mini|hochkant=1.2|Blick auf Riveris mini|hochkant=1.2|Riveristalsperre

Riveris (moselfränkisch: Riwwares) ist eine Ortsgemeinde im Tal des gleichnamigen Flusses Riveris im Weinbaugebiet Mosel. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwer im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz an, die ihren Verwaltungssitz in Waldrach hat.

Geografie Riveris liegt etwa zehn Kilometer östlich von Trier und knapp zwei Kilometer nördlich des Riveris-Stausees.

Gemeindeteile von Riveris sind Feilensmühle und Karlstollen. Nach Meyers Orts- und Verkehrslexikon hatte die Feilensmühle 1912/1913 fünf Einwohner und die Schiefergrube Karlstollen vier Einwohner.Meyers Orts- und Verkehrslexikon

Nachbargemeinden sind Waldrach, Osburg, Bonerath und Morscheid.

Geschichte Der Name und damit auch der Ort Riveris haben vermutlich römischen Ursprung. Erwähnung findet es in einer Pfandurkunde an Erzbischof Theoderich von Trier (1212 bis 1242), als die Gerichtsbarkeit im erzbischöflichen Dorf „Ruverisse“ an diesen verpfändet wurde.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Riveris zu Kurtrier und war dem Amt Pfalzel zugeordnet, das in fünf Gerichtspflegen unterteilt war. Für das Dorf war das Hochgericht Waldrach zuständig. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Riveris laut mündlichen Überlieferungen von der Pest getroffen. Aus dieser Zeit soll das örtliche Pestkreuz stammen.

Das Linke Rheinufer wurde 1794 im ersten Koalitionskrieg von französischen Revolutionstruppen besetzt. Von 1798 bis 1814 war Riveris ein Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs, zugehörig dem Saardepartement, Arrondissement Trier. Auf dem Wiener Kongress (1815) kam die gesamte Region nach der Niederlage Napoleons an das Königreich Preußen und war ab 1822 Teil der neu gebildeten Rheinprovinz. Riveris wurde zunächst der Bürgermeisterei Ruwer zugeordnet.

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte das gesamte Gebiet zum französischen Teil der Alliierten Rheinlandbesetzung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Riveris innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Riveris, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 133 1835 182 1871 232 1905 286 1939 290 1950 286 Jahr Einwohner 1961 289 1970 284 1987 298 1997 323 2005 398

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Riveris besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl WGB WGL Gesamt 2024 per Mehrheitswahl (alle WGB) 8 Sitze 2019 5 3 8 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2014 per Mehrheitswahl 8 Sitze

Bürgermeister Daniel Philippi wurde am 28. Mai 2026 Ortsbürgermeister von Riveris. Da für die am 7. Juni 2026 angesetzte Direktwahl kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat. Dieser wählte Daniel Philippi in der Gemeinderatssitzung von Ende Mai 2026 einstimmig zum neuen Ortsbürgermeister.

Philippis Vorgänger Thomas Hoffmann hatte das Amt am 1. Juli 2019 übernommen, nachdem er seit September 2018 als Erster Beigeordneter bereits vertretungsweise die Amtsgeschäfte geführt hatte. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er für fünf Jahre gewählt worden. Bei der folgenden Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 86,6 % wiedergewählt. Hoffmann war bis zum 31. Dezember 2025 Ortsbürgermeister. Er legte das Amt nieder, da er danach hauptamtlicher Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ruwer wurde. Bis Ende Mai 2026 war die Ortsbürgermeisterstelle vakant. Die Amtsgeschäfte wurden ausgeübt vom Ersten Beigeordneten Christoph Becker.

Hoffmanns Vorgängerin Monika Thömmes war 2014 ins Amt gewählt worden, hatte es aber zum 31. August 2018 niedergelegt. Bis 2014 war Markus Kaldunski (CDU) Ortsbürgermeister.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Katholische Filialkirche St. Cornelius ist ein eingetragenes Kulturdenkmal. Siehe dazu die Liste der Kulturdenkmäler in Riveris.

Wirtschaft Riveris lebte in der Vergangenheit von Landwirtschaft, speziell Weinbau und Obstbau, hauptsächlich Äpfel. Daher wurde es auch scherzhaft die „Aäpelköst“ (Apfelkiste) genannt. Noch heute ist der Viez (Apfelwein) eine Spezialität. In Riveris gab es auch eine wasserbetriebene Getreidemühle und eine Ölmühle. Im Karlstollen wurde Schiefer abgebaut.

Tourismus Riveris ist ein Dorf, das vor allem von Wanderern und Ruhe suchenden Gästen besucht wird. Die Riveristalsperre kann man in ihrem ganzen Umfang bewandern oder mit dem Fahrrad erkunden. Im Riveristal gibt es die Quarzitfelsen „Weißenstein“ und „Langenstein“ (Gemarkung Morscheid). Die Traumschleife Morscheider Grenzpfad führt am Dorf vorbei. Der neue Wanderweg Äppelkist & Schiefer wurde im Juli 2022 eröffnet.Wanderweg Äppelkist & Schiefer - Rundwanderweg in Riveris

Verkehr Die K 65 führt nach Morscheid und die K 66 zur L 149 bei Waldrach. Nach Osburg führt ein Gemeindeweg.

Persönlichkeiten Matthias Schuler (1876–1955), Theologe und Kirchenhistoriker

Literatur Thomas Hoffmann, Markus Kaldunski und andere: Riveris, 800 Jahre am Wasser. Trier 2008, ISBN 978-3-89890-104-8.

Weblinks

Website von Riveris

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Trier-Saarburg Kategorie:Ort an der Ruwer Kategorie:Ort im Hunsrück Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert