Arosa ist eine politische Gemeinde sowie ein Ferien- und Erholungsort in der Region Plessur des Schweizer Kantons Graubünden. Die höchstgelegene Siedlung im Schanfigg ist der bekannte frühere Luftkurort Arosa und seit Anfang 2014 Teil des erweiterten Skigebiets Arosa Lenzerheide mit 225 Pistenkilometern.Vier Schweizer Orte in Top Ten – Arosa an der Spitze. Abgerufen am 10. November 2012.Website Skigebiet Arosa Lenzerheide. Abgerufen am 10. November 2013.

Politische Gemeinde Arosa Die politische Gemeinde Arosa bestand seit 1851 im damals neu entstandenen Kreis Schanfigg. Seit der am 1. Januar 2013 in Kraft getretenen Fusion besteht die heutige Gemeinde Arosa aus dem Gebiet aller ehemaligen Gemeinden des damaligen Kreises bis auf Maladers (seit 2020 in der Gemeinde Chur), also aus den ehemaligen Gemeinden Arosa, Calfreisen, Castiel, Langwies, Lüen, Molinis, Peist und St. Peter-Pagig.

Das Gemeindeareal umfasst 15'479 ha bei einer Grenzlänge von 79,46 km.Übersicht Gemeindegebiet Arosa bei map.geo.admin.ch Höchster Punkt ist das Aroser Rothorn mit , die tiefstgelegene Stelle ist bei unterhalb des Calfreisertobel-Viadukts in der Plessur . Die konsolidierte Einwohnerzahl betrug Ende 2014 3247 Personen. , (zuletzt) abgerufen am 23. Mai 2016. Ende 2018 beträgt die Einwohnerzahl noch 3131 Personen. Damit ist Arosa das bevölkerungsmässig kleinste Mitglied des Schweizerischen Städteverbandes.

Legislative ist ein 14 Mitglieder umfassendes Gemeindeparlament. Bei dessen konstituierender Sitzung vom 24. Januar 2013 bestimmte das Plenum Ludwig Waidacher junior für die Dauer von einem Jahr zum ersten Parlamentspräsidenten. Sein Stellvertreter war der Peister Andrea Hagmann, der seinerseits 2014 das Präsidium übernahm. 2015 hatte Markus Guler (Arosa) das Amt inne, seit Anfang 2016 Martin Michael (St. Peter). Die öffentlichen Parlamentssitzungen werden abwechslungsweise in allen ehemaligen Gemeinden abgehalten.Aroser Zeitung. 1. Februar 2013, S. 1 ff.Die Südostschweiz. 25. Januar 2014, S. 8. Präsidentin des fünfköpfigen, departemental organisierten Gemeindevorstands ist seit dem 1. Januar 2021 die Aroserin Yvonne Altmann, als Vizepräsident amtiert Peter Bircher aus Lüen.Aroser Zeitung. 8. Januar 2021, S. 7. Hauptsitz der Gemeindeverwaltung ist Arosa, in St. Peter besteht eine Aussenstelle. 2025 wurde in Arosa für die Stimmberechtigten die Möglichkeit des E-Voting eingeführt.

Nachbargemeinden sind Albula/Alvra, Chur, Conters im Prättigau, Davos, Fideris, Furna, Jenaz, Klosters, Lantsch/Lenz, Schmitten, Trimmis und Vaz/Obervaz.

Wappen mini|Luftbild aus 1900 m von Walter Mittelholzer von 1927 mini|Arosa, historisches Luftbild von Werner Friedli (1949) mini|Das Erzhorn, Arosas inoffizieller Wappenberg

Recht verbreitet ist die – offiziell jedoch unzutreffende – Vorstellung, bei dem stilisiert dargestellten, doppelspitzigen Berg handle es sich um das Erzhorn, einen der Berge, die den Talkessel von Arosa umgeben.

Ortschaft Arosa Geographie Arosa liegt 15 km (Luftlinie) südöstlich von Chur am Ende des Schanfigger Tals. Die rund 3 km weite, auf bis gelegene Mulde des Talschlusses ist an allen Seiten von Bergen umgeben. Das Gemeindegebiet umfasst den Einzugsbereich des Oberlaufs der Plessur mit Ausnahme des von Süden einmündenden Welschtobels und hat daher die Form eines Hufeisens. Der Welschtobelbach mündet bei Arosa in die Plessur. Im Westen verläuft die Gemeindegrenze vom Aroser Weisshorn () nach Süden über Carmenna, Plattenhorn, Hörnli und Tschirpen zum Parpaner Weisshorn () und dann über das Parpaner Rothorn () zum Aroser Rothorn (). Anschliessend führt sie auf dem Nordostgrat des Rothorns zum Erzhorn () und Älpliseehorn (), so dass das Quellgebiet der Plessur mit der Aroser Alp, Älplisee () und Schwellisee () halbkreisförmig umfasst wird. Nachdem sie den Welschtobelbach auf gequert hat, steigt die Grenze zum Grat der Leidflue (), umgreift mehrere abgelegene Talkammern und erreicht über den markanten Sandhubel () am Valbellahorn () oberhalb des Alteinsees () den südöstlichsten Punkt des Territoriums. Der anschliessende Abschnitt – Grenze gegen die Landschaft Davos – wird durch die Passübergänge Alteiner, Bärentaler und Maienfelder Furgga in mehrere Gebirgsgruppen gegliedert; die höchsten Berge sind die Amselflue (), das Furggahorn () und das vorgeschobene Schiesshorn ().

