Die Landesgartenschau Hemer war die 15. Landesgartenschau (auch: LGS oder LaGa) des Landes Nordrhein-Westfalen und fand gemeinsam mit fünf anderen Landesgartenschauen in Deutschland im Jahre 2010 statt. Sie war vom 17. April bis 24. Oktober 2010 in Hemer geöffnet und stand unter dem Motto „Zauber der Verwandlung“. Die LGS Hemer war die erste Landesgartenschau im Sauerland und damit die erste Gartenschau in NRW auf hügeligem Gelände.

Geschichte Aufgabe der Blücher-Kaserne und Bewerbungsphase mini|Die Blücher-Kaserne vor ihrer Schließung Am 1. November 2004 gab der damalige Bundesverteidigungsminister Peter Struck das neue Stationierungskonzept der Bundeswehr bekannt. Dies hatte für die Stadt Hemer zur Folge, dass sämtliche Truppenteile und Dienststellen verlegt beziehungsweise aufgelöst wurden. (PDF; 4,5 MB) Im Dezember 2004 und Mai 2006 gab es die ersten beiden Konversionsforen.Projektdatenbank Stadtumbau West Nordrhein-Westfalen: Stadterneuerungsgebiet Blücher-Kaserne (PDF; 48 kB) Die Schließung der am Rande des Stadtzentrums liegenden Blücher-Kaserne folgte im November 2006 mit symbolischer Schlüsselübergabe am 2. Oktober 2007.

Durch die Aufgabe des durch Garnisonvertrag vom 30. Oktober 1936 entstandenen militärischen Standortes HemerHans-Hermann Stopsack „Vom Amt zur Stadt, Seite 305“, Hemer 2000, Selbstverlag, ISBN 3-00-006685-3 gab es nunmehr 30 Hektar ungenutztes Kasernengelände mit 39 nicht unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden und Freiflächen. Das Nutzungskonzept für die Konversion sieht Wohn- und Gewerbeflächenbebauung mit Grüngürtel vor.MBV NRW: (PDF; 361 kB) Seit August 2006 gab es Überlegungen zur Ausrichtung einer Landesgartenschau mit Integration in das Flächenkonzept „Hemer Eastend“.Stadt Hemer: Hemer bewirbt sich um die Landesgartenschau 2010 – Die erste Landesgartenschau im Sauerland (PDF; 126 kB)

Nachdem grundsätzliche Rahmenbedingungen für die Ausrichtung einer Landesgartenschau positiv beurteilt wurden, beauftragte der Haushalts- und Finanzausschuss die Verwaltung am 24. Oktober 2006 einstimmig, Bewerbungsunterlagen einschließlich einer Machbarkeitsstudie zu erstellen. Von Anfang November 2006 bis Februar 2007 erfolgte ein breiter Dialog mit der Bevölkerung. Während dieser Zeit gab es auch Überlegungen, das örtliche Gymnasium in einem Teil der Kasernengebäude unterzubringen.

Am 27. Februar 2007 entschied der Rat der Stadt Hemer, das Gelände der Kaserne für eine Landesgartenschau zu nutzen beziehungsweise sich für die Ausrichtung einer solchen zu bewerben. Einbezogen werden sollten auch die benachbarten Naturräume am Jüberg, das Naturschutzgebiet Felsenmeer und die Heinrichshöhle. Am darauf folgenden Tag wurden die Bewerbungsunterlagen beim Umweltministerium in Düsseldorf abgegeben.Stadt Hemer: Was bisher geschah (Sommer 2006 bis Februar 2007) (PDF; 55 kB) Mitbewerber für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2010 in Nordrhein-Westfalen war die Stadt Zülpich. Die zuständige Bewertungskommission besuchte Hemer am 24. und Zülpich am 27. April 2007, um sich für ihre Auswahlempfehlung selbst ein Bild zu machen.Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung:

Am 2. Mai 2007 gab NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg in Düsseldorf den Zuschlag für Hemer als Ausrichter der Landesgartenschau 2010 bekannt. Er wurde der Stadt Hemer nach Maßgabe des ministeriellen Runderlasses über die „Öffentliche Ausschreibung für Landesgartenschauen in Nordrhein-Westfalen in den Jahren 2008 bis 2017“ vom 26. Januar 2006Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (recht.nrw.de): Runderlass des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – II 5 – 2303.2.7. – vom 26. Januar 2006 über „Öffentliche Ausschreibungen für Landesgartenschauen in Nordrhein-Westfalen in den Jahren 2008 bis 2017“ (Ministerialblatt NRW vom 8. Februar 2006, S. 57) erteilt. Als Begründung führte Uhlenberg an, dass die einmalige Chance der Konversion und die zeitliche Dringlichkeit zusammen mit einem überzeugenden Konzept den Ausschlag gegeben habe.

