miniatur|Grab von Maxim Schtrauch auf dem Nowodewitschi-Friedhof Maxim Maximowitsch Schtrauch (; * in Moskau; † 3. Januar 1974 ebenda) war ein sowjetischer Theater- und Filmschauspieler.
Leben Schtrauch, Sohn eines Arztes, war schon als Kind vom Theater fasziniert. Mit acht Jahren lernte er den zwei Jahre älteren Sergei Eisenstein kennen; die beiden blieben bis zu Eisensteins Tod eng befreundet. Nach der Oktoberrevolution meldete sich Schtrauch 1918 freiwillig zur Roten Armee und diente dort drei Jahre lang. Ab 1921 spielte er in Moskau am Ersten Arbeitenden Theater des Proletkults () und experimentierte dort gemeinsam mit den Regisseuren Walentin Smyschljajew (1891–1936) und Eisenstein mit neuen Formen des Avantgarde-Theaters. Bald war Schtrauch auch im Stummfilm tätig, wieder als enger Mitarbeiter Eisensteins: In Streik spielte er 1925 seine erste Filmrolle, bei Panzerkreuzer Potemkin (1926), Oktober (1927) und Die Generallinie (1929) war er Eisensteins Regieassistent. Außerdem assistierte er 1927 Michail Kaptschinski bei dessen .
Von 1929 bis 1931 spielte Schtrauch am Wsewolod-Meyerhold-Theater unter Leitung Meyerholds, danach gehörte er von 1932 bis 1950 zum Ensemble des Theaters der Revolution (), dessen künstlerischer Leiter er von 1938 bis 1942 war. Von 1950 bis 1957 spielte Schtrauch am traditionsreichen Maly Theater, und 1958 kehrte er an das Theater der Revolution zurück, das mittlerweile den Namen Majakowski-Theater trug. Dort arbeitete er auch als Regisseur.
Neben seiner Theaterarbeit war er auch nach wie vor im sowjetischen Kino präsent. Besonders populär wurden seine Darstellungen Lenins. Schtrauch verkörperte den Revolutionsführer erstmals 1938 in Sergei Jutkewitschs Der Mann mit dem Gewehr und danach noch in fünf weiteren Filmen, darunter Jutkewitschs Erzählungen über Lenin (1957) und Lenin in Polen (1966).Allerdings war Schtrauch, anders als der Stalin-Darsteller Micheil Gelowani, nie völlig auf die Rolle des „offiziellen“ Lenin-Darstellers festgelegt. Zum einen spielte er immer wieder auch andere Rollen; zum anderen wurde Lenin auch zu Schtrauchs aktiver Zeit im sowjetischen Kino immer wieder von anderen Schauspielern verkörpert, so (in chronologischer Abfolge) von Boris Schtschukin (1894–1939), Pawel Moltschanow (1902–1977), Michail Kondratjew (1905–1984), Boris Smirnow (1908–1982), Wladimir Tschestnokow (1904–1968), Michail Kusnezow (1918–1986) und Juri Kajurow (* 1927).
Schtrauch erhielt dreimal den Stalinpreis (1949 und 1951 für seine Theaterarbeit, 1951 außerdem für seine Filmrolle in ) sowie 1959 den Leninpreis (für Erzählungen über Lenin) und wurde 1965 mit dem Titel Volkskünstler der UdSSR geehrt.
Filmografie 1925: Streik () – Regie: Sergei Eisenstein 1929: Die Generallinie () – Regie: Sergei Eisenstein 1930: Menschen-Arsenal () – Regie: Abram Room 1930/31: – Regie: Iwan Pyrjew 1932: – Regie: Ilja Trauberg 1933: Der Deserteur () – Regie: Wsewolod Pudowkin 1934: – Regie: Alexander Stolper 1934/35: – Regie: Abram Room 1934/35: – Regie: Michail Werner und Dmitri Wassiljew 1938: Doktor Aibolit () – Regie: Wladimir Nemoljajew 1938: Der Mann mit dem Gewehr () – Regie: Sergei Jutkewitsch 1938/39: Die Wyborger Seite / Auf der Wyborgseite () – Regie: Grigori Kosinzew und Leonid Trauberg 1940: Der erste Präsident () – Regie: Sergei Jutkewitsch 1942: – Regie: Ilja Trauberg u. a. 1942: Suche Bator / Man nannte ihn Suche-Bator () – Regie: Iossif Cheifiz und Alexander Sarchi 1942/43: – Regie: Grigori Kosinzew und Leonid Trauberg 1943: – Regie: Leonid Lukow 1946: Der Schwur () – Regie: Micheil Tschiaureli 1947: Liebe siegt () – Regie: Igor Sawtschenko
1948/49: Ehrengericht () – Regie: Abram Room 1949/50: Die Stalingrader Schlacht () – Regie: Wladimir Petrow (2 Teile) 1950: Der Fall von Berlin () – Regie: Micheil Tschiaureli (2 Teile) 1950: – Regie: Michail Kalatosow 1956: Akte 306 () – Regie: Anatoli Rybakow 1956: – Regie: Michail Romm 1957: Leningrader Sinfonie () – Regie: Sachar Agranenko 1957/58: Erzählungen über Lenin () – Regie: Sergei Jutkewitsch 1966: Lenin in Polen () – Regie: Sergei Jutkewitsch
Weblinks
Kurzbiografie und Foto (russisch) Schtrauch in der Galerie der Lenindarsteller (russisch) Aufsatz von Jewgeni Margolit über die Darstellungsweise Lenins im Sowjetkino (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Person (Moskau) Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Volkskünstler der UdSSR (Darstellende Kunst) Kategorie:Träger des Leninpreises Kategorie:Träger des Stalinpreises Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1900 Kategorie:Gestorben 1974 Kategorie:Mann