Büßfeld ist ein Stadtteil von Homberg (Ohm) im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geographie Büßfeld liegt ca. vier Kilometer südlich des Stadtzentrums. Die Nachbarorte sind die Kernstadt selbst, Bleidenrod, Schadenbach und das zur Gemeinde Mücke gehörende Bernsfeld. Durch den Ort fließt der Krebsbach, der bei Bernsfeld entspringt in Richtung Norden über Büßfeld nach Homberg (Ohm) fließt. Auf dem Abschnitt zwischen Bernsfeld und Büßfeld wird er in manchen Karten als Pferdsbach bezeichnet. Kurz vor Homberg (Ohm) mündet der Krebsbach dann in die Ohm.

Seit der Festlegung auf einen internationalen Nullmeridian im Jahre 1884 liegt Büßfeld genau auf dem 9. Längengrad östlich von Greenwich. Er trifft dabei im Ort auf zwei Gebäude. Die Nachbarorte auf diesem Meridian sind im Norden Homberg (Ohm) und im Süden die Stadt Laubach im Landkreis Gießen.

Ortsgeschichte Mittelalter Die Ersterwähnung von Büßfeld erfolgte 1248 oder 1249 in einem Kopiar: Bubensvelt III Schilling,StAD, Handschriftz 76, fol. 21 v. welches die Einkünfte des Mainzer Erzbischofs verzeichnete.Fritz Backhaus: Die Stadtteile der Stadt Homberg an der Ohm. In: Fred Schwind, Hrsg.: Homberg an der Ohm. Eine oberhessische Stadt von den Anfängen bis zur Gegenwart. Sigmaringen 1984, ISBN 3-7995-4073-3. S. 278–338. Zu Büßfeld S. 290–292. „Bubelsfelde“ wird der Ort in einem Kopiar um 1300 genannt.Stephan Alexander Würdtwein: Dioecesis Moguntia. Band III. Mannheim 1777. Band III. S. 285. 1328 schenkte der Priester Hermann von Ofleiden, der den neu gestifteten Elisabethenaltar in der Burg Homberg u. a. fünf Huben zu Büßfeld. In der Forschung wird demnach Hermann von Ofleiden als größter bzw. einziger Grundbesitzer im Ort angesehen. Der Besitz war wohl ein Herrenhof mit vier Bauernstellen.Fritz Backhaus: Stadtteile Hombergs, S. 291. Die Ortsangabe „in villa dicta Bubilsfelda“ (im Dorf „Bubilsfelda“ bzw. „in villa Bubilsfelden“)Kuchenbecker: Analecta Hass. I, S. 78 f. nennt erstmals die Siedlungsform Dorf. Zwei Einträge in einem Salbuch von 1587 nennen den Ort „Büsfelden“ und „Busfeldt“.Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 189, 213. Der Ortsname Büßfeld lässt sich auf den Rufnamen „Buobili“ beziehen, womit einer oder der Ortsgründer gemeint sein dürfte.Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 75 f.

Neuzeit Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Büßfeld:

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Oktober 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Büßfeld im Zuge der Gebietsreform in Hessen zeitgleich mit zehn weiteren Gemeinden auf freiwilliger Basis als Stadtteil in die Stadt Homberg (Ohm) – damals noch mit dem Namen Homberg (Kreis Alsfeld) – eingegliedert. Für alle durch die Gebietsreform nach Homberg eingegliederten Gemeinden und die Kernstadt wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Büßfeld angehört(e):

vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Homberg an der Ohm ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Homberg an der OhmDie Zugehörigkeit des Amtes Homberg an der Ohm anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Homberg an der Ohm ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Amt Homberg an der Ohm ab 1815: Großherzogtum HessenDas Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als Vorläufer des Deutschen Reichs., Provinz Oberhessen, Amt Homberg an der Ohm ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk KirtorfTrennung zwischen Justiz (Landgericht Homberg an der Ohm) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied., Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis AlsfeldIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurden die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld, Stadt Homberg (Ohm)Am 1. Oktober 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Homberg (Ohm). ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis, Stadt Homberg (Ohm) ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Stadt Homberg (Ohm)

