Der FC Judenburg ist ein österreichischer Fußballverein aus der obersteirischen Bezirkshauptstadt Judenburg. Die Vereinsfarben sind rot-blau. Die Heimspiele werden im Stadion Murdorf ausgetragen, einer seit 1970 in Betrieb stehenden Sportanlage. Im Oktober 2008 wurde ein Kunstrasenplatz der neuesten Generation fertiggestellt. Der FC Judenburg spielt in der Saison 2026/27 in der zweithöchsten Leistungsklasse des steirischen Fußballverbandes, der Oberliga Nord.

Die Gründung des FC Judenburg erfolgte im Juni 1990, als die beiden bisherigen Judenburger Fußballvereine, der Werkssportverein (WSV) Judenburg und die Blaue Elf (BE) Judenburg, fusionierten. Zuerst als WSV/BE Judenburg spielberechtigt, wurden dem Vereinsgesetz entsprechend ab der Frühjahressaison 1995 der nunmehrige offizielle Vereinsname FC Judenburg bei der Vereinsbehörde angemeldet und genehmigt.

Geschichte Werkssportverein Judenburg Der Werkssportverein (WSV) Judenburg, der als Judenburger Sportverein am 12. März 1901 gegründet wurdeSteiermärkisches Landesarchiv: Urkunde der k.k. Statthalterei Steiermark in Graz, Depart II, Nr. 8058., spielte ab 22. Dezember 1910 als Schwarze Elf Judenburg (Gründungsverein des steirischen Fußballverbandes im Jahr 1911Schidrowitz 1951; S. 247.), ab 1. August 1920 als AAC (Arbeiter-Athletik-Club) Judenburg, ab 1934 unter dem Vereinsnamen SV (Sportverein) Judenburg, ab 1945 als SC (Sportclub) Judenburg und ab 1956 als WSV (Werkssportverein) Judenburg, benannt nach dem großen Werk für Edel- und Gußstahlverarbeitung, dem weitaus größten Arbeitgeber in Judenburg in dieser Zeit. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg spielte man stets in der zweithöchsten Liga der Steiermark, welche in diesen Jahren mehrmals umbenannt wurde, weil sich immer mehr Vereine zum Meisterschaftsbetrieb meldeten und dadurch mehr Ligen und Spielklassen notwendig wurden, die nach der Anzahl der regionalen Teilnehmer eingeteilt und neu installiert wurden.

1. Meistertitel in der Vereinsgeschichte In der Spielsaison 1955/56 gelang der Meistertitel in der „1. Klasse Nord-West“ und in drei Aufstiegsspielen gegen den Meister der „1. Klasse Nord-Ost“, Hönigsberg, wurde der Aufsteiger in die seinerzeit dritthöchste österreichische Spielklasse ermittelt. Das 1. Spiel fand in Hönigsberg statt und der WSV Judenburg konnte einen 5:1 (3:0)-Auswärtssieg feiern und war schon fast am Ziel seiner TräumeMurtaler Zeitung Nr. 27/1956 v.7.7.1956, Seite 8.. Aber beim Heimspiel eine Woche später wurde der WSV Judenburg wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt. Eine unerwartete, klare 0:4 (0:3)-Niederlage gegen einen Gegner, den man vor einer Woche noch dominiert hatteMurtaler Zeitung Nr. 28/1956 v.14.7.1956, Seite 10.. So musste ein drittes, alles entscheidendes Spiel auf neutralem Platz über den Aufstieg entscheiden, welches am Sonntag, 15. Juli 1956 in Kapfenberg ausgetragen wurde. Vor 3000 Zusehern begannen beide Meister sehr defensiv, um nicht in Rückstand zu geraten. Nach guten Möglichkeiten auf beiden Seiten gelang es Alfred Suttnig, einer der besten Stürmer der Obersteiermark in dieser Zeit, in der 33. Minute das 1:0 für den WSV Judenburg zu erzielen. Mit dem knappen Vorsprung ging es in die Pause und die Zuseher sahen in der 2. Halbzeit ein flottes Spiel ohne besondere Höhepunkte. Hönigsberg kam nie mehr gefährlich vor das Judenburger Tor und das Spiel endete mit 1:0, damit stieg der WSV Judenburg in die höchste steirische Liga, die Landesliga, aufMurtaler Zeitung Nr. 29/1956 v.21.7.1956, Seite 9.. Hönigsberg wurde auch im nächsten Spieljahr Meister der „1. Klasse Nord-Ost“, gewann im Sommer 1957 die Aufstiegsspiele und folgte dem WSV Judenburg ein Jahr später in die Landesliga nach. 18 Jahre, bis zur Spielsaison 1973/74, war der WSV Judenburg stets in der steirischen Landesliga vertreten und konnte als größte Erfolge den Vizemeistertitel in den Spielsaisonen 1963/1964 bzw. 1964/65 erringen. Dieser zweite Tabellenplatz berechtigte zur Teilnahme am österreichischen Fußball-Cup, wo im August 1965 auch einer der traditionsreichsten österreichischen Fußballvereine, FK Austria Wien, in Judenburg zu Gast war. Der WSV Judenburg (Vereinsfarben rot-weiß) trug seine Heimspiele am Sportplatz Bahnhofstraße aus, eine im Werksgelände der Judenburger Gußstahlwerke AG gelegenen Spielstätte. Dieser Platz hatte das für damalige Verhältnisse charakteristische Aussehen, eine – westseitig – gelegene Naturtribüne sowie Holzbaracken als Umkleideräume für die beiden Mannschaften und dem Schiedsrichtertrio. Die zahlreichen Zuseher waren direkt am Spielfeldrand nur durch eine einfache Holzabsperrung maximal 2 Meter von der Outline entfernt und trugen damit auch wesentlich zum gefürchteten Heimvorteil bei. Zu dieser Zeit wurde dort auch noch Feldhandball gespielt.

