Die italienische U-21-Fußballnationalmannschaft ist eine Auswahlmannschaft italienischer Fußballspieler. Sie untersteht dem italienischen Fußball-Dachverband Federazione Italiana Giuoco Calcio und repräsentiert ihn auf der U-21-Ebene, etwa in Freundschaftsspielen gegen die Auswahlmannschaften anderer nationaler Verbände oder bei Europameisterschaften des Kontinentalverbandes UEFA. Spielberechtigt sind Spieler, die die italienische Staatsangehörigkeit besitzen und ihr 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Bei Turnieren ist das Alter beim ersten Qualifikationsspiel maßgeblich.
Geschichte Die italienische U-21 wurde 1976 gegründet. Grund dafür waren die Neuordnung und Regelung der UEFA in diesem Jahr, die die Altersbegrenzung von 23 auf 21 herabsenkte. Zuvor gab es bereits seit 1970 eine U-23, in der die Ursprünge der heutigen U-21-Auswahl liegen.
Bis 1990 qualifizierte sich die italienische Mannschaft immer für die Runde der letzten acht Teilnehmer der bis dahin ausgetragenen U-21-Europameisterschaften. Den bis dahin größten Erfolg hatte das Team 1986, als es das Finale erreichte. Damals wurde das Endspiel in zwei Spielen ausgetragen. Das Hinspiel gewannen die Italiener gegen Spanien mit 2:1. Das Rückspiel endete ebenfalls mit 2:1, dieses Mal aber aus spanischer Sicht. So kam es, nachdem die Verlängerung keinen Sieger hervorgebracht hatte, zum Elfmeterschießen. Dies entschied die spanische Auswahl mit 3:0 für sich. Zwischen 1990 und 2004 formte sich das Team zur Topmannschaft in dieser Altersklasse und gewann fünf Mal den EM-Titel. 1992 beim ersten Titelgewinn stand man dem Team aus Schweden gegenüber. Nach Hin- und Rückspiel hatte es 2:1 für die Kicker von der Apenninhalbinsel gestanden. Bei der ersten Endrunde, die in einem Land ausgetragen wurde, verteidigten die Italiener ihren Titel. Auf dem Weg ins Finale wurden Tschechien und anschließend Gastgeber Frankreich geschlagen.
Am 20. April 1994 in Montpellier wurde durch ein 1:0 nach Verlängerung Portugal bezwungen und der zweite Titelerfolg perfekt gemacht. Im Finale von 1996 nahmen die Italiener Revanche für die Endspielniederlage von 1986, indem sie die Mannschaft Spaniens besiegten. Wie vor zehn Jahren musste auch dieses Mal das Elfmeterschießen entscheiden. 4:2 hieß dort das Ergebnis. Einen kurzen Tiefpunkt erreichten die Azzurrini, als sie sich 1998 nicht für die Endrunde um die Europameisterschaft qualifizierten. Zwei Jahre später, in der Slowakei, machten sie diese Blamage wieder vergessen und sicherten sich gegen Tschechien den vierten Europameisterschaftstitel. Wiederum zwei Jahre später gelang den Tschechen die Revanche, als sich beide Mannschaften im Halbfinale der EM 2002 in der Schweiz gegenüberstanden. Dieses Mal waren es die Tschechen, die sich durchsetzten und anschließend den Titel gewannen. Bis zur 86. Minute lagen die Osteuropäer mit 2:0 in Führung. Danach egalisierten Andrea Pirlo mit einem Elfmeter in 86. und Massimo Maccarone in der 90. Minute das Ergebnis und zwangen die Partie in die Verlängerung. Dort erzielte der Tscheche Michal Pospíšil den entscheidenden Treffer. Den bisher letzten Titel gewannen die Blauen 2004 in Deutschland. Serbien und Montenegro hieß am 8. Juni 2004 der Gegner, den es in Bochum zu schlagen galt.
Nachdem sich bereits beide Teams in der Vorrunde begegneten und sich dort Italien mit 2:1 durchsetzte, wurde auch das zweite Aufeinandertreffen mit 3:0 für die Azzurfarbenen entschieden. Daniele De Rossi brachte die Mannschaft vor der Halbzeit in Führung, ehe Cesare Bovo und anschließend Alberto Gilardino das Spiel entschieden. 2006 und 2007 kam die Mannschaft nicht über die Vorrunde hinaus. Allerdings reichte 2007 ein dritter Platz in der Gruppenphase, um am Ausscheidungsspiel für die Olympischen Sommerspiele 2008 teilzunehmen. Grund dafür war, dass sich die englische Auswahl als zweiter der Vorrundengruppe B nicht für Olympia 2012 qualifizieren kann, da sie als Gastgeber dieses Turniers gesetzt sind. Im Play-off-Spiel traf das Team von Pierluigi Casiraghi auf Portugal und setzte sich 4:3 nach Elfmeter durch.
Am 24. März 2007 spielte die U-21-Auswahl das erste Spiel im neuen Wembley-Stadion gegen die Auswahl Englands. Das Spiel endete 3:3-Unentschieden. Giampaolo Pazzini war dreimaliger Torschütze für die Azzurfarbenen.
