Die 9. Panzer-Division war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
4. leichte Division Aufstellung Die 4. leichte Division wurde nach dem Anschluss Österreichs am 1. April 1938 im Wehrkreis XVII im Raum Wien-St. Pölten gebildet. Keimzelle der neuen Division war die ehemalige Schnelle Division des Österreichischen Bundesheers.
Die Gliederung mit den für den Verband durchgeführten Neuaufstellungen war:Stoves: Die gepanzerten und motorisierten dt. Großverbände 2003 S. 43–44
Divisionsstab (St.Pölten/Wien) (aus Stab Schnelle Division und Stab Kraftfahrjäger-Brigade) Kavallerie-Schützen-Regiment 10 (aus Teilen Kraftfahrjäger-Bataillon Nr. 2 und 3, sowie II./ und III./ österr. Infanterie-Regiment 6, Stab und Regimentsrahmen aus österr. Inf.Reg. 2) Kavallerie-Schützen-Regiment 11 (aus Teilen Kraftfahrjäger-Bataillon Nr. 1 und 2 und weiteren Teilen österr. Kavallerie- und Kraftfahrjäger-Brigade) Aufklärungs-Regiment (mot.) 9 (aus österr. Kraftfahrjäger-Bataillon 4, einer Kompanie österr. Panzerwagen-Bataillon und personellen Zuweisungen vom XV. und XVI. AK) Panzer-Abteilung 33 (aus der Masse österr. Panzerwagen-Bataillon und Funktionspersonal der Panzertruppenschule Wünsdorf/Zossen) Artillerie-Regiment (mot.) 102 (aus I. und II. Abteilung / leichtes Artillerie-Regiment 9 „Schnelle Division“, sowie I. und II. Abteilung österr. Artillerie-Regiment 1; Stab und Regimentsrahmen aus Stab / le.Art.Rgt. 9 und personellen Zuweisungen) Panzerabwehr-Abteilung 50 (Klosterneubrück) (aus österr. Infanterie-Kanonen-Abteilung 9 und Kraftfahr-Pionier-Kompanie der Schnellen Division) Pionier-Bataillon (mot.) 86 (aus österr. Heeres-Pionier-Abteilung) Nachrichten-Kompanie (mot.) 85 (aus 3. Kompanie / Nachrichten-Abteilung 38) Nachschubtruppen Nr. 60
Sudetenland Im Herbst 1938 erhielt die Division den Befehl an der Besetzung der Tschechoslowakei, des späteren Reichsprotektorat Böhmen/Mähren, teilzunehmen.Vgl. Scherzer 2008; S. 56–62. Die Division verblieb bis März/April im neuen Protektorat.
Am 24. August 1938 wurde die Division mobil gemacht, und im Marsch über die Slowakei in den Bereitstellungsraum der Heeresgruppe Süd überführt.Stoves: Die gepanzerten und motorisierten dt. Großverbände 1935-1945 2003 S. 44
Polenfeldzug Als am 1. September 1939 die deutschen Truppen den Angriffskrieg gegen Polen begannen war die 4. leichte Division beteiligt. Dem XXII. (22.) Armee-Korps (mot.) der 14. Armee unterstellt, griff die Division über den Fluss San an, um später den Fluss Bug zu erreichen.
Die Panzer der Divisionen stießen aus dem Raum Neumarkt vor. Der von der Infanterie des XVII. (17.) Armee-Korps vorgetragene Angriff ging durch die Beskiden und das Tatra Mittelgebirgsgelände. Nach etwa 10 Tagen war der San erreicht. Es folgten die Einnahmen der Städte Tarnow und Rzeczow im Zeitraum vom 6. bis zum 10. September. Eine Kampfgruppe der Division ging durch Rawa Ruska-Krylow vor und bildete am 14. September einen Brückenkopf auf dem östlichen Ufer des Bug im Raum Wlodzimierz.
Nachdem die Division den Bug erreicht hatte drehte der Verband nach Westen ab und ging in der Unterstellung beim XXII. (22.) Armee-Korps (mot.) über die Stadt Tyszowcze von hinten gegen die polnische Zamosz-Auffangstellung vor. Ihr Angriff erfolgte in westlicher Richtung im Raum Labunie-Tomaszow zwischen 15. und 20. September und entwickelte sich durch das Vorstoßen deutscher Kräfte von Westen zu einer Umfassungsschlacht westlich von Tomaszov. Nach dem Abschluss der Operation sicherte die Division entlang der mit der Sowjetunion vereinbarten Demarkationslinie in der Gegend von Komarov-Bilgoraj entlang des San.
Am 24. Oktober begann die Rückverlegung der Division in die Heimatgarnisonen im Raum Wien über die Strecke Rzeczow-Debica-Krakau.
Auflösung durch Umgliederung zur 9. Panzer-Division Die Division wurde am 3. Januar 1940 zur 9. Panzer-Division umgegliedert.