Ewige Tabelle des Werkssportvereines Judenburg (1945/1946 bis 1989/1990) Anmerkung: Der Berechnung ist die 3-Punkte-Regel zugrunde gelegt (drei Punkte pro Sieg, ein Punkt pro Unentschieden). Saison Spielklasse Spiele S U N Torverhältnis Tordifferenz Punkte Platz Anmerkungen 1945/46 2. Klasse Obersteier 14 9 2 3 52:18 34 29 3. 1946/47 2. Klasse Nord 14 5 3 6 35:46 −11 18 4. Klassenumbenennung 1947/48 1. Klasse 22 7 5 10 44:58 −14 26 8. Klassenumbenennung 1948/49 1. Klasse 22 6 4 12 35:53 −18 22 10. 1949/50 1. Klasse 22 8 3 11 33:43 −10 27 8. 1950/51 1. Klasse 22 7 3 12 30:54 −24 24 10. 1951/52 1. Klasse Nord 22 8 6 8 37:32 5 30 5. Klassenumbenennung 1952/53 1. Klasse Nord 22 13 3 6 64:32 32 42 4. 1953/54 1. Klasse Nord 22 10 5 7 69:37 32 35 4. 1954/55 1. Klasse Nord-West 20 11 4 5 63:41 22 37 3. Klassenumbenennung 1955/56 1. Klasse Nord-West 18 14 2 2 58:27 31 44 1. Meister 1956/57 Landesliga 22 9 4 9 65:58 7 31 7. 1957/58 Landesliga 26 11 5 10 56:46 10 38 6. 1958/59 Landesliga 26 10 7 9 49:46 3 37 5. 1959/60 Landesliga 22 8 4 10 50:54 −4 28 9. 1960/61 Landesliga 22 10 4 8 49:45 4 34 4. 1961/62 Landesliga 26 9 5 12 50:55 −5 32 9. 1962/63 Landesliga 26 11 3 12 55:56 −1 36 10. 1963/64 Landesliga 26 13 6 7 61:41 20 45 2. Teilnahme am ÖFB-Cup: Heim-Niederlage gegen Gloggnitz (NÖ) 1:2 (1:1) n. V. 1964/65 Landesliga 26 14 7 5 58:35 23 49 2. Teilnahme am ÖFB-Cup: Heim-Niederlage gegen FK Austria Wien 0:3 (0:0) 1965/66 Landesliga 26 11 6 9 44:30 14 39 5. 1966/67 Landesliga 26 10 10 6 48:37 11 40 5. 1967/68 Landesliga 26 13 5 8 46:41 5 44 4. 1968/69 Landesliga 26 10 6 10 32:48 −16 36 8. 1969/70 Landesliga 26 9 8 9 36:37 −1 35 6. 1970/71 Landesliga 28 8 10 10 52:41 11 34 9. 1971/72 Landesliga 30 12 6 12 58:62 −4 42 10. 1972/73 Landesliga 28 11 4 13 60:57 3 37 9. 1973/74 Landesliga 26 6 5 15 39:61 −22 23 13. Abstieg 1974/75 Unterliga Nord 24 13 6 5 43:22 21 45 4. 1975/76 Unterliga Nord 26 18 2 6 44:17 27 56 1. Meister 1976/77 Landesliga 30 7 5 18 37:62 −25 26 16. Abstieg 1977/78 Unterliga Nord 26 9 6 11 51:48 3 33 9. 1978/79 Unterliga Nord 26 8 8 10 29:30 −1 32 7. 1979/80 Unterliga Nord 26 13 6 7 52:30 22 45 2. 1980/81 Unterliga Nord 26 14 8 4 37:20 17 50 1. Meister 1981/82 Landesliga 30 7 9 14 24:41 −17 30 12. 1982/83 Landesliga 30 5 7 18 22:61 −39 22 15. 1983/84 Landesliga 30 4 7 19 30:75 −45 19 15. 1984/85 Landesliga 30 6 6 18 33:63 −30 24 15. Abstieg 1985/86 Unterliga Nord 26 10 6 10 37:40 −3 36 10. 1986/87 Unterliga Nord 26 3 4 19 16:78 −62 13 14. Abstieg 1987/88 Gebietsliga Murtal 26 12 9 5 57:38 19 45 3. 1988/89 Gebietsliga Murtal 24 3 9 12 30:54 −24 18 13. Abstieg 1989/90 1. Klasse Oberes Murtal 16 7 3 6 36:31 5 24 5. Fusion mit der Blauen Elf Judenburg zum heutigen FC Judenburg Summen 45 Spielzeiten 1106 422 246 438 2006:2001 5 1512 3 × Meister, 3 × Zweiter, 3 × Dritter, 5 × Abstieg Saison Spielklasse Spiele S U N Torverhältnis Tordifferenz Punkte Platz AnmerkungenQuelle: Tabellen-Endstände aus Kronen Zeitung, Kleine Zeitung, Neue Zeit oder Murtaler Zeitung bzw. Tabellen-Archiv des steirischen Fußballverbandes. Anmerkung: Grün unterlegte Spielzeiten kennzeichnen den Aufstieg, Rot unterlegte Spielzeiten kennzeichnen den Abstieg.