Organisation und Bau der Gartenschau mini|Bauarbeiten am Himmelsspiegel und der Multifunktionshalle Die Stadt Hemer ist die Trägerin und gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege Nordrhein-Westfalen (LAGL) mit Sitz in Köln auch Veranstalterin der Landesgartenschau. Damit ist die Stadt für die Gesamtfinanzierung der LGS verantwortlich. Für die Durchführung und Organisation wurde am 20. Juni 2007 die Landesgartenschau Hemer 2010 GmbH mit einem Stammkapital von 30.000 Euro gegründet, wobei die Stadt Hemer eine Stammeinlage von 20.000 Euro und die LAGL eine von 10.000 Euro übernommen hat. Gegenstand des Unternehmens ist die Vorbereitung, Durchführung und Abwicklung sowie der Rückbau der Landesgartenschau in Hemer.Handelsregister → Gemeinsames Registerportal der Länder: Unternehmensregister: Veröffentlichungen Rechnungslegung/Finanzberichte und Registerbekanntmachungen → Landesgartenschau Hemer 2010 GmbH, HRB 6310, Amtsgericht Iserlohn

Zu Geschäftsführern wurden Peter Friedrich, Erster Beigeordneter und Baudezernent der Stadt Hemer, sowie Diplom-Ingenieur Heiner Pierenkemper bestimmt. Am 1. April 2010 wurde Ralf Schweinsberg zum Nachfolger des Ruheständlers Peter Friedrich als Geschäftsführer bestellt. Schweinsberg war bereits am 2. Februar 2010 als Prokurist angestellt worden. Als erster Prokurist der Landesgartenschau wurde bereits am 2. November 2007 der Leiter der Hemeraner Bauordnungsabteilung, Werner Fingerhut, bestellt. Im Aufsichtsrat sitzen sowohl Vertreter der Stadt Hemer als auch der LAGL NRW. Die Bezirksregierung Arnsberg, das zuständige NRW-Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie der Förderverein entsenden beratende Mitglieder. Der Aufsichtsrat besteht insgesamt aus 15 stimmberechtigten und 10 beratenden Mitgliedern.Unternehmensregisterveröffentlichung: Elektronischer Bundesanzeiger 4. Februar 2010 Landesgartenschau Hemer 2010 GmbH, Jahresabschlüsse, HRB, Veröffentlichungszeitraum 7. Februar 2009 bis 7. Februar 2010 (Jahresabschluss zum 31. Dezember 2008)

Am 13. November 2007 schloss sich der Förderverein Landesgartenschau Hemer 2010 e. V. mit 136 Gründungsmitgliedern zur Unterstützung der GmbH zusammen.Vereinsregister des Amtsgerichts Iserlohn: Der Förderverein vergab im Vorfeld der Landesgartenschau Patenschaften für Bäume, Bänke und Spielgeräte. Zudem suchte er ehrenamtliche Helfer für die Veranstaltung und sammelte bei öffentlichen Veranstaltungen Spenden.Förderverein Landesgartenschau Hemer: , abgerufen am 7. Februar 2010 Im Nachfolgepark wird der Förderverein, der am letzten LGS-Veranstaltungstag sein 1000. Mitglied aufnahm, für die Pflege der Themengärten sorgen.

Im Mai 2008 übernahm der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers die Schirmherrschaft für die LGS.

mini|links|Gastronomie„Am Himmelsspiegel“ Im Beisein von Umweltminister Uhlenberg erfolgte am 16. Oktober 2008 der erste Spatenstich auf dem Stadtterrassengelände mit der Pflanzung einer Kaiser-Linde (Tilia × europaea ‚Pallida‘). Danach wurden zuerst die Wege und Straßen in der Innenstadt und auf dem 32 Hektar großen Landesgartenschaugelände erneuert, bevor mit ersten Pflanzarbeiten begonnen wurde. Der Dauerkartenverkauf begann am 24. November 2008. Am ersten Tag wurden 100 Dauerkarten verkauft, Ende Mai 2009 stand die 10.000. Käuferin fest. Bis zum Herbst 2009 boten die Landesgartenschau GmbH und der Förderverein regelmäßig Baustellenführungen über das Gelände an.