Geschichte Aufstellung Ab dem 3. Januar 1940 wurden der umbenannten Division neue Truppenteile zugeführt. So entstand ein Kradschützen-Bataillon 59 aus dem I./Aufkl.Rgt. (mot.) 9, die Aufklärungs-Abteilung 9 entstand ebenfalls aus dem Aufklärungs-Regiment 9Tessin: Die Landstreitkräfte Nr. 3 1973 S. 136, die 1. Kompanie des Schützen-Regiment 10 wurde mit Sd.Kfz. 251 - Schützenpanzerwagen ausgerüstet. Eine Kompanie mit schweren 15-cm-Selbstfahrlafetten wurde der Division unterstellt (s.IG-Kompanie (Sfl.) 701). Teile des Panzer-Lehr-Regiment (zuvor als III. Bataillon dem Panzer-Regiment 5 unterstellt) und der Panzer-Lehr-Abteilung Wünsdorf bildeten am 2. Februar das neue Panzer-Regiment 33. Ersatz wurde nun aus den Wehrkreisen XVII, XVIII und VII gestellt.
Die Gliederung mit den für den Verband durchgeführten Neuaufstellungen war:
Divisionsstab (aus Ursprungsverband) Panzer-Regiment 33 (Wünsdorf/St. Pölten) (aus Teilen Panzer-Lehr-Regiment und Panzer-Lehr-Abteilung Wünsdorf) Schützen-Brigade 9 Schützen-Regiment 10 (St. Pölten) (aus Ursprungsverband) Schützen-Regiment 11 (Waidhofen/Thaya) (aus Ursprungsverband) Kradschützen-Bataillon 59 (Krems) (aus I. Bataillon / Aufkl.Rgt. (mot.) 9) Artillerie-Regiment (mot.) 102 (Wien) (aus Ursprungsverband) Aufklärungs-Abteilung (mot.) 9 (aus Teil Aufklärungs-Regiment (mot.) 8) Panzer-Abwehr-Abteilung 50 (Klosterneubrück) (aus Ursprungsverband) Nachrichten-Abteilung (mot.) 85 (aus Ursprungsverband) Pionier-Bataillon (mot.) 86 (aus Ursprungsverband) Sonstige Versorgungstruppen mit der Nr. 60
Im Januar 1940 während der Umgliederung steht der Verband zunächst als Reserve des Oberkommando des Heeres im Raum Limburg.Tessin: Die Landstreitkräfte Nr. 3 1973 S. 137 Für den Angriff im Westen wird die Division jedoch im Mai der 18. Armee zugeteilt.
Westfeldzug mini|9. Panzerdivision im Mai 1940 in der niederländischen Region von Moerdijk
Als Panzerdivision nahm der Verband am Westfeldzug teil, wobei die Division auf dem Nordflügel der Angriffsoperation beim Überfall auf die Niederland eingesetzt war. Der weitere Einsatz machten die Division zum Teil des Einschließungsring um die alliierten Streitkräfte im Raum Dünkirchen.
Im Juni wird der Verband Teil des XIV. (14.) Armee-Korps der Panzergruppe Kleist bei der Heeresgruppe B. Nach der französischen Kapitulation verlegt die Division im Juli mit Unterstellung beim XXXX. (40.) Armee-Korps beim Befehlshaber des Ersatzheeres in der Heeresgruppe B zurück in die Heimatgarnisonen. Im September verlegt die Division mit dem XXXX. (40.) Armee-Korps nach Polen, wo das Korps unmittelbar der Heeresgruppe B unterstellt ist.
Die Artillerie der Division wurde im Herbst 1940 durch die Eingliederung der ehemaligen II. Abteilung / Artillerie-Regiment 50 als neue III. Abteilung verstärkt.
Ab November 1940 wird das XXXX. (40.) Armee-Korps (mot.) der 12. Armee unterstellt verbleibt allerdings in Polen.
Von Ende Januar / Anfang Februar 1941 an verlegt die Division nach Rumänien. Im März marschierte der Verband nach Bulgarien an die jugoslawische Grenze.
Balkanfeldzug AB dem 6. April 1941 wurde die Division im Balkanfeldzug eingesetzt. Nach fünf Tagen wurde die Angriffsrichtung geändert und der Verband gegen griechische und britische Kräfte in Nordgriechenland eingesetzt. Der Einsatz in Griechenland endete für den Verband vor Abschluss der Kampfhandlung mit der Verlegung in die Heimat ab dem 25. April.
Im Juni 1941 erfolgte eine Auffrischung mit Unterstellung beim Befehlshaber des Ersatzheeres in der Heimat im Wehrkreis VIII. Noch im Juni 1941 verlegte der Verband wieder in einem Bereitstellungsraum bei Tomaszow an der sowjetischen Grenze.
