Der Bahnhof Erlangen befindet sich bei Streckenkilometer 23,5 an der Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg. Er ist der älteste Bahnhof der Stadt Erlangen sowie deren einziger Fernverkehrshalt. Seine Verwaltung obliegt dem Bahnhofsmanagement in Nürnberg.

Der Bahnhof zählt etwa 24.000 Reisende und Besucher sowie 175 Zughalte pro Tag.

Lage Der Bahnhof liegt am Westrand der Erlanger Innenstadt und erstreckt sich in Nord-Süd-Ausrichtung von der Überführung „Am Altstädter Friedhof“ bis zur Überführung über die Güterhallenstraße.

Infrastruktur Der Bahnhof verfügt über vier Durchgangsgleise, wovon die Gleise 1 und 4 für durchfahrende Fern- und Regionalzüge und die Gleise 2 und 3 für den S-Bahn-Verkehr genutzt werden. Zur weiteren Ausstattung jedes Bahnsteigs gehören digitale Zugzielanzeiger und witterungsgeschützte Sitzgelegenheiten. Alle Bahnsteige sind über eine Fußgängerunterführung miteinander sowie dem Bahnhofsvorplatz östlich als auch dem Busbahnhof westlich des Bahngeländes verbunden. Der Ostzugang wird über Fahrtreppen durch das Empfangsgebäude als auch über eine Rampe barrierefrei von der Westlichen Stadtmauerstraße hergestellt, der Westzugang vom Busbahnhof erfolgt niveaugleich.

Der Hausbahnsteig (Gleis 1) ist 410 m lang und 76 cm hoch, im Bereich des Empfangsgebäudes überdacht und sowohl über Rampen als auch Festtreppen vom Straßenniveau aus erreichbar. Die Gleise 2 und 3 haben einen gemeinsamen 140 m langen und 76 cm hohen teilüberdachten Mittelbahnsteig, der über Festtreppen von beiden Seiten an den Fußgängertunnel anschlossen ist. Im Zuge der Grundsanierung in den Jahren 2012 bis 2016 erhielt dieser Bahnsteig zudem einen Personenaufzug. Gleis 4 verfügt über einen 380 m langen und 76 cm hohen teilüberdachten Seitenbahnsteig, der von beiden Seiten über Festtreppen an die Fußgängerunterführung angeschlossen ist. Barrierefreie Zugänge zu Gleis 4 gibt es über Rampen von der Fußgängerunterführung zum nördlichen Bahnsteigende und von der Friedrich-List-Straße zum südlichen Bahnsteigende.

Im Empfangsgebäude befinden sich ein zeitweise besetzter Fahrkartenschalter sowie ein Warteraum für Reisende. Des Weiteren gibt es eine Bahnhofsbuchhandlung, Gastronomie und sanitäre Einrichtungen. Zu beiden Seiten des Bahnhofs gibt es insgesamt 1262 Fahrradstellplätze, die zum Teil überdacht sind, auf der Westseite außerdem 2136 Park-and-ride-Stellplätze für PKW. Das Fahrrad-Verleih-System VAG Rad ist am westlichen wie am östlichen Bahnhofsvorplatz mit festen Stationen vertreten. Die Bahnlinie stellt zugleich die westliche Grenze der Erlanger Flexzone dar.

Der Bahnhof wird durch ein 1999 gebautes Elektronisches Stellwerk der Bauform SIMIS C gesteuert. Im Bahnhof stehen Ks-Signale und Punktförmige Zugbeeinflussung. Das Stellwerk soll auf SIMIS D hochgerüstet werden, als zusätzliches Zugbeeinflussungssystem soll ETCS Level 2 eingerichtet werden.

Verkehrsanbindungen Fernverkehr Im Fernverkehr wird Erlangen von der ICE-Linie 28 (Hamburg – Berlin – Leipzig – Erfurt – Nürnberg – München) im Zwei-Stunden-Takt bedient sowie der ICE-Linie 18 von Berlin über Halle nach München. Als Triebfahrzeuge kommen dabei ICE 1, ICE T und ICE 4 zum Einsatz. Beide Linien fahren seit Dezember 2017 über Erfurt statt über Saalfeld und Jena. Außerdem verkehrt der Intercity der Linie IC 61 (Karlsruhe–Nürnberg) als Verlängerung bis Leipzig über Erlangen. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 wurde das Angebot auf der IC-Linie 61 zwischen Nürnberg und Leipzig mangels Auslastung von vormals bis zu fünf Zugpaaren pro Tag auf zwei Zugpaare gekürzt.