Das Dorf Arosa erstreckt sich über rund 2 km Länge, wobei der heutige Siedlungsschwerpunkt an Unter- und Obersee () liegt. Das tiefstgelegene Wohnhaus steht im Rütland auf , das höchstgelegene beim Ifang auf . Der Stausee liegt unterhalb des Dorfgebiets. Ein drittes landschaftsprägendes Element neben den Seen und dem Kranz der Berge bildet die auf etwa verlaufende Waldgrenze: Westlich des Dorfes herrschen Alpweiden und ausgedehnte Geröllhalden vor, talabwärts, wo sich die Plessur bis zur Talenge von Litzirüti auf 4 km Länge um 300 m eintieft, dominiert der geschlossene Nadelwald.

Im Jahr 1997 wurden 42,0 % der Gemeindefläche landwirtschaftlich genutzt, der Wald nahm 15,2 % ein, die Siedlungen 3,1 %. Als unproduktiv galten 39,7 %.

Klima Für die Normalperiode 1991–2020 beträgt die Jahresmitteltemperatur 3,7 °C, wobei im Februar mit −3,8 °C die kältesten und im August mit 11,9 °C die wärmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen werden. Im Mittel sind hier rund 176 Frosttage und 70 Eistage zu erwarten. Sommertage gibt es im Jahresmittel 0,4, d. h. statistisch gesehen etwa jedes zweite Jahr. Hitzetage wurden in der Normperiode 1991–2020 keine verzeichnet. Die MeteoSchweiz-Wetterstation liegt auf einer Höhe von

Geschichte mini|Die Egga mit Heimatmuseum, das historische Zentrum Arosas

Ab spätestens dem 13. Jahrhundert wurde das Gebiet von Arosa als Alpweiden genutzt. Ein von Romanen besiedelter Hof des Klosters Churwalden in Maran (im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Peist, nach 1911 bei Arosa) ist für 1222 belegt.

In Davos siedelten seit 1280 Walser. Nach 1300 siedelten von Davos kommende Walser auch in Arosa und verdrängten im Laufe der Zeit die romanische Alpwirtschaft. Erstmals urkundlich erwähnt wird Arosa um 1330, als Araus. Der Name ist vorromanischen Ursprungs und belegt die Nutzung der Alpweiden lange vor der Walser Siedlung. Im Rätischen Namenbuch (1964) wird der Name zu einem vorlateinischen Stamm *rosa «Gletscher, Wildbach, Rinne, Erdrutsch» gestellt, der ebenfalls in den Namen Monte Rosa, Rosatsch, Roseg u. a. begegnet. Alternativ wurde Bezug zu alteuropäischen Gewässernamen in *er-/*or- «fliessen» erwogen; der Name Arosa wäre damit identisch mit dem Namen der Areuse.Arosa, auf search.ortsnamen.ch

Die Walser Siedler lebten von der alpinen Viehwirtschaft. Bis weit ins 19. Jahrhundert blieb Arosa eine weltabgeschiedene Walsersiedlung. Zusätzlich zur Viehwirtschaft wurde zwischen 1400 und 1560 auch etwas Erzbau betrieben. Die Bevölkerung in der Zeit zwischen 1550 und 1750 lag bei etwa 125 Personen. Die Walser waren persönlich frei, bezahlten aber um 1330 Zins an die Freiherren von Vaz, ab 1337 an die Grafen von Toggenburg und ab 1470 an das Haus Habsburg. 1438 kaufte sich Davos zusammen mit Arosa vom Lehenszins an die Erben der Grafen von Toggenburg frei. Die Alpwirtschaft wurde nun autonom durch Aufteilung in Kuhrechte geregelt. Diese Kuhrechte konnten auch an Auswärtige verkauft werden. So kamen die Sattelalp an die Bürgergemeinde Chur, die Furggaalp an die Bürgergemeinde Maienfeld, die Schönbodenalp teilweise an Chur und Maienfeld und die Alp Altein Tiefenberg an Gemeinden im mittleren Albulatal. Im Jahr 1481 erfolgte schliesslich die Veräusserung des weitgehend unfruchtbaren Welschtobels, das seither zum Gemeindegebiet von Alvaneu gehört. Teile der Schönbodenalp (heute Aroser Alp) wurden 1781 von Chur zurückgekauft. Zusammen mit Davos kaufte sich Arosa 1649 von der Zinspflicht an die Habsburger frei. Kirchlich gehörte Arosa zu Obervaz, 1384 wurde die Pfarrkirche in Langwies erbaut, 1492 das Bergkirchli in Innerarosa. Arosa trat 1528 zur Reformation über.

Durch das enge Plessurtal nach Chur bestand keine Strasse. Wichtigste Verbindung zur Aussenwelt waren die beschwerlichen Passwege über die Strelakette nach Davos, und entsprechend unterstand Arosa bis 1798 dem Zehngerichtebund. Mit der Schaffung der Gemeinden im Kanton Graubünden nach 1803 gehörte Arosa als Nachbarschaft zur Gemeinde Davos.

Ab 1851 war Arosa als nunmehr selbständige Gemeinde Teil des neugebildeten Kreises Schanfigg. Im Jahr 1850 war die Bevölkerung auf 56 Einwohner abgesunken.

Um 1870 verbrachten erste sogenannte Sommerfrischler aus der Region und der Schweiz ihren Sommerurlaub in privaten Unterkünften in Arosa. Der Aufschwung setzte ab 1883 ein, als Arosa von dem deutschen Arzt Otto Herwig, der in Davos von einem Lungenleiden geheilt wurde, als Luftkurort entdeckt wurde. Bereits 1888 eröffnete dieser zusammen mit seiner Schwester ein erstes Sanatorium.

Mit der Verlängerung der Schanfiggerstrasse 1890 von Langwies nach Arosa setzte ein weiterer bedeutender Aufschwung ein, und eine ganze Reihe von Sanatorien, Heilstätten und Hotels kamen innert kurzer Zeit hinzu. 1893 entstand mit dem Grand Hotel (heute Arosa Alpine Club) die erste gehobene Unterkunft für Wintersportgäste. 1897 wurde das Elektrizitätswerk Arosa in Betrieb genommen. Ab 1900 nahm die Bedeutung des Wintersports stetig zu; die Schanfiggerstrasse wurde fortan zwischen Arosa und Litzirüti als Bobbahn genutzt, und auf dem zugefrorenen Obersee fanden erste Pferderennen statt. Zwischen 1907 und 1909 entstanden die katholische, die englische sowie die Dorfkirche Arosa. 1911 wurde der Hof Maran in das Aroser Gemeindegebiet inkorporiert. Im gleichen Jahr wurde mit der Tomelischanze die erste permanente Skisprungschanze eingerichtet. mini|Der Luftkurort Arosa um 1900 mit Otto Herwigs Sanatorium Berghilf (oben links) und den ersten grösseren Hotelbetrieben Die Eröffnung der Chur–Arosa-Bahn 1914 ermöglichte trotz schwierigem Umfeld mitten im Ersten Weltkrieg die Entwicklung Arosas zum eigentlichen Weltkurort. Damit einher ging eine tiefgreifende Neu- und Umgestaltung der alten Walsersiedlung, die ihren ursprünglichen Charakter wie auch die angestammte Walsersprache weitgehend einbüsste. 1938 nahm man mit dem Carmenna-, dem Weisshorn- und dem Tschuggenlift die ersten Skilifte in Betrieb. 1945 folgte der Hörnlilift, damals längster Skilift der Schweiz. Gleichzeitig erfolgte – unterstützt durch die Entdeckung und zunehmende Verschreibung von Penicillin gegen Lungenleiden – eine beschleunigte Transformation Arosas vom Kur- zum Ferien- und Sportort. Diverse Kliniken, wie beispielsweise das Waldsanatorium, stellten den Betrieb ein bzw. wurden in Hotels umgebaut.

Das Jahr 1956 sah die Eröffnung der Weisshornbahn, 1960 diejenige der Hörnlibahn. Bald folgten weitere Skilifte, Sessel- und Gondelbahnen. Eine Verbindungsbahn zum Skigebiet von Lenzerheide wurde 2013 gebaut, was eine wesentliche Erweiterung des Wintersportangebots bedeutet, das nun gemeinsam mit demjenigen der Lenzerheide vermarktet wird.

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung, abgerufen am 2. Mai 2014. Jahr 1750 1850 1900 1930 1941 1970 1980 2000 2005 2010 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Einwohner 125 56 1071 3466 1980 2717 2782 2771 2271 2251 3205 3219 3185 3131 3145 3162

Am 31. Dezember 2020 hatte Arosa 3162 Einwohner. Der Ausländeranteil betrug 25,2 %. 10,6 % der Bevölkerung waren unter 18 Jahre alt (minderjährig), 65,4 % waren zwischen 18 und 64 Jahre alt, während 24,0 % 65 Jahre oder älter waren.

Die Mehrheit der Bevölkerung bezeichnete im Jahr 2014 Deutsch (88,3 %) als ihre Hauptsprache. Weitere in der Bevölkerung vertretene Landessprachen waren Rätoromanisch (1,6 %), Italienisch (1,3 %) und Französisch (0,4 %). Die restliche Bevölkerung (8,4 %) gab eine andere Hauptsprache an.

Ende 2020 waren 56,6 % der Bevölkerung evangelisch-reformiert, während 25,3 % römisch-katholisch waren.

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