Unternehmen Barbarossa Beim Angriffskrieg gegen die Sowjetunion ab 22. Juni war der Verband erneut dem XIV. (14.) Armee-Korps zugeteilt. Dieses Korps gehörte zur Panzergruppe 1 der Heeresgruppe Süd. Es folgte Ende Juni ein Vorstoß durch die Ukraine nördlich Lemberg vorbei über Zlaczow und Tarnopol bis in das Quellgebiet des Flusses Bug, das um den 7. Juli erreicht wurde. Südlich Shitomir nach Osten vorstoßend erreicht der Verband um den 16. Juli Biala-Zerkiew südlich von Kiew. Nach Südosten eindrehend wurde erst Lissjanka und bis zum 6. August Arbusinka erreicht. Dann wieder nach Nordosten vorstoßend Kirowo.
Etwa 100 Kilometer parallel des Verlaufs des Flusses Dnjepr nach Südosten vorstoßend erreichte die Division um den 16. August Kriwoi-Rog und am folgenden Tag Nikopol. Am 18. August dann Saporaskje im Dnjepr-Bogen. Nochmal nach Westen ausholend ging es für den Verband dann nach Norden, wo am 25. August Dnjepropetrowsk eingenommen wurde. Von dort ging es ca. 120 Kilometer zurück nach Südwesten, um am 31. August nochmals Kriwoi-Rog zu erreichen.
Am 10. September aus dem Raum Kriwoi-Rog nach Norden vorstoßend geht die Division am 11. September in und bei Krementschug über den Dnjepr. Für die nächsten 100 Kilometer benötigt der Verband vier Tage, da westlich die Kesselschlacht östlich von Kiew stattfindet und der Verband den östlichen Einschließungsring bildend nach Westen und Osten sichern muss. Am 15. September stellt der Verband als Teil der Panzergruppe 1 am Ostrand des Kessel bei Mirogorod (Myrhorod) den Kontakt mit von Norden kommenden Kräfte der Panzergruppe 2 (Guderian) her. Hierdurch wurden 5 sowjetische Armee eingeschlossen. Die Division greift nochmals ca. 80 km nach Westen an und zieht sich dann 60 km wieder zurück, um ca. 100 Kilometer nach Norden auf Romny vorzustoßen das am 24. September erreicht wurde.
Die Division wird im Oktober dem XXXXVIII. (48.) Panzer-Korps der Panzergruppe 2 bei der Heeresgruppe Mitte unterstellt. Der weitere Vorstoß geht wieder Richtung Norden, angeblich bis nach Krupez (Krupets'), doch es ist angesichts der Kartenlage wahrscheinlicher, dass es sich um Krolewez handelte, dass am 5. Oktober erreicht wurde. Zwei Tage später, am 7. Oktober wurde Dmitriewka (Dmitrijew-Lgowski) erreicht. Etwa 50 Kilometer nach Osten vordringend erreichte die Division erst am 25.10. Fatesch. Die Rasputiza hatte ein zügiges Vordringen in Richtung Moskau verhindert. Nun drehte die Division nach Süden ein, da zuvor das südlich von Brjansk liegende Kursk am 2. November besetzt worden war. Nach dem Eindrehen auf Kursk, wohl zur Täuschung der sowjetischen Truppen in Richtung Sumy vorstoßend, wendet sich der Angriff der Division von Kursk aus wieder nach Osten in Richtung Woronesh. Der Vorstoß ging ca. 70 Kilometer weit bis an den kleinen Fluss Reka Tim, zwischen Kursk und Woronesch, dann war die Angriffskraft der Division Ende des Monats November so geschwächt, dass der sowjetische Widerstand jeden weiteren Vorstoß verhinderte. Die Wintermonate ging die Division im Raum um die Kleinstadt Schtschigry zur Verteidigung über.
Im Februar 1942 wird der Frontabschnitt wieder der Heeresgruppe Süd zugeordnet. In dieser Zeit wird das Krad-Schützenbataillon 59 in die Aufklärungs-Abteilung 9 eingegliedert. Das Panzer-Regiment 33 erhielt eine III. Abteilung durch Zuführung der ehemaligen II. Abteilung / Panzer-Regiment 3. Der inzwischen als Panzer-Artillerie-Regiment 102 bezeichnete Verband erhält eine IV. Abteilung mit Flugabwehrgeschützen und eine Beobachtungsbatterie. Die II. Abteilung des Panzer-Regiment 33 wird als Panzer-Abteilung 51 abgegeben.
Fall Blau Im Juni 1942 wurde die Division für den Einsatz beim Unternehmens Blau mit seinem XXXXVIII. (48.) Armee-Korps der 4. Panzer-Armee der Heeresgruppe Süd unterstellt. Aus den Abwehrstellungen östlich von Kursk begann am 28. Juni der Angriff nach Osten in Richtung Woronesh. Hierbei wurde zuerst Kastornoje erreicht und dann auf halber Strecke nach Woronesch nach Norden eindrehend etwas nördlicher der Linie Kastornoje - Woronesh vom 7. Juli bis zum 4. August eine Abwehrstellung zur Sicherung der linke Flanke westlich des Don gehalten. Hierbei war der Verband im Juli dem XXIV. (24.) Panzer-Korps der 4. Panzer-Armee unterstellt.