Die im September 2009 vorbereitete Genossenschaft Genuss am Felsenmeer mit Sitz in Hemer konnte sich in der Ausschreibung um den Gastronomiebetrieb bei der Landesgartenschau gegen vier Konkurrenten durchsetzen und erhielt am 19. Oktober 2009 den Zuschlag. Während des Zeitraumes der Landesgartenschau war sie damit für das gesamte Catering verantwortlich, was in einem Cateringvertrag zwischen LGS GmbH und der Genossenschaft festgeschrieben ist.Stadt Hemer: Die Genossenschaft wurde am 5. November 2009 in das Genossenschaftsregister des Amtsgerichts Iserlohn eingetragen.Unternehmensregister: Veröffentlichungen Rechnungslegung/Finanzberichte und Registerbekanntmachungen → Genuss am Felsenmeer eG, GnR 143, Amtsgericht Iserlohn Bis Ende Januar 2010 stellte sie 120 Beschäftigte ein.IKZ Hemer: Alle wollen mitwirken, veröffentlicht am 25. Januar 2010, abgerufen am 6. Februar 2010 Kioske und Cafés gab es während der Landesgartenschau an elf verschiedenen Standorten., abgerufen am 19. Februar 2010

Ausrichtung der Landesgartenschau mini|Hemeraner Kinder ließen zur Eröffnung bunte Luftballons steigen. Die Bauarbeiten wurden bis zur Eröffnung der Landesgartenschau vollständig abgeschlossen. Der Jübergturm wurde als letzte Baumaßnahme am Abend vor der Eröffnung fertig gestellt und behördlich abgenommen. Mit einem ökumenischen Gottesdienst und einem Festakt wurde die Landesgartenschau Hemer 2010 am 17. April 2010 eröffnet. In einem Rahmenprogramm waren Grußworte des NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers, des Hemeraner Bürgermeisters Michael Esken und von Heinz Herker, Vorsitzender der LAGL, integriert. Am Abend fand ein Open-Air-Konzert mit anschließendem Höhen-Feuerwerk auf dem Forumsplatz statt.Programm-Flyer des Eröffnungswochenendes Am Eröffnungswochenende kamen 29.300 Besucher auf das Gelände.

Zur Halbzeit der Landesgartenschau fand am 20. Juli 2010 ein so genanntes „Bergfest“ bei freiem Eintritt statt. Bis dahin hatten bereits mehr als 490.000 Menschen die Landesgartenschau besucht. Damit war die in der Machbarkeitsstudie festgelegte Mindestbesucherzahl bereits erreicht. Mit 20.443 Besuchern war der 3. Oktober der besucherstärkste Tag.Pressemitteilung der Landesgartenschau Hemer 2010: „Auf dem Weg zur Million – LGS zählt knapp 960.000 Besucher“, veröffentlicht am 4. Oktober 2010

Mit einem Festakt vor über 10.000 Besuchern endete die Landesgartenschau am 24. Oktober 2010. Zu den Gästen gehörten neben Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auch NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger, Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg und der Arnsberger Regierungspräsident Gerd Bollermann. Im Rahmen der Feierlichkeiten nahm Zülpichs Bürgermeister Albert Bergmann als Ausrichter der kommenden Landesgartenschau 2014 den offiziellen Landesgartenschau-Spaten entgegen. Das abschließende Feuerwerk war zwei Hemeraner Pyrotechnikern gewidmet, die während der Vorbereitung eines Feuerwerks in Hanoi bei einer Explosion ums Leben kamen. Beide waren bei der Landesgartenschau beschäftigt und gestalteten unter anderem auch die Feuerwerksmusik auf dem LGS-Gelände.

Nachnutzung der Landesgartenschau Bereits in der Machbarkeitsstudie wurde die Zukunft des Geländes als Park festgelegt. Am 13. Juli 2010 begannen die Beratungen im Stadtrat, um ein konkretes Konzept zu erarbeiten.Sitzungsvorlage TOP 7 Nr. 0288-08/2010 für die Ratssitzung der Stadt Hemer vom 13. Juli 2010: , abgerufen am 8. September 2010 Die Beschlüsse vom 14. September 2010 sahen daraufhin vor, den größten Teil des Geländes in einen Stadtpark umzuwandeln, der weiterhin Eintritt kostet. Themengärten, Spielplätze, der Jübergturm und der Irrgarten sollten demnach bestehen bleiben. Auch über die Zaunführung, den Pflanzplan und den Wegebau wurden Beschlüsse gefasst.

Der Teil des Landesgartenschaugeländes, der als Stadtpark im Jahr 2011 wiedereröffnet wurde, erhielt am 14. Dezember 2010 den Namen Sauerlandpark Hemer.Pressemitteilung der Stadt Hemer: Der Park wurde in Fortsetzung der LGS durch eine GmbH weitergeführt. Erster Geschäftsführer der Sauerlandpark Hemer GmbH war der Erste Beigeordnete Guido Forsting.Ratsbeschluss vom 13. Januar 2011, TOP 6 mit Organisationsstruktur. Der Park eröffnete am 16. April 2011 erstmals. Die Folgekosten des Nachnutzungskonzeptes der am 24. Oktober 2010 beendeten Landesgartenschau fallen der Stadt Hemer als Trägerin der Landesgartenschau zur Last.

Konzept