Turnierbilanzen bei U-21-Europameisterschaften Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzter Gegner Ergebnis 1978 – Viertelfinale England – 1980 – Viertelfinale Sowjetunion – 1982 – Viertelfinale Schottland – 1984 – Halbfinale England – 1986 – Finale Spanien 2. Platz 1988 – Viertelfinale Frankreich – 1990 – Halbfinale Jugoslawien – 1992 – Finale Schweden Europameister 1994 Finale Portugal Europameister 1996 Finale Spanien Europameister 1998 nicht qualifiziert – – 2000 Finale Tschechien Europameister 2002 Halbfinale Tschechien – 2004 Finale Serbien und Montenegro Europameister 2006 Vorrunde Dänemark, Niederlande, Ukraine – 2007 Vorrunde England, Serbien, Tschechien – 2009 Halbfinale Deutschland – 2011 nicht qualifiziert – – 2013 Finale Spanien 2. Platz 2015 Vorrunde England, Portugal, Schweden – 2017 Halbfinale Spanien – 2019 & Vorrunde Belgien, Polen, Spanien – 2021 & Viertelfinale Portugal – 2023 & Vorrunde Frankreich, Norwegen, Schweiz – 2025 Viertelfinale Deutschland –
Anmerkungen: Zwischen 1978 und 1992 wurde die Endrunde einer U-21-Europameisterschaft nicht in einem Land ausgetragen, sondern durch Hin- und Rückspiele in den jeweiligen teilnehmenden Nationen absolviert.
Turnier von Toulon Die italienische U-21-Auswahl wurde bisher acht Mal zum Turnier von Toulon eingeladen. Die erste Teilnahme war 1974. 2008 feierte man den ersten Sieg bei diesem Turnier.
Mittelmeerspiele Die Mittelmeerspiele sind in Anlehnung an die Olympischen Spiele ein Wettbewerb, an denen nur Länder aus der Mittelmeerregion teilnehmen. 1993 und 1997 wurden die Turniere im Bereich Fußball als U-23-Wettbewerbe ausgespielt. Bei diesen nahm die U-21 Italiens teil. Nachdem bei der ersten Teilnahme 1993, in Frankreich, der vierte Platz erspielt wurde, gewann das Team vom damaligen Trainer Rossano Giampaglia vier Jahre später das Turnier. 2001 wurde der Wettbewerb erst nur für die U-20-Nationalmannschaften und darauf, 2005, nur für U-18-Auswahlteams frei gegeben.
Teilnahme an den Mittelmeerspielen 1993 in Frankreich 4. Platz 1997 in Italien Sieger
Trainer- und Funktionsteam mini|hochkant|Giancarlo Antognoni, Delegationsleiter seit 2024 Nat. Name Funktion Trainerstab Silvio Baldini Cheftrainer Andrea Barzagli Co-Trainer Mattia Baldini Co-Trainer Mauro Nardini Co-Trainer Stefano Pardini Torwarttrainer Vito Azzone Athletiktrainer Diego Labricciosa Spielanalyst Gianluca Mazziotti Spielanalyst Medizinisches Personal Daniele Mazza Mannschaftsarzt Vincenzo Santoriello Mannschaftsarzt Tommaso Cannata Physiotherapeut Nicola Sanna Physiotherapeut Sportliche Leitung und Organisation Giancarlo Antognoni Delegationsleiter Mauro Vladovich Fanclubbeauftragter Manfredi Martino Sekretär Matteo Santi Medienbeauftragter Stand: 2. April 2026
Trainerhistorie 1976–1986: Azeglio Vicini 1986–1996: Cesare Maldini 1996–1998: Rossano Giampaglia 1998–2000: Marco Tardelli 2000–2006: Claudio Gentile 2006–2010: Pierluigi Casiraghi 2010–2012: Ciro Ferrara 2012–2013: Devis Mangia 2013–2019: Luigi Di Biagio 2019–2023: Paolo Nicolato 2023–2025: Carmine Nunziata seit 2025: Silvio Baldini
Ehemalige Spieler (Auswahl)
Rekordspieler mini|hochkant|Andrea Pirlo ist seit 2001 Rekordspieler und Rekordtorschütze der U-21-Nationalmannschaft. mini|hochkant|Alberto Gilardino ist seit 2004 Rekordtorschütze der U-21-Nationalmannschaft.
Die Spieler sind nach der Anzahl ihrer Einsätze für die Nationalmannschaft sortiert. Bei gleicher Anzahl an Spielen sind die Spieler nach Nachnamen sortiert. # Name Zeitraum Spiele Tore 1 Francesco Bardi 2011–2015 37 0 Andrea Pirlo 1998–2002 37 15 3 Marco Motta 2005–2009 36 1 4 Matteo Brighi 2000–2004 35 2 5 Luca Marrone 2009–2013 32 1 Alessandro Rosina 2004–2007 32 4 7 Luca Caldirola 2010–2013 31 1 8 Daniele Bonera 2001–2004 29 0 Eugenio Corini 1988–1993 29 1 Stand: 2. Oktober 2024
Die Spieler sind nach der Anzahl ihrer Tore für die Nationalmannschaft sortiert. Bei gleicher Anzahl an Toren sind die Spieler nach Nachnamen sortiert. # Name Zeitraum Tore Spiele Tore/Spiel 1 Alberto Gilardino 2000–2004 15 24 0,63 Andrea Pirlo 1998–2002 15 37 0,41 3 Manolo Gabbiadini 2010–2013 12 24 0,50 4 Patrick Cutrone 2017–2021 11 25 0,44 Massimo Maccarone 2000–2002 11 15 0,73 Gianluca Vialli (†) 1983–1986 11 21 0,52 7 Robert Acquafresca 2007–2009 10 16 0,63 Cristiano Lucarelli 1996–1997 10 10 1,00 Christian Vieri 1992–1996 10 19 0,53 Stand: 2. Oktober 2024
Weblinks
Offizielle Website des italienischen Verbandes (italienisch, englisch) Profil der U-21 Italiens auf uefa.com
Einzelnachweise
Kategorie:U-21-Fußballnationalmannschaft U 21 Fussball U 21