mike Newton und Chris Goodwin fuhr er einen MG-Lola EX257, konnte das Rennen aber wegen eines Getriebeschadens nicht beenden. Das Einzelrennen im November mündete 2004 in die Le Mans Endurance Series, bei der er erneut mit Newton im EX257 antrat. In der Saison sammelte Erdos konstant Punkte und wurde Fünfter der LMP1-Meisterschaft. Im darauffolgenden Jahr blieben er und Newton in der Serie, wechselten aber mit dem neuen MG-Lola EX264 in die kleine Le-Mans-Prototypenklasse LMP2. Das Duo erreichte in drei der fünf Rennen Podiumsplätze und fuhr beim 1000-km-Rennen von Istanbul zum Klassensieg. In der Fahrer- und Teammeisterschaft unterlagen sie mit einem Punkt Gareth Evans und der Mannschaft von Chamberlain-Synergy Motorsport. Auch ein Jahr später verlor Erdos die Meisterschaft nur knapp. Beim 1000-km-Rennen von Jarama fiel sein Fahrzeug Minuten vor Rennende mit einem Motorschaden aus. Juan Barazi und Michael Vergers reichte nun eine Zielankunft, um Newton und Erdos in der Saison 2006 auf den zweiten Platz zu verweisen. Trotz eines Klassensiegs und einer weiteren Podiumsplatzierung fehlten dem Duo am Ende zwei Punkte in der Fahrer- und Teammeisterschaft der LMP2-Kategorie. In der Le-Mans-Series-Saison 2007 sollte sich das Blatt zugunsten von Erdos und Newton wenden. Obwohl das Team beim Mil Milhas in Interlagos nicht antrat, gewann es die Fahrerwertung der LMP2. Am Saisonende standen zwei Klassensiege bei den 1000-km-Rennen in Spa und am Nürburgring auf seinem Konto. Darüber hinaus sammelte das Team in drei weiteren Rennen insgesamt 36 Punkte. Um weiterhin um einen Klassensieg mitfahren zu können, wechselte RML für die Saison 2008 auf eine Ausbaustufe des Vorjahreswagen. Gegenüber den Porsche RS Spyder erwies sich der MG-Lola EX265 jedoch als nicht ausreichend konkurrenzfähig. So beendete das Team zwar alle Rennen konstant unter den besten sechs Fahrzeugen der LMP2, verlor die Meisterschaft aber bereits vorzeitig an Jos Verstappen. Daher entschied Teameigner Ray Mallock für das letzte 1000-km-Rennen der Saison in Silverstone, ein geschlossenes Prototypencoupé einzusetzen. In der folgenden Saison trennte sich das Team von Motorlieferanten MG und wechselte zu dem japanischen Hersteller Mazda. Die Wahl des Aggregats stellte sich letztlich als Fehlentscheidung heraus. In den fünf Meisterschaftsläufen der Saison 2009 beendeten er und Newton lediglich zwei Rennen ohne Motorschaden. Das Triebwerk kam mit dem zu Beginn der Saison veränderten Benzinzusätzen nicht zurecht.Harald Gallinnis: http://www.gt-eins.at/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=4284&Itemid=2 Zwar beendete das Fahrerduo den letzten Meisterschaftslauf in Silverstone auf dem Podium der LMP2, jedoch sammelte das Team durch den mehrfach notwendigen Motorwechsel mehr Strafpunkte als Zähler und beendeten das Jahr daher als Schlusslicht der Klasse. Wie alle anderen Kundenteams von Mazda-AER wechselte auch RML für die Saison 2010 zu einem anderen Motorlieferanten. Das Team schloss im Gegensatz zur Konkurrenz jedoch einen Vertrag mit dem Hersteller Honda ab, der den Motor unter dem Namen Acura bislang hauptsächlich im Acura ARX-01 eingesetzt hatte.
24-Stunden-Rennen von Le Mans