mini|Das neue Hauptgebäude in der Eschholzstraße 118 mini|Das alte Hauptgebäude aus Richtung Eschholzstraße mini|Die im Gebäude untergebrachten Organisationseinheiten Die Feuerwehr Freiburg i. Br. ist die Gemeindefeuerwehr der Stadt Freiburg im Breisgau. Sie gliedert sich in eine Berufsfeuerwehr und 18 Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehr, sowie einen Musikzug, eine Ehrenabteilung und eine Jugendfeuerwehr, welche aus 11 Gruppen besteht. Die Verwaltung obliegt dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz, dessen Amtsleiter gleichzeitig der Feuerwehrkommandant ist.
Geschichte Nachdem sich um das Jahr 1850 deutschlandweit erste Freiwillige Löschmannschaften gründeten, beschloss auch die Stadt Freiburg, eine Freiwillige Feuerwehr aufzustellen. Nach der badischen Revolution war es jedoch zunächst schwer, Bürger zu finden, die irgendeinem uniformierten und bewaffneten Korps angehören wollten. Dennoch konnten die Statuten am 1. März 1851 festgelegt und vom großherzoglichen Stadtamt bestätigt werden. Drei Wochen später wurden Uniform- und Gerätebeschaffungen bewilligt und weitere vier Tage später eine erste Löschmannschaft als Pompiercorps vom Stadtdirektor vereidigt. Bereits vier Jahre später wurde dieses Korps entwaffnet und in Feuerwehrcorps umbenannt.
Aufgrund eines starken Städtewachstums in den Jahren 1878 und 1881 wurde das Feuerwehrcorps neu organisiert und in Freiwillige Feuerwehr Freiburg in Breisgau umbenannt. Die Neuorganisation äußerte sich in der Gründung eigenständiger Kompanien in den Stadtteilen und der Berufung eines Führungsstabes.
Im Ersten Weltkrieg verlor die Feuerwehr zahlreiche Mitglieder, was durch die Abstellung von 100 Soldaten ausgeglichen werden sollte.
In der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938, zündeten Männer der örtlichen SS und SA unter Leitung des Führers der 65. SS-Standarte Schwarzwald in Freiburg, Walter Gunst, des Freiburger SS-Arztes Eduard Krebsbach und des SA-Brigadeführers Joachim Weist gegen drei Uhr nachts die Synagoge an.Heiko Haumann: Erinnern und nicht vergessen. Freiburg und der 9. November 1938. Ansprache zum 50. Jahrestag. In: Stadtarchiv Freiburg (Hrsg.): Das Schicksal der Freiburger Juden am Beispiel des Kaufmanns Max Mayer und die Ereignisse des 9./10. November 1938 (= Stadt und Geschichte, Neue Reihe des Stadtarchivs Freiburg i.Br., Heft 13), Freiburg 1989, S. 10–26; Heiko Haumann, Hans Schadek (Hrsg.): Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau Bd. 3: Von der badischen Herrschaft bis zur Gegenwart, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-8062-1635-5, hier das Kapitel: [Heiko Haumann:] Das Schicksal der Juden, S. 325–339, dort S. 331 ff.; Kathrin Clausing: Leben auf Abruf. Zur Geschichte der Freiburger Juden im Nationalsozialismus. Stadtarchiv Freiburg im Breisgau, Freiburg im Breisgau 2005, ISBN 3-923272-33-2, S. 259. Die angerückte Feuerwehr habe den Synagogenbrand nicht löschen dürfen, sondern lediglich das Übergreifen des Feuers auf das naheliegende Universitätsgebäude verhindern sollen. Laut Darstellung des damaligen Jurastudenten und NSDAP-Parteimitglieds Wolf Middendorff (1916–1999)Markus Wolter: Am Synagogenstein. Ein Foto, ein Jurastudent und die Pogromnacht gegen die Juden. Wolf Middendorff und der 10. November 1938 in Freiburg. In: Badische Zeitung, 24. Februar 2018, als PDF eingestellt auf Alemannia Judaica, abgerufen am 10. November 2018; zu Biografie und Nachlass vgl. ferner: Findbuch zum Middendorff-Bestand im Staatsarchiv Freiburg; zur Erschließung dieses Bestandes und Beurteilung von Seiten des Staatsarchivs Freiburg vgl.: Anja Schellinger: Ein Nachlass mit Potenzial. Das Staatsarchiv Freiburg hat mit dem Nachlass von Wolf Middendorff biografische Unterlagen mit einiger Sprengkraft erschlossen. In: Momente. Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg, 3/2019, S. 40–43; zum Fall Middendorff und seiner Aufarbeitung vgl. ferner: Klaus Theweleit: Männerphantasien, überarbeitete Ausgabe, Matthes & Seitz, München 2019, ISBN 978-3-95757-759-7, hier das Kapitel aus dem Nachwort 2018/19: Antisemitismus, moderner Umgang, S. 1249–1252; Online auf Google Books, abgerufen am 23. August 2020., der am späteren Morgen des 10. November 1938 auf dem Weg zur Universität an der von SS-Angehörigen abgeriegelten Synagogenruine vorbeikam, sollen SS-Offiziere in der Nacht einen die Feuerwehr begleitenden „Kriminalbeamten“ veranlasst haben, den Brandort zu verlassen, sodass dieser keine Ermittlungen habe aufnehmen können: „Der Beamte erkannte unter den Personen an der Brandstelle einen SS- und Polizeiarzt, sowie den für Freiburg zuständigen SS-Standartenführer.“ Ein weiterer Angehöriger der Kriminalpolizei sei, so Middendorff, zwischen fünf und sechs Uhr zur Brandstelle gekommen und habe beobachtet, wie sich die Feuerwehr darauf beschränkte, die Nachbargebäude zu schützen. Dieser sei ebenfalls von der SS verjagt worden und habe daraufhin eine Meldung an die Freiburger Staatsanwaltschaft gemacht. Als diese die Brandstiftung der Generalstaatsanwaltschaft nach Karlsruhe meldete, habe es geheißen, der Brand der Freiburger Synagoge sei „keine Neuigkeit, in ganz Deutschland brennen die Synagogen“. Eine Strafverfolgung sei nicht nötig bzw. zu unterlassen; das Ganze sei eine „politische Angelegenheit“. Middendorff, der für diese Darstellungen keine Quellen angab, stützte sich auf Aussagen der involvierten Kriminalbeamten, Feuerwehrleute und des Freiburger Oberstaatsanwalts Eugen Weiss, die diese im Rahmen von Ermittlungen im Jahr 1946 vor dem Landgericht Freiburg machten, für die es aber keine Bestätigung durch Dritte gibt.Wolf Middendorff: Als die Synagogen im Breisgau brannten, in: Klaus Poppen (Hrsg.): Freiburger Almanach 1979. Dreißigstes Illustriertes Jahrbuch, Freiburg 1979, S. 67–73; hier S. 69 f., vgl. ferner: Wolf Middendorff: Die „Reichskristallnacht“ in historischer und kriminologischer Sicht, in: Zeitschrift des Breisgau-Geschichtsvereins „Schau-ins-Land“. 107. Jahresheft 1988, Freiburg 1988, S. 227–245, hier S. 228 f.; Online auf Freiburger historische Bestände - digital. Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.Ulrike Rödling: Die brennen in ganz Deutschland, Badische Zeitung, 8. November 2008. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden viele Feuerwehraufgaben dem Sicherheits- und Hilfsdienst übertragen. Die Freiwillige Feuerwehr wurde kaserniert und ihre Reihen durch Zwangsverpflichtete aus der Bevölkerung verdichtet. Nach dem Ende des Krieges wurden im Jahr 1945 sowohl der Sicherheits- und Hilfsdienst als auch die Freiwillige Feuerwehr durch die französische Militärregierung aufgelöst. Stattdessen gründete man eine 50 Mann starke Berufsfeuerwehr. Bereits im Jahr 1947 existierten jedoch wieder kleine einsatzbereite Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr.
In den folgenden Jahrzehnten wuchs Freiburg weiter an und die Aufgabenbereiche der Feuerwehr wurden zunehmend komplexer und vielfältiger. Deshalb wuchs auch die Feuerwehr Freiburg weiter an – zudem wurde die Ausrüstung ständig modernisiert und die Feuerwehrleute immer besser ausgebildet, bis die heutige Feuerwehr mit ihrer Hauptfeuerwache und den 15 Feuerwehrhäusern entstand.
