Der Wahlkreis Toggenburg wurde mit Verfassungsrevision vom 10. Juni 2001 ab 1. Januar 2003 eine Verwaltungseinheit des Schweizer Kantons St. Gallen. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit Toggenburg die historische Region Toggenburg gemeint.

Politik mini|links|Das Toggenburg hat die Jammer­talsohle durchschritten und die Bevölkerung wächst wieder. Mit dem Niedergang der Textilindustrie – 2001 schloss die Heberlein Textil AG in Wattwil ihre Türen – erfasste eine Depression die lokale Wirtschaft. «Der arme Mann im Tockenburg» prägt das Bild des Wahlkreises. Die Bevölkerung wird als bescheiden und zurückhaltend, aber auch als stur wahrgenommen. Innovative Toggenburger kritisieren die lähmende Stimmung, welche die Schweizerische Volkspartei (SVP) im Tal verbreitete. Der «Bergbahnstreit», Rivalitäten mit dem Linthgebiet um den Standort der Kantonsschule Wattwil sowie Proteste gegen die befürchtete Schliessung des Spitals Wattwil bestimmen die politische Diskussion.Noemi Heule: Vor den Wahlen im Kanton St.Gallen: Das gespaltene Tal – der Wahlkreis Toggenburg im Porträt. In: St. Galler Tagblatt (online), 11. Februar 2020

Mit dem Bau des Klanghauses und den Umfahrungsstrassen Bütschwil und Wattwil erwartet das Toggenburg einen Aufschwung.

+Sitzverteilung Wahljahr 2004Protokoll der Erneuerungswahl des Kantonsrates vom 14. März 2004. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 29. März 2004 2008Kantonsratswahl 2008: Wahlkreis Toggenburg. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 18. Juni 2019 2012Kantonsratswahl 2012: Wahlkreis Toggenburg. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 18. Juni 2019 2016Kantonsratswahl 2016: Wahlkreis Toggenburg. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 13. Juni 2019 2020Kantonsratswahl 2020: Wahlkreis Toggenburg. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 8. März 2020 2024Kantonsratswahl 2024: Wahlkreis Toggenburg. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 10. März 2024 Grüne 1 SP 2 1 1 2 2 1 Die Mitte (bis 2020 CVP) 6 4 3 3 3 2 FDP 4 3 3 2 2 2 SVP 5 4 4 4 4 6 insgesamt 18Bis 2008 hatte das Kantonsparlament 180 statt wie seither 120 Sitze. 12 11 11 11 11

Sitze im Kantonsrat (2024–2028) mini|Mit dem Klanghaus Toggenburg wird der Tourismus gefördert. Das in Konfession und lange Zeit auch in der Politik gespaltene Toggenburg ist heute eine Hochburg der SVP. Sie hat einen Wähleranteil von rund einem Drittel. 2024 reichten rund 42 Prozent Wähleranteil sogar für die absolute Mandatsmehrheit. Zuvor wählte der katholische Norden die CVP und der reformierte Süden freisinnig. Mit Toni Brunner stellte der Wahlkreis von 2008 bis 2016 den Präsidenten der SVP Schweiz.

Die Sozialdemokraten (SP) bewegen sich stabil zwischen 11Thomas Oegerli: Kantonale Wahlen im Kanton St.Gallen. Kantonsratswahlen 2004 – 2016. In: Statistik aktuell 58, Amt für Statistik des Kantons St. Gallen, Februar 2017 (PDF; 1,0 MB) und 15 Prozent. Bemerkenswert ist im Toggenburg das Potenzial für kleinere, wechselnde Gruppierungen. 2016 und 2020 errang der parteilose Martin Sailer, wenn auch auf einer Liste der SP, einen Sitz im Kantonsrat.

Politische Gliederung Der Wahlkreis zählt seit dem 1. Januar 2023 zehn Gemeinden.

Wappen Name der Gemeinde Einwohner() Flächein km² Einw.pro km²35px|zentriert|Bütschwil-Ganterschwil Bütschwil-Ganterschwil 35px|zentriert|Ebnat-Kappel Ebnat-Kappel 35px|zentriert|Kirchberg Kirchberg (SG) 35px|zentriert|Lichtensteig Lichtensteig 35px|zentriert|Lütisburg Lütisburg 35px|zentriert|Mosnang Mosnang 35px|zentriert|Neckertal Neckertal 35px|zentriert|Nesslau Nesslau 35px|zentriert|Wattwil Wattwil 35px|zentriert|Wildhaus-Alt St. Johann Wildhaus-Alt St. Johann Total (10)

Frühere Bezirke Früher bestand das Toggenburg aus vier Bezirken (geografisch von Norden nach Süden aufgelistet): Untertoggenburg (Gemeinden Degersheim, Flawil, Ganterschwil, Jonschwil, Mogelsberg, Oberuzwil, Uzwil) Alttoggenburg (Gemeinden Bütschwil, Kirchberg, Lütisburg, Mosnang) Neutoggenburg (Gemeinden Brunnadern, Hemberg, Krinau, Lichtensteig, Oberhelfenschwil, St. Peterzell, Wattwil) Obertoggenburg (Gemeinden Alt St. Johann, Ebnat-Kappel, Krummenau (seit 1. Januar 2005 Nesslau-Krummenau), Nesslau (seit 1. Januar 2005 Nesslau-Krummenau), Stein, Wildhaus)

Historisch und geografisch gesehen gehören die obgenannten Bezirke zum Toggenburg, während der Wahlkreis vor allem Untertoggenburger Gemeinden ausschliesst. Dies wurde von der Bevölkerung betroffener Gemeinden schon im Vorfeld kritisiert.

Siehe auch: Toggenburg, Untertoggenburg, Alttoggenburg, Neutoggenburg, Obertoggenburg

Veränderungen im Gemeindebestand seit 2003

2005: Fusion Krummenau und Nesslau → Nesslau-Krummenau 2009: Fusion Brunnadern, Mogelsberg und St. Peterzell → Neckertal 2010: Fusion Alt St. Johann und Wildhaus → Wildhaus-Alt St. Johann 2013: Fusion Bütschwil und Ganterschwil → Bütschwil-Ganterschwil 2013: Fusion Nesslau-Krummenau und Stein → Nesslau 2013: Fusion Krinau und Wattwil → Wattwil 2023: Fusion Hemberg, Neckertal und Oberhelfenschwil → Neckertal

Weblinks

Touristische Website über das Toggenburg

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Bezirk des Kantons St. Gallen Kategorie:Toggenburg