Vereinsinterne Bestwerte in den jeweiligen Ligen Siege Die meisten Siege in einer Saison: 18 in 26 Spielen (Saison 1975/76, Unterliga Nord) Die wenigsten Siege in einer Saison: 3 in 26 Spielen (Saison 1986/87, Unterliga Nord und 3 in 24 Spielen in der Saison 1988/1989, Gebietsliga Murtal)

Niederlagen Die meisten Niederlagen in einer Saison: 19 in 30 Spielen (Saison 1983/84, Landesliga und 19 in 26 Spielen in der Saison 1986/87, Unterliga Nord) Die wenigsten Niederlagen in einer Saison: 2 in 18 Spielen (Saison 1955/56, 1. Klasse Nord-West)

Punkte Die meisten Punkte in einer Saison: 38 in 26 Spielen (Saison 1975/76, Unterliga Nord, Zwei-Punkte-Regel!) Die wenigsten Punkte in einer Saison: 10 in 26 Spielen (Saison 1986/87, Unterliga Nord, Zwei-Punkte-Regel!)

Tore Die meisten in einer Saison erzielten Tore: 69 in 22 Spielen (Saison 1953/54, 1. Klasse Nord) Die wenigsten in einer Saison erzielten Tore: 16 in 26 Spielen (Saison 1986/87, Unterliga Nord) Die meisten in einer Saison erhaltenen Tore: 78 in 26 Spielen (Saison 1986/87, Unterliga Nord) Die wenigsten in einer Saison erhaltenen Tore: 17 in 26 Spielen (Saison 1975/76, Unterliga Nord)

Blaue Elf Judenburg Die Blaue Elf Judenburg wurde 1948 von fußballbegeisterten Männern gegründet, die im Zuge der Kriegswirren des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat im Süden Europas verlassen mussten und nach Österreich flüchteten.Judenburger Stadtnachrichten Nr. 9/1973, Seite 18 ff. Dabei entstanden die sog. „Lager Liechtenstein“ und „Lager Murdorf“, wo tausende Männer und Frauen, aber auch viele Kinder eine Unterkunft fanden. Aus diesen beiden Lagern entwickelte sich eine Fußballmannschaft, die 1948 beim steirischen Fußballverband als „Blaue Elf Judenburg“ angemeldet wurde. Auf Grund der Ausländerbeschränkungen, alle diese Personen waren damals nicht Staatsbürger der Republik Österreich, konnte die Blaue Elf Judenburg trotz mehrmaliger Meistertitel nicht aufsteigen und verblieb dadurch stets in der damaligen letzten Spielklasse „Kreis Murtal“ bzw. später umbenannt in „2. Klasse Murtal“ sowie „2. Klasse Nord-West“. In der Spielsaison 1959/60 gelang der erste sportliche und statutenkonforme Aufstieg in die „1. Klasse Murtal“, wobei das erfolgreiche Meisterjahr ungeschlagen beendet werden konnte. 1966/67 konnte der nächste Meistertitel gefeiert werden und die Blaue Elf Judenburg stieg in die damals zweithöchste steirische Spielklasse, der „Unterliga Nord“ auf. Nach zwei Saisonen hieß es wieder Abschied nehmen und im Spieljahr 1974/75 gelang der Wiederaufstieg in die „Unterliga Nord“, wo man bis zur Saison 1979/80 verblieb. Der letzte Meistertitel gelang 1984/85, dem allerdings der sofortige Wiederabstieg in die „Gebietsliga Murtal“ folgte. Auch dort konnte man sich nicht halten und stieg gleich nochmals, diesmal in die „1. Klasse Murtal“ ab.

Ewige Tabelle der Blauen Elf Judenburg (1950/1951 bis 1989/1990) Anmerkung: Der Berechnung ist die 3-Punkte-Regel zugrunde gelegt (drei Punkte pro Sieg, ein Punkt pro Unentschieden).