Manfred Magnus Otto Graf von Brünneck (-Bellschwitz) (* 1. September 1872Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser, Teil A, Justus Perthes, Gotha 1938, S. 127. in Rosenberg, Westpreußen; † 16. Mai 1957 in Baden-Baden) war ein deutscher Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker.
Leben und Tätigkeit mini|Rittergut Bellschwitz um 1863/64, Sammlung Alexander Duncker
Graf Brünneck war Besitzer des Rittergutes Groß Bellschwitz im Kreis Rosenberg in Westpreußen. Nach dem Jurastudium trat er 1895 in den preußischen Justiz- und Verwaltungsdienst des Königreichs Preußen. 1907 wurde er Landrat des Kreises Königsberg. Von 1916 bis 1928 war er Landeshauptmann der Provinz Ostpreußen. Vor 1918 gehörte er außerdem dem Deutschen Reichstag an.
Als Landrat von Königsberg veranlasste Graf Brünneck den Bau der Landesfrauenklinik und der Kunsthalle. Als Landeshauptmann war er verantwortlich für die Gründung des Ostpreußenwerks (ab 1923 Teil der VIAG) zur Elektrifizierung der gesamten Provinz. Während der Zeit der Weimarer Republik war er Mitglied der Christlich-deutschen Bewegung.Christoph Weiling: Die Christlich-deutsche Bewegung. Eine Studie zum konservativen Protestantismus in der Weimarer Republik, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, S. 340. ISBN 3-525-55728-0. Nach der Flucht lebte er in Baden-Baden und engagierte er sich in der Landsmannschaft Ostpreußen.Rundbrief der Albertus-Universität, Weihnachten 1957.
Brünnecks Gutsnachbar in Ostpreußen war seit 1927 der Reichspräsident Paul von Hindenburg, den er gelegentlich auf seinem Gut besuchte, was zu Gerüchten führte, dass er politisch Einfluss auf diesen ausübte.Karl-Heinz Minuth (Bearb.): Das Kabinett von Papen, 1. Juni bis 3. Dezember 1932, 2 Bde., Boppard am Rhein 1989, S. 67.
Graf Brünneck trat bereits 1906 dem Johanniterorden bei, wurde 1920 Rechtsritter und 1948 für einige Zeit Kommendator der Preussischen Provinzialgenossenschaft dieser bekannten evangelischen Kongregation, half nach 1945 beim Wiederaufbau der Organisation.
Mit dem Tode seines jüngeren Bruders Harald (Graf) von Brünneck-Trebnitz (1880–1958) erlosch die gräfliche Linie der Familie.
Ehrungen Ehrendoktorwürde der Albertus-Universität Königsberg Preußenschild (1957) (Ehren)-Kommendator des Johanniterordens
Literatur Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser / A (Uradel) 1958, Band III, Band 18 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1958, S. 100–101.
Einzelnachweise
Kategorie:Landrat (Landkreis Königsberg i. Pr.) Kategorie:Landeshauptmann (Ostpreußen) Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Ehrenkommendator (Johanniterorden) Kategorie:Ehrendoktor der Albertus-Universität Königsberg Kategorie:Träger des Preußenschildes Manfred Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1872 Kategorie:Gestorben 1957 Kategorie:Mann Kategorie:Titulargraf