Da auf der IC-Linie 17 Dresden–Berlin–Rostock von März 2020 bis Dezember 2025 von der Westbahn übernommene Stadler-KISS-Triebzüge eingesetzt wurden, wurde nachts eine Fahrt pro Richtung zwischen Wien, wo weiterhin die Instandhaltung stattfand, und dem Einsatzgebiet durchgeführt. Diese Züge hielten auch in Erlangen. Da seit Dezember 2025 Intercity-2-Züge von Bombardier auf der IC-Linie 17 eingesetzt werden, entfiel diese Fahrt zum Fahrplanwechsel. Stattdessen wird ein nächtliches ICE-Zugpaar zwischen Berlin und München mit Halt in Erlangen angeboten.

Linie /Zuggattung Strecke Taktfrequenz Hamburg – Berlin – Halle – Erfurt – Bamberg – Erlangen – Nürnberg – München ein Zugpaar (Ostseebad Binz –) Hamburg – Berlin – Leipzig – Erfurt – Erlangen – Nürnberg – München 120-Minuten-Takt Saaletal:Karlsruhe – Pforzheim – Mühlacker – Vaihingen – Stuttgart – Aalen – Ellwangen – Crailsheim – Ansbach – Nürnberg  – Erlangen – Bamberg – Lichtenfels – Kronach – Saalfeld – Jena-Göschwitz – Jena Paradies – Naumburg – Weißenfels – Leipzig zwei Zugpaare

Seit dem 17. Juni 2021 war ein Zugpaar von Flixtrain als FLX 35N nachts zwischen Leipzig, Jena, Nürnberg und München unterwegs. Dieser Zug wurde in Leipzig auf die FLX 35 durchgebunden, sodass Tickets für den gesamten Laufweg Hamburg – Leipzig – München erworben werden und die Fahrgäste in Leipzig im Zug verbleiben konnten. Durchführendes Eisenbahnverkehrsunternehmen war die IGE. Zum Einsatz kamen normale Großraumwagen, die auch auf den sonstigen Tagesverbindungen eingesetzt werden. Diese Weiterleitung wurde zum Dezemberfahrplanwechsel 2021 eingestellt.

Nahverkehr Im Nahverkehr wird der Bahnhof als Teil der Kursbuchstrecken 820 (Nürnberg – Fürth – Erlangen – Forchheim – Bamberg – Lichtenfels – Sonneberg) und 891.2 (Nürnberg – Fürth – Erlangen – Forchheim) von Regional-Express-Zügen angefahren. Eingesetzt werden in Regionalverkehr Triebwagen vom Typ Siemens Desiro HC (Baureihe 1462 und Baureihe 4462), wobei letztere mit ETCS-Ausrüstung auch über die Schnellfahrstrecke Eltersdorf–Leipzig fahren können. Die meisten RE-Leistungen werden als Teil des Franken-Thüringen-Express vermarktet. Seit Dezember 2010 gehört Erlangen zum Netz der S-Bahn Nürnberg, hier fährt die Linie S1.

Aufgrund von Konflikten der Fahrlagen der S-Bahn nördlich von Nürnberg mit dem Fernverkehr muss die Achse Bamberg–Nürnberg über Erlangen um wenige Minuten verschoben werden, so dass im Jahresfahrplan 2026 die Durchbindung wie in Betriebsstufe 1 mit dem östlichen Ast Nürnberg–Hartmannshof wieder nötig wird.

Linie Verlauf Taktfrequenz Fahrzeugmaterial Nürnberg – Fürth – Erlangen – Forchheim – Hirschaid – Bamberg  – Breitengüßbach – Lichtenfels – Kronach – Saalfeld (Saale) Zwei-Stunden-Takt Siemens Desiro HC (Baureihe 1462) – Haßfurt – Schweinfurt – Würzburg Nürnberg – Fürth – Erlangen – Forchheim – Hirschaid – Bamberg – Breitengüßbach – Lichtenfels  – Coburg – Sonneberg Zwei-Stunden-Takt Siemens Desiro HC (Baureihe 1462) – Kronach – Saalfeld (Saale) Nürnberg – Fürth – Erlangen – Forchheim – Hirschaid – Bamberg – Coburg  – Sonneberg Stundentakt Siemens Desiro HC (Baureihe 4462) – Erfurt fünf ZugpaareStand: 14. Dezember 2025 VGN-Linie Strecke Takt Fahrzeugmaterial DB 1440

Busverkehr Östlich des Bahnhofs befindet sich die Haltestelle Hauptbahnhof, früher Bahnhofsplatz, der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg, abgerufen am 25. September 2012. an der neben den Stadtbuslinien 280–287, 289 und 290, 293–295 der ESTW auch die Linien 20 und 30 der VAG und die Regionalbuslinien 202, 203, 205, 253 des OVF halten. Die westlich des Bahnhofs liegende Haltestelle Busbahnhof wird von den Regionalbuslinien 201, 208–210 und 254 des OVF bedient. (PDF; 849 kB) auf der Webseite des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg, abgerufen am 25. September 2012. Auch Fernbusse halten am Erlanger Busbahnhof. Die städtischen Busknotenpunkte Arcaden und Hugenottenplatz sind einige hundert Meter nördlich bzw. östlich gelegen.

