Morituri ist ein US-amerikanischer Kriegsfilm des Schweizer Regisseurs Bernhard Wicki. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Werner Jörg Lüddecke. Der Film wurde in Deutschland erstmals am 17. September 1965 in den Kinos gezeigt. Bei seiner Fernsehpremiere am 6. Oktober 1973 im ZDF wurde der Film unter dem Titel Kennwort: Morituri ausgestrahlt.
Handlung Robert Crain ist Pazifist und lebt während des Zweiten Weltkrieges mit Schweizer Papieren in Indien. Colonel Statter vom britischen Geheimdienst sucht Crain auf und bringt ihn dazu, als deutscher SS-Offizier aufzutreten. Crain, ein Sprengstoff-Spezialist, geht unter dem Decknamen Hans Keil an Bord eines deutschen Frachters, der als Blockadebrecher Gummi aus Japan transportiert. Crain soll Sprengladungen entschärfen, die im Falle einer Aufbringung durch Alliierte vom deutschen Kapitän gezündet werden sollen, damit das Schiff nicht in feindliche Hände fällt. Kapitän Müller sieht die Anwesenheit eines SS-Mannes auf seinem Schiff nicht gerne, da er der Nazi-Propaganda ablehnend gegenübersteht, während sein Erster Offizier Kruse ein Hitler-Enthusiast ist.
Der Kapitän erlaubt Crain alias Keil nicht, sich auf dem Schiff frei zu bewegen. Crain kann nun nicht überall nach den Sprengladungen suchen, um sie zu entschärfen, bevor die Alliierten das Schiff wie geplant an einem vorher festgelegten Punkt aufbringen. Auch werden die alliierten Schiffe entdeckt und der Kapitän nimmt einen veränderten Kurs. Ein japanisches U-Boot bringt einen Gefangenentransport, unter ihnen einige Amerikaner sowie die Jüdin Esther Levy. Die vom U-Boot gebrachten Offiziere misstrauen Crain, der daraufhin versucht, die auf dem Schiff gefangenen Männer durch Vermittlung der Jüdin zu einer Meuterei zu bringen. Die Meuterei misslingt und Esther Levy wird erschossen. Die Deutschen finden heraus, dass Crain sie tatsächlich betrügt. Es gelingt Crain jedoch, das Schiff zu sprengen und den vom Ersten Offizier abgesetzten Kapitän Müller auf dem ansonsten inzwischen verlassenen, untergehenden Schiff zu einem Notruf zu bewegen.
Produktionsnotizen Der Film wurde vom 24. August bis Anfang November 1964 gedreht. Als Atelier dienten die Studios der Twentieth Century-Fox Film Corporation, Los Angeles/New York. Die Außenaufnahmen entstanden vor Santa Catalina Island auf der MS Blue Dolphin. Die Uraufführung erfolge am 25. August 1965 in New York City (Loew’s State Theatre und Murray Hill Theatre).CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film. Lieferung 19 – Bernhard Wicki
Kritiken
Auszeichnung Oscarverleihung 1966
Nominierung in der Kategorie Beste Schwarzweiss-Kamera für Conrad L. Hall (Gewinner: Ernest Laszlo für Das Narrenschiff) Nominierung in der Kategorie Beste Kostüme (schwarz-weiß) für Moss Mabry (Gewinner: Julie Harris für Darling)
Synchronisation Deutschen Synchronsprecher (Auswahl) sind: Rolle Darsteller Synchronsprecher Robert Crain Marlon Brando Harald Juhnke Kapitän Müller Yul Brynner Klaus Miedel Erster Offizier Martin Benrath Martin Benrath Donkeyman Hans Christian Blech Hans Christian Blech Esther Janet Margolin Uta Hallant Statter Trevor Howard Arnold Marquis Milkereit Rainer Penkert Rainer Penkert Konteradmiral Wendel Oscar Beregi Jr. Ernst Schröder Busch Carl Esmond Hermann Wagner Dr. Ambach Wally Cox Walter Bluhm Branner Max Haufler Franz Nicklisch
Hintergrund Der Film, von 20th Century Fox vertrieben, spielte weltweit etwas über 4 Millionen US-Dollar ein.imdb.com Für Regisseur Bernhard Wicki war es der erste Hollywood-Film, für den er die Alleinverantwortung als Regisseur hatte. Zuvor hatte er Sequenzen des Kriegsfilms Der längste Tag inszeniert.
Der Filmtitel Morituri (lateinisch: die Todgeweihten) stammt der Überlieferung nach vom Gruß der Gladiatoren vor dem Kampf an den Herrscher „Ave Caesar, morituri te salutant“ („Heil dir, Caesar, die Todgeweihten begrüßen dich!“).
In einer kleinen, im Abspann nicht erwähnten, Rolle als Offizier ist George Takei, Mr. Sulu aus der TV-Serie Raumschiff Enterprise, zu sehen.
Die Filmausstattung stammt von Herman A. Blumenthal und Jack Martin Smith in ihrer Funktion als Art-Director sowie von Walter M. Scott als Set-Decorator. Die visuellen Effekte wurden von L. B. Abbott und Emil Kosa Jr. entwickelt. Der spätere Chef-Kameramann William A. Fraker arbeitete bei diesem Film als Kamera-Techniker.
Weblinks
Internationale Filmplakate
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1965 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Kriegsfilm Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:Zweiter Weltkrieg im Film Kategorie:Seefahrt im Film Kategorie:Bernhard Wicki