Organisation des Amts für Brand- und Katastrophenschutz Das Amt für Brand- und Katastrophenschutz trägt, wie bei den meisten Berufsfeuerwehren üblich, die Amtsbezeichnung 37. Seine Amtsleitung (37.00) ist dem gesamten Amt übergeordnet. Ihr beigeordnet sind eine Stabsstelle für Controlling (37.001), ein Sekretariat (37.003) und der nicht im städtischen Stellenplan vorgesehene Stadtbrandmeister (37.002). Das Amt für Brand- und Katastrophenschutz gliedert sich dann in sechs Abteilungen mit jeweils verschiedenen Unterabteilungen, die alle der Amtsleitung unterstehen: Abteilung 37.10 (Einsatz und Organisation) mit den Unterabteilungen Personaleinsatz (37.101), Einsatzleitstelle, Einsatzdienst Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr und Regieeinheiten des Katastrophenschutzes Abteilung 37.11 (Personalentwicklung und Ausbildung) mit den Unterabteilungen Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr (37.111) und Katastrophenschutzhelferbetreuung und Ausbildung (37.112) Abteilung 37.12 (Einsatzunterstützung) mit den Unterabteilungen Zivile Verteidigung (37.121), Katastrophenschutz (37.122) und Betreuung öffentlicher Schutzräume und Trinkwassernotbrunnen (37.123) Abteilung 37.20 (Technik und Ausstattung) mit den Unterabteilungen Geräteservice (37.201), Lagerverwaltung (37.202), Fahrzeugwerkstatt (37.204) und Schneiderei (37.205) Abteilung 37.30 (Vorbeugender Brandschutz) mit den Unterabteilungen Baugenehmigungsverfahren (37.301) und Brandverhütungsschau/Abnahmen (37.302) Abteilung 37.40 (Verwaltung) mit den Unterabteilungen Finanzierung (37.401), Kassen-/Rechnungs-/Personalwesen (37.402 und 37.403) und Schreibdienst (37.404)
Amtsleitung Die Amtsleitung setzt sich aus dem Amtsleiter (Christian Emrich) und seinen beiden Stellvertretern (Philipp Golecki und Berthold Hauser) zusammen. Ihm obliegt die Gesamtverantwortung für das Amt für Brand- und Katastrophenschutz. Gesetzlich ist er dazu verpflichtet die Sicherheit der Bürger und der Umwelt auf den Gebieten des Brand- und Katastrophenschutzes sowie der Technischen Hilfe sicherzustellen und seine Aufgaben wirtschaftlich zu erfüllen. Der Leiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz ist zugleich Kommandant der Feuerwehr Freiburg.
Controlling Dem Amtsleiter ist ein Controller angegliedert, der die Effizienz durch ständige Überprüfung und Optimierung von Arbeitsabläufen steigern und verbessern soll. Hierzu gehören insbesondere die Konzeption von betriebswirtschaftlichen Steuerungsinstrumenten, die Durchführung betriebswirtschaftlicher Untersuchungen, die Mitwirkung und Beratung bei organisatorischen Untersuchungen. Hinzu kommen die betriebswirtschaftliche Beratung der Amtsleitung, die Beratung und Begleitung bei der Anschaffung neuer Technologien und sonstigen Beschaffungsmaßnahmen (insbesondere Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Leistungsvergleiche). Er entwickelt die Kosten- und Leistungsrechnung weiter und führt diese durch und kann zudem von der Amtsleitung mit Sonderaufgaben und Projekten betraut werden.
Einsatz und Organisation Die Abteilung Einsatz und Organisation ist unter anderem dafür zuständig, dass Einsätze reibungslos ablaufen können. Hierzu gehört die Erstellung, Aktualisierung und Umsetzung von Alarm- und Ausrückeordnungen, die Feststellung des Personalbedarfs und Sicherstellung der zahlenmäßigen Einsatzbereitschaft der Berufsfeuerwehr durch Neueinstellungen, Dienst- und Urlaubsplanung. Ferner erarbeitet sie Fahrzeugkonzepte, plant und überwacht die Zusammenarbeit von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr und setzt Schwerpunkte in der Ausbildung der Einsatzkräfte. Die Feuerwehrleitstelle sowie die Wachabteilungen sind Bestandteil der Abteilung Einsatz. In ihren Tätigkeitsbereich gehören aber auch die Organisation von abteilungsübergreifenden Angelegenheiten, die Öffentlichkeitsarbeit und die Organisationen von Veranstaltungen (z. B. Tag der offenen Tür).
Personalentwicklung und Ausbildung Die Abteilung Personalentwicklung und Ausbildung setzt sich aus Berufsfeuerwehrmännern zusammen, die ihre Kollegen sowie die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr ausbilden. So können jährlich 20 Lehrgänge mit rund 250 Teilnehmern stattfinden. An jährlich rund 800 Terminen wird dafür gesorgt, dass Berufs-, Freiwillige und Jugendfeuerwehr immer auf aktuellstem Wissensstand bleiben. Die Ausbildungen umfassen Rechtskunde, Brandschutz, Objektkunde, Umweltschutz, ABC-Abwehr, Zivilschutz, Atem- und Körperschutz, Technische Hilfe, Kommunikations- und Führungskunde, Erste Hilfe und Sanitätsdienst, Notfallnachsorge, Fahrzeugtechnik sowie Sport- und Gesundheit.