Als Eisseen werden Seen im Dachsteingebirge im österreichischen Bundesland Oberösterreich bezeichnet. Sie bilden die Gletscherendseen des sich zurückziehenden Hallstätter Gletschers.

Lage und Landschaft Die Eisseen befinden sich um die 3 Kilometer nordöstlich des Dachsteingipfels, nördlich des hohen Gjaidsteins in einer Höhenlage von um die 2000 Metern.

(Unterer) Eissee

Der (Untere) Eissee liegt auf in einem flachen Kar, dem Taubenkar. Er entstand durch Abschmelzen des Hallstätter Gletschers, der bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts noch auf hinabreichte. Als sich der Gletscher zurückzog (heute liegt die Zunge bei etwa ), blieb in dem Becken der Untere Eissee zurück, da der Moränenschotter hier mit Kalkschluff ausgekleidet ist. 1890 noch eine Toteisscholle, ist der See 1894 das erste Mal nachgewiesen, und wurde 1896 von M. Groller kartiert, da hatte er schon weitgehend die heutige Größe.Arnberger/Wilthum 1952, S. 183f (S. 5f im PDF) und Abb. 1 Die Zungenstände des Karlseisfeldes im Oberen Taubenkar. Längsprofil. Entw.: E. Withum, S. 193 ().

Noch lange Zeit nach seiner Entstehung, etwa zur Jahrhundertwende, waren an seinem Ufer größere Toteisfelder zu finden, heute sind sie verschwunden. Der Untere Eissee hat weder einen oberirdischen Zu-, noch einen Abfluss, und verlandet von der Bergseite zunehmend.

Obere(r) Eissee(n) Der Obere Eissee, auch Kleine Eissee, lag etwa 700 Meter westlich des Unteren Eissees auf einer Höhe von etwa  () unterhalb der Simonyhütte und der Dachsteinkapelle, beim Eis-Joch (). Er entstand aufgrund des weiteren Rückzugs des Gletschers während des 20. Jahrhunderts. 1921 hatte sich das Eis erstmals so weit zurückgezogen, dass sich an seinem Ende ein anfangs noch kleiner See bildete. Dieser wuchs durch weiteres Abschmelzen schnell auf etwa 100 × 50 Meter bei bis zu zehn Metern Tiefe an, schrumpfte aber zwischenzeitlich wetterbedingt auch wieder auf nur ein Fünftel dieser Größe. 1951 bedeckte er eine Fläche von 4 ha, zu dieser Zeit kalbte der Gletscher noch in den See.Arnberger/Wilthum 1952, S. 200–202. Mittlerweile hat sich das Eis bereits weit vom Seeufer zurückgezogen, in den 2010ern um die 1000 Meter.

Der Obere Eissee hat sich durch Verlandung in mehrere Seelein aufgeteilt, von denen die größte nurmehr knapp 2000 m² umfasst ( , , , , ).

Weitere Seen In der Nachbartalung der oberen Seen, auf der Südostseite des Eis-Jochs direkt oberhalb des unteren Eissee, befindet sich ein weiterer namenloser Gletscherendsee ( ).

Ältere Gletscherrückzugsseen befanden sich bis ins mittlere 20. Jahrhundert talauswärts im unteren Taubenkar bei den verfallenen Almhütten ( ) und unterhalb ( ,  ), sowie in der Zirm-Grube ( ).Diese sind in der AV-Karte Dachsteingruppe, Ausgabe 1958, noch verzeichnet, bei den Almhütten und in der Zirmgrube als Seelein, die anderen als Morast

Außerdem findet sich östlich direkt am Südfuß des Vorderen Gjaidsteins () noch ein Gletscherrestsee ohne Namen ( ).Dieses ist auf Karten der 1960er noch nicht verzeichnet.

Naturschutz Der Seengruppe liegt im Europaschutzgebiet Dachstein (FFH/BSG, AT3101000/EU02) und im Naturschutzgebiet Dachstein in den Gemeinden Gosau, Hallstatt und Obertraun (N098), und gehört zur UNESCO-Welterbestätte Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut (WHS 806). Der Dachstein ist auch ein Wasserschongebiet.

Literatur

57 Unterer Eissee; 58 Oberer Eissee (3-5). In: 2. Auflage u.d.T.:

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Seengruppe in den Alpen SEissee!<!S fur See> Kategorie:Stillgewässer im Dachsteingebirge Kategorie:Geographie (Hallstatt) *Eisseen Kategorie:Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut (Kernzone) Kategorie:See in Oberösterreich Kategorie:Gewässer im Bezirk Gmunden