mini|hochkant|Die Segenskirche in Berlin Prenzlauer Berg Die Segenskirche in Berlin ist ein im Jahr 1908 eingeweihtes denkmalgeschütztes evangelisches Kirchengebäude im Ortsteil Prenzlauer Berg des Bezirks Pankow von Berlin. Sie befindet sich in der Schönhauser Allee und gehört zur Gemeinde Prenzlauer Berg Nord des Kirchenkreises Berlin Stadtmitte. Gemeinsam mit der Kommunität Don Camillo wurde der Gebäudekomplex ab 2007 zum Stadtkloster Segen umgestaltet.

Geschichte 1891 beschloss die Kirchengemeinde der oft überfüllten Zionskirche die Gründung einer Tochtergemeinde für circa 40.000 Mitglieder. Das Grundstück Schönhauser Allee 161 wurde im Jahr 1900 erworben und das darauf befindliche Wohnhaus mit Gaststätte und Kegelbahn abgerissen. Der erste Spatenstich erfolgte am 16. Oktober 1905. Am 6. Mai 1906 wurde am Altar eine Bauurkunde eingemauert.

Die nach Plänen der Architekten Georg Dinklage und Ernst PaulusEvangelische Kirche an der Schönhauser Allee in Berlin. Architekten Dinklage und Paulus. In: Deutsche Bauzeitung, 28. Januar 1905, Jg. 39, Nr. 8, S. 53 (enthält nur 3 Abbildungen); . errichtete Kirche in der Schönhauser Allee wurde am 6. Dezember 1908 eingeweiht. Es handelt sich um einen Komplex historisierender Bauten aus Klinkern, die sich um einen kleinen Innenhof gruppieren.

Baubeschreibung

Turm Die Segenskirche ist ein an den Stil nordeuropäischer Backsteinbauten angelehntes Gotteshaus mit einem 75 Meter hohen Kirchturm. Der Turm mit quadratischer Grundfläche weist einen achteckigen Turmaufsatz mit geschwungener Kupferhaube und einer Laterne mit neobarockem Spitzhelm auf. Im straßenseitigen Mittelteil besitzt der Turm einen vorkragenden Balkon, darüber erheben sich zwei nebeneinander liegende mehrgeschossige rundbogige Schallaustrittsöffnungen.

Kirchenbaukörper In den Kirchenkomplex führen drei Portale, über denen Sandsteinfiguren der Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes angebracht sind. Der Zentralbau erhebt sich über einem griechischen Kreuzgrundriss. Der Kirchenhauptraum zeigt eine achteckige Kuppel, in drei Kreuzarmen befinden sich Emporen über flachbogigen Arkaden. Im vierten Kreuzarm sind der Kanzelaltar und die Orgel eingefügt. Eine Empore erhebt sich über dem Hauptraum, deren Brüstungen mit Reliefs verziert sind.

Nebengebäude An den hohen Kirchturm schließt das Gemeindehaus an. Die straßenseitige Giebelfassade im Stil der Backsteingotik mit der breiten Durchfahrt besitzt zwei symmetrisch angeordnete Erker und Balkons mit Galerien. Die hofseitigen Fassaden haben die Architekten dagegen mit oberitalienischen Renaissance-Elementen versehen.

Ausstattung mini|Innenraum mit Altar und Orgel (2015)

Orgel Die Orgel der Kirche stammt aus der Werkstatt von Wilhelm Sauer (Frankfurt/Oder) und ist dessen Opus 993. Die pneumatische Orgel verfügt über 2332 Pfeifen in 33 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Sie wurde in den Jahren 1953 bis 1959 durch die Firma Alexander Schuke Potsdam Orgelbau barockisiert und ihr Klangbild stark verändert.

Geläut Drei Glocken bilden das Geläut der Kirche. Diese Glocken in den Tönen dis, fis und a wiegen 1200, 850 bzw. 460 Kilogramm. Sie tragen Inschriften nach dem Segen Aarons aus dem Vierten Buch Mose 6, 24 f: „Der Herr segne und behüte dich.“, „Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.“ und „Der Herr hebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.“

Die Glocken werden elektrisch gesteuert.

Nutzung Im Jahr 2005 erfolgte in dieser Kirche die feierliche Amtseinführung eines Beauftragten für Spiritualität der Evangelischen Kirche Berlin–Brandenburg–Schlesische Oberlausitz.Fotos von der Amtseinführung eines Beauftragten für Spiritualität. zechweb.de; abgerufen am 9. Juli 2009.

Die Segenskirche wird von der Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord genutzt, zu der die Einzelkirchen Eliaskirche, die seit 2003 von einem Kindermuseum genutzt wird, Gethsemanekirche, Paul-Gerhardt-Kirche und Segenskirche gehören.Homepage Ev. Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord. ekpn.de; abgerufen am 9. Juli 2009. Hinzugekommen ist im Jahr 2007 die schweizerische Kommunität Don Camillo.Website der Communauté Don Camillo; abgerufen am 5. November 2021. Gemeinsam wurde die Segenskirche zum Stadtkloster Segen umgestaltet und steht nun den Gemeindemitgliedern mit ihren Gästen zur Verfügung.Website des Stadtkloster Segen. stadtklostersegen.de; abgerufen am 15. August 2012.

Literatur Evangelische Kirche an der Schönhauser Allee in Berlin. Architekten Dinklage und Paulus. In: Deutsche Bauzeitung, 28. Januar 1905, Jg. 39, Nr. 8, S. 53 (enthält nur 3 Abbildungen); . Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR, Berlin. Hrsg. Institut für Denkmalpflege. Henschelverlag, Berlin 1984, S. 367–368 100 Jahre Segenskirche Berlin Prenzlauer Berg. Ein Kirchen-ABC. Broschüre. Berlin 2006,

Weblinks

Website der Kirchengemeinde der Segenskirche Website des Projektes Stadtkloster Segen Sauer-Orgel der Segenskirche Berlin. Orgel-Verzeichnis.de

Einzelnachweise

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