Gerichte seit 1803 In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Büßfeld das „Amt Homberg an der Ohm“ zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Homberg an der Ohm“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Homberg an der Ohm, das für Büßfeld zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Homberg an der Ohm“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen. Am 15. Juni 1943 wurde das Gericht zur Zweigstelle des Amtsgerichtes AlsfeldRundverfügung des Reichsministers der Justiz vom 20. Mai 1943 — 3200/7 — Ia9 995 — Betrifft: Vereinfachung der Gerichtsorganisation., aber bereits wieder mit Wirkung vom 1. Juni 1948 in ein Vollgericht umgewandeltErlass des Hessischen Ministers der Justiz vom 24. Mai 1948 — 3210/1 — Ia 1961 — Betrifft: Umwandlung des Zweigstellen-Amtsgerichts Homberg (Oberhessen). (). Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Homberg und Büßfeld wurde dem Bereich des Amtsgerichts Kirchhain zugeteilt. 1973 wechselte die Stadt Homberg an der Ohm und mit ihr Büßfeld in den Zuständigkeitsbereich des Amtsgerichts Alsfeld. In übergeordneten Instanzen sind jetzt das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung • 1577: 23 Hausgesesse mit sechs Wagen. • 1791: 180 Einwohner • 1800: 195 Einwohner • 1806: 198 Einwohner, 41 Häuser • 1829: 236 Einwohner, 44 Häuser • 1867: 250 Einwohner, 39 bewohnte Gebäude • 1875: 238 Einwohner, 40 bewohnte GebäudeQuelle: Historisches Ortslexikon

Religionszugehörigkeit • 1829: 236 evangelische (= 99,58 %), ein katholischer Einwohner • 1961: 217 evangelische (= 88,21 %), 27 katholische (= 10,98 %) Einwohner

Sehenswürdigkeiten Bauwerke Sehenswert ist die Fachwerkkirche von 1700.

Naturdenkmal Saueiche mini|Die Saueiche

Die Saueiche steht bei der Neumühle, an der Straße zwischen Büßfeld und Homberg, im Talgrund des Krebsbaches direkt am Straßenrand. Das Alter der als Naturdenkmal ausgewiesenen Stieleiche wird nach Schätzungen mit 300 bis 500 Jahren angegeben.„Saueiche bei Büssfeld“ im Baumregister bei www.baumkunde.de Im April 2014 hatte ihr mächtiger, hochaufragender Stamm einen gemessenen Umfang von 6,82 m. Die Höhe des Baumes wurde damals mit 24 m ermittelt. Bei einer erneuten Messung im März 2020 war der Stammumfang auf 7,02 m angewachsen. Die Eiche gewinnt also pro Jahr über drei Zentimeter an Umfang, was ein unvermindert schnelles Wachstum des Baumveterans bedeutet und ihm eine anhaltend hohe Vitalität bescheinigt.„Stieleiche 'Saueiche' in der Nähe der Straße von Büßfeld nach Homberg (Ohm)“ in Monumentale Bäume bei monumentaltrees.com

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Der Ort liegt an der L3072 (in Büßfeld als Gießener Straße geführt), die von Grünberg kommend nach Kirtorf führt. Die Anschlussstelle Homberg (Ohm) (Bundesautobahn 5) liegt etwa 7 Kilometer südlich von Büßfeld.

Ansässige Unternehmen Im Ort ist die S+R Unternehmensgruppe ansässig. Zu ihr gehören die 1978 gegründete Muttergesellschaft S+R Maschinenbau GmbH, sowie deren Tochterunternehmen die S+R automation systems GmbH, die P+L Produktion und Logistik GmbH, der Haushaltswarenhersteller VEMMiNA Qualitätshaushaltsprodukte GmbH und die österreichische VEMMiNA Handels GmbH mit Sitz in Dornbirn. Hier befinden sich die Produktionshallen mit Logistik sowie ein Schulungszentrum.

Ein weiterer Wirtschaftszweig in Büßfeld ist die Landwirtschaft, die noch von einigen Bewohnern im Vollerwerb betrieben wird.

Im Gastgewerbe hat Büßfeld einen Landgasthof mit integriertem Hotel aufzuweisen, der sich seit sieben Generationen im Familienbesitz befindet.

Literatur

Weblinks

Büßfeld In: Webauftritt der Stadt Homberg (Ohm).

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

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