Straßenbahn (geplant) Die Stadt-Umland-Bahn Erlangen (StUB) soll künftig den Erlanger Hauptbahnhof anbinden. Hierbei ist eine Wendeschleife und zweigleisige Haltestelle am westlichen Ausgang des Bahnhofs geplant.Die StUB am Erlanger Bahnhof auf stadtumlandbahn.de, abgerufen am 22. Dezember 2025 Im Zuge der ebenfalls geplanten neuen Regnitzquerung für die StUB, welche auch von Bussen befahren werden kann, soll der Busverkehr neugeordnet werden. Dadurch sollen etliche Buslinien, welche bisher über den Dechsendorfer Damm und die Goethestraße den östlichen Bahnhofsvorplatz angebunden haben, künftig westlich des Bahnhofs halten.

Architektur mini|Der Erlanger Bahnhof, um 1910 Das heute unter Denkmalschutz stehende Empfangsgebäude wurde nach Plänen von Eduard Rüber als eingeschossiger Sandsteinquaderbau errichtet. Es bestand aus einem offenen Mittelbau an den sich im Norden und im Süden je ein Wartesaal für die Reisenden anschloss. Zwischen 1868 und 1870 folgte der erste Umbau durch Friedrich Bürklein, bei dem das gesamte Gebäude aufgestockt und die Veranda zu einer offenen Loggia mit Neurenaissanceelementen umgebaut wurde. 1919 gestaltete man die Loggia zu einem geschlossenen Vorbau um, der in den 1950er Jahren durch einen modernen Wartesaal ersetzt wurde. Bei der letzten Renovierung 1991 wurde der Zustand vor der nachkriegszeitlichen Modernisierung optisch wiederhergestellt.

Geschichte mini|links|Der Erlanger Bahnhof, um 1917 mini|Der Erlanger Bahnhof von Südwesten, um 1899 Der Bahnhof wurde zusammen mit dem Ludwig-Süd-Nord-Bahn-Abschnitt Nürnberg–Bamberg bereits am 25. August 1844, dem Geburtstag von König Ludwig I., von der Bayerischen Staatsbahn eröffnet. Der reguläre Betrieb auf der Strecke konnte allerdings erst am 1. September 1844 nach Abschluss aller Bauarbeiten aufgenommen werden, der Fahrgastbetrieb folgte einen Monat später am 1. Oktober 1844. Zum Anschlussbahnhof wurde er mit der Eröffnung der Bahnstrecke Erlangen–Eschenau („Seku“) am 17. November 1886. Die Züge der Sekundärbahn endeten in der Regel in einem Gleis südlich des Empfangsgebäudes. Durch das steigende Verkehrsaufkommen, dem die eingleisige Strecke nicht mehr gewachsen war, wurde die von Beginn an zweigleisig angelegte Trasse 1891 Richtung Bamberg und 1892 von Fürth kommend dem Verkehr übergeben. Am 1. Oktober 1894 wurde ein von Nürnberg Hauptbahnhof ausgehender Vorortverkehr eingerichtet, der einen seiner Endpunkte in Erlangen hatte. Der Bahnhof wurde auch Endbahnhof der Personenzüge auf der Strecke Erlangen–Herzogenaurach, bis der Personenverkehr am 28. September 1984 eingestellt wurde. Einen weiteren Aufschwung erlebte der Bahnhof mit der Aufnahme des elektrischen Zugbetriebs am 15. Mai 1939. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Teilung Deutschlands verlagerten sich die bisher über die Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg verlaufenden Verkehrsströme gen Norden auf die Strecke über Würzburg und koppelten den Bahnhof somit vom Fernverkehr ab. Auch seine Funktion als Knotenpunkt ging mit der Stilllegung der „Seku“ am 17. Februar 1963 verloren. In den späten 1960er Jahren wurde im Großraum Nürnberg, als Vorläufer für ein mögliches S-Bahn-System, ein verbessertes Nahverkehrsangebot mit dichten Takten auf den Hauptlinien eingeführt, in das auch Erlangen mit eingebunden war. Die Planungen wurden in den 1980er Jahren konkretisiert und Erlangen als Ziel für die zweite Stufe des Nürnberger S-Bahn-Netzes festgelegt, zunächst aber folgte die Integration in den am 27. September 1987 gegründeten VGN. Nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung wurde das Fernverkehrsangebot nach Berlin erheblich